Archive for the ‘Web’ Category

Anonyme Bizarrpropaganda

Saturday, August 29th, 2009

Eine irre Internetseite wirbt mit einem Bild aus dem Belgrader Marakana-Stadion für eine Zürcher Präventiv-Datenbank (Gamma). Dahinter steht eine “Überparteiliche Kampagne”, wie es heisst. Namen oder Gruppen sind aber keine zu finden. Das ist ziemlich dreist: Sich anonym für eine De-Anonymisierungsdatenbank einzusetzen; dafür, dass Leute fichiert werden, ohne eine Straftat begangen zu haben.

Noch dreister wird es, wenn man sich auf eine kleine Spurensuche begibt. Dann wird nämlich ersichtlich, dass der Domain-Holder dieser Seite ein Zürcher SP-Mann ist. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle!

Nachtrag heute, 30. August: Der SP-Domain-Holder hat über die Gamma-Nein-Homepage erfahren, dass hier über seine Bildwahl geschrieben wird. Da hat er jetzt natürlich sofort und immer noch anonym reagiert:

Die GegnerInnen behaupten auf ihrer Internetseite, uns würden die Argumente ausgehen. Als Grund für diese Behauptung nehmen sie das Krawallplakat, welches wir auf dieser Website gepostet haben, obwohl GAMMA ja gar keine Hooligandatebank sei.
Würden die GegnerInnen etwas mehr als das Bild auf dieser Website anschauen, sähen sie, dass wir genug Argumente für die GAMMA Datenbank haben.

Ja, würden die Gegner etwas mehr als das Bild auf der Website anschauen. Es ist halt leider so, dass es einem grad auf Anhieb ablöscht, wenn einer im Zusammenhang mit Gamma so ein Bild verwendet. Und zwar so ablöscht, dass man leider grad gar nicht mehr viel anderes auf dieser Website lesen oder anschauen möchte. Ausser zum Beispiel ein paar Namen hinter der Kampagne, aber die sucht man ja dann wie gesagt vergeblich.

Nachtrag 2, 31.8.09: Im heutigen Tagi (letzte Seite unten links) ist das oben abgebildete Inserat mit dem berüchtigten Bild (Roter-Stern-Ultra versengt serbischen Zivilpolizisten) UND unterstützenden Institutionen abgedruckt: FCZ, GC, ZSC, Weltklasse Zürich u.a.

Gegen ungemütliche Datenbanken

Tuesday, March 31st, 2009

In Zürich formiert sich Widerstand gegen die geplante Datenbank GAMMA (vormals Hooldat) der Stadtpolizei, mit der BesucherInnen von Sportveranstaltungen vorsorglich fichiert werden sollen. Einträge in GAMMA sehen u.a. vor, auch die “Freundschaften” des/der Fichierten aufzulisten, was letztlich bedeutet, dass eine ganze Fanszene in der Datenbank landet. Denn wer kennt schon nicht jemanden, der jemanden kennt, der…

Zum neuen Namen GAMMA hat übrigens k@rli o. aus dem FCB-Forum eine originelle und vielleicht gar nicht so abwegige Erklärung:

interessant, diese Umbenennung kannte ich noch nicht.
Gamma = das griechische C, also C-Fans. Man schafft sich einen neuen Euphemismus und eliminiert dadurch das ungeliebte “HOOL” aus der Bezeichnung, man hofft wohl durch diese Verschleierung auf noch mehr Akzeptanz in der Bevölkerung.

Als admin von knappdaneben.net unterstütze ich namentlich das überparteiliche Gamma-Nein-Komitee.

Blick auf den Elfmeterpunkt

Wednesday, March 25th, 2009

«Das darf es nie mehr geben!», titelte der BLICK nach der fehlerhaften Elfmeterentscheidung zugunsten von Basel im Cup gegen den FCZ. Und weil die Zürcher kurz darauf gegen YB gleich nochmals zwei höchst fragwürdige Elfmeter gegen sich verhängt bekamen, machte sich das Ringier-Blatt auf, um zumindest den Schützen eine Anleitung zum perfekten Penalty liefern zu können. Und stiess dabei auf Tim Cable von der John Moores Universität in Liverpool, der endlich herausgefunden hat, wie man einen unhaltbaren Elfmeter schiesst. Nämlich so: «Fünf bis sechs Schritte Anlauf, 20- bis 30-Grad-Winkel zum Ball. Der muss auf mindestens 104,5 km/h beschleunigt und je einen halben Meter unter der Latte und neben dem Pfosten platziert werden.»

Oder einfach gesagt: Dresch den Ball einfach mit vollem Karacho in den Winkel. Warum früher niemand darauf gekommen ist, ist wohl nicht nur mir schleierhaft. Früher hat man es viel komplizierter probiert.

Und weil uns der BLICK diese lange gesuchte Lösung gefunden hat, können wir auch mal ein Auge zudrücken, wenn er in seiner aufwändig gestalteten Online-Übersicht unserer Auslandprofis Mario Cantaluppis belgischen Verein VV St. Truiden kurzerhand in die holländische Liga eingliedert. Das ist nichts anderes als Vorausdenken: Früher oder später gibt’s dort ohnehin eine Benelux-Liga, die dann mit der Alpenliga, der Skandinavischen Liga und der Liga Iberia der Europaliga Konkurrenz machen kann.

Skifahren ist lustiger

Saturday, February 14th, 2009

Wenn man sich bei eisiger Kälte und fiesem Wind im Februar zusammen mit einer Handvoll anderer Wahnsinniger ein höchst durchzogenes Spiel der Super League im Stadion anschaut, dann gehen einem vor allem drei Dinge durch den Kopf: 1. Sommermeisterschaft, sofort! 2. Soll ich mir den Orangenpunsch über die Füsse leeren um diese zu wärmen? 3. Sollte man bei solch garstigem Wetter nicht besser in der warmen Stube bei Tee und Guetzli sitzen und wie früher Skirennen gucken?

Setzt man Überlegung 3 dann um, bereut man es nicht. Sooo spannend, dass es mich dafür aufs Sofa ziehen würde, ist Skifahren dann doch nicht – auch nicht wenn WM ist und die Schweiz plötzlich wieder so gut ist wie zu Zeiten von Zurbriggenmahrerheinzeralpigermüller – aber es reicht immerhin, um das Rennen der Slalomdamen über Tagi-Online und manchmal wilmaa.com zu verfolgen.

Nur schon, dass unsere besten Stangenakrobatinnen tatsächlich Bonjour und Feierabend heissen, ist einfach köstlich. Das kommt schon fast an die Geflügelbank des VfB mit Arie Haan und Willi Entenmann ran.

Und dann meldet Tagi-Online in seinem Liveticker:

Tanja Poutiainen: Die Finnin macht Boden gut. 1:52,89. Poutiainen führt vor den Augen des französischen Präsidenten.

Dritte waren zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich die Ohren des schwedischen Königs.

Danke, Skirennen! Ich komme wieder. Zumindest bis es entweder warm wird, die Sommermeisterschaft eingeführt ist oder ich genügend Geld habe, dass ich es mir leisten kann, mir im Fünfminutentakt Orangenpunsch über die Füsse zu leeren.

Ferdribbelt

Tuesday, November 25th, 2008

Während die Angriffe des Fussballverbandes gegen Constantin gleich reihenweise hängen bleiben, verdribbelt sich der BLICK in der Engmaschigkeit der Abkürzungen. Eingangs genannter Verband wird in der heutigen Online-Ausgabe nicht nur im Teaser zum Schweizerischen Vussball-Ferband (SVF). Wohl inspiriert durch die heiss laufende Diskussion um die SVP-Nachfolge für Sämi Schmid. Oder hat CC am Ende gar den Schweizerischen Volk-Fussball in die Knie gezwungen?

Zwanziger und der DFB: Jämmerliches Communiqué

Monday, November 17th, 2008

An dieser Stelle wurde bereits zweimal auf DFB-Präsident Zwanzigers eigenartige Reaktion auf eine journalistische Kritik hingewiesen. Nun folgt der dritte Akt: Zwanziger zieht seine Klage zurück, doch der DFB verdreht dieses Eingeständnis von Dünnhäutigkeit und Inkonsequenz in einer Pressemitteilung zu einer Anklage gegen den “fehlbaren” Journalisten Jens Weinreich. Ziemlich kaputt.

Und zwar so kaputt, dass nun auch etablierte Printmedien wie die Frankfurter Rundschau nicht anders können, als die Affäre zu kommentieren. Wers lieber akustisch mag, gönne sich fünf schöne Minuten beim Deutschlandfunk. Und wer schliesslich die Chronologie der Ereignisse aus der Sicht des Hauptbetroffenen Weinreich (notabene einer der wenigen unabhängigen und kritischen Sportjournalisten im deutschen Sprachraum) nachlesen will, kann dies auf Weinreichs Blog.

Journalistisch begleitet hat die Geschichte um den “unglaublichen Demagogen” Zwanziger von Beginn an der (In)direkte Freistoss, den zu abonnieren ich an dieser Stelle wieder einmal allen wärmstens empfehle.

Transfermarkt an Springer

Tuesday, October 28th, 2008

Die doch recht bekannte Seite transfermarkt.de gehört jetzt zu 51% dem Springer-Verlag. Was das zu bedeuten hat, wird die Zukunft zeigen. Die Ablöse soll auf alle Fälle relativ hoch gewesen sein.