Archive for the ‘Fans’ Category

Dissen bei Blick-online

Monday, July 19th, 2010

Das, lieber Blick-Newsroom, ist doch mal eine lustige Bildlegende! Man könnte als Leser glatt meinen, der Verfasser sei irgendwie emotional in die Sache verwickelt. Sei zum Beispiel Fan eines rivalisierenden Vereins oder etwas in der Art. Wobei das ja sicher nur ein falscher Eindruck ist.

Blick_FCZ

Effiziente Schnellgerichte

Friday, June 18th, 2010

Das St. Galler Schnellgericht für Fussball-Übeltäter (oder laut SDA “gewalttätige Hooligans”) wurde eingeführt, um bei eindeutiger Beweislage für beide Seiten rasch Klarheit schaffen zu können. Gross und breit war die Zustimmung, als in dieser Saison den Ostschweizern die ersten Fische ins Netz gingen. Nach dem Spiel St. Gallen – FCB waren es sechs Basler Anhänger, die vor dem Stadioneingang wegen Mitführens pyrotechnischer Gegenstände herausgepflückt wurden. Was mit ihnen passiert ist? Sie wurden alle freigesprochen, wie das St. Galler Kreisgericht heute mitteilt.

Nachtrag 24. Juni: s. auch Artikel dazu in aktueller WOZ.

Fussball(e)kultur

Tuesday, May 11th, 2010

Ein gut gemeinter Beitrag (im Hinblick auf die WM, im Fall!) zum angeblichen Verschwinden von Rassismus im Fussball war heute auf DRS2 zu hören. Gut gemeint, weil es einfach nicht so passt, sich mit drei Schweizer Gesprächspartnern über die Situation in der Schweiz zu unterhalten und das Gesagte danach mit Beispielen aus Ostdeutschland oder Italien zu widerlegen. Und weil es auch einem Hochkulturkanal nicht gut ansteht, Berlusconi mit Inter in Verbindung zu bringen. Und das gleich zweimal in 30 Minuten. Hochkultur nährt sich doch vor allem auch vom Zweifel. Und wenn jemand, was ich sehr schätze, mit Fussball sonst gar nichts anzufangen weiss, dann aber eine Sendung zu Fussball macht und über Inter spricht, ja dann sollte sich doch kurz der Zweifel melden. Sollte anklopfen und sagen: Inter? War das wirklich Inter, das mit Berlusconi? Oder hiess der Verein nicht anders? Hören Sie es aber trotzdem, hier.

Absoluter Konsens? Absoluter Nonsens?

Friday, April 23rd, 2010

Ein gutes oder vielleicht auch sehr gutes Interview mit einem Ultra der Münchner Schickeria führt für Spiegel-online Christoph Ruf. Ein Auszug:

Christian R.: Es gibt die Übereinkunft, dass wir uns selbst verteidigen, wenn wir angegriffen werden. Was meiner Meinung nach selbstverständlich ist.

SPIEGEL ONLINE: Die Frau des Fahrers eines Nürnberger Fanbusses hat im Mai 2007 niemanden angegriffen – nach einem Flaschenwurf aus den Reihen der Schickeria ist sie auf einem Auge blind.

Christian R.: Da gab es auch keinerlei Solidarisierung, im Gegenteil. Die Flaschenwürfe waren feige und gefährliche Taten, die allerdings nicht von der Gruppe ausgingen, sondern von wenigen Einzelnen, die damit die eigenen Ideale mit Füßen getreten haben.

SPIEGEL ONLINE: Das ist doch eine Generalausrede: Für populäre Aktionen sorgt stets die ganze Gruppe, Mist bauen immer nur schwarze Schafe.

Hüppis Grammatik

Wednesday, April 14th, 2010

Man tötet den Fussball? Werden Sie nicht mehr zahlen können?

Es wäre schön, wenn wir hier im Konjunktiv redeten. Die Wahrheit ist: Wir können die Rechnungen der Stadt schon jetzt nicht mehr bezahlen.

Das ist zwar Futur I, nicht Konjunktiv, sonst aber legt sich der Präsident des FC St. Gallen im Interview mit der WOZ die Dinge rund um den Fussball zurecht wie vor ihm vielleicht höchstens Herr Heusler aus Basel. Wer nach dem Choreoverbot von Hüppi gegen den Espenblock seine Meinung über den Präsidenten gemacht hatte, sollte sich nun die Mühe machen, das Gespräch in voller Länge zu lesen.

Das Hochrisikospiel

Friday, April 9th, 2010

Am Sonntag um 16 Uhr spielt der FC Zürich im Letzigrund gegen den FC Basel. Die Partie wird als so genanntes Hochrisikospiel eingestuft. Völlig zurecht.

Am Ostermontag kesselte die Polizei nach dem Derby 250 GC-Fans ein und nahm ihre Personalien auf. Es war zuvor zu keinen Gewalttätigkeiten gekommen, es ging ums Sammeln von Daten eventueller Gewalttäter. Die GC-Anhänger sind erbost. Den Anhängern des FC Basel ist etwas Ähnliches seitens der Zürcher Polizei schon einmal widerfahren, nur etwas intensiver: Man nennt es den “Kesssel von Altstetten” – über 400 Verhaftungen, am Ende 5 Anzeigen. Die Fans des FC Basel haben seither Einkesselungen nicht mehr so gerne. Doch sie sollten mit allem rechnen, schliesslich wohnen sie einem Hochrisikospiel bei.

Vielleicht sind die Fans des FC Basel, wenn es dann zum Kessel kommt, ja sehr entspannt und nehmen es mit Humor. Vielleicht sind sie aber auch ein bisschen angesäuert. Sie werden während des Spiels im Letzigrund nämlich von einer Sicherheitsfirma bewacht, die Leute anstellt, die gerne auf Fussballfans oder Demonstranten eindreschen (bzw. diese “ficken”, um im O-Ton zu bleiben). Das letzte Mal war dies in St. Gallen der Fall, als der FC Basel zu Gast war. Die Sicherheitsleute haben dort so gründlich “gefickt”, dass mehrere Basler Verletzungen davon trugen. Die Staatsanwaltschaft hat reagiert – und zehn Basler dem Schnellrichter zugeführt. Am Verhalten der Sicherheitsleute konnte der Staatsanwalt nichts Falsches erkennen. Und so wird es mit Sicherheit ein freudiges Wiedersehen beim Eingang zum Gästesektor, wenn der Sicherheitsmann dem FCB-Fan mit der Autorität des integren Berufsmannes befiehlt: “Beine spreizen, Jacke öffnen, Taschen leeren.”

Wer Hochrisikospiele will, bekommt sie. Ob mit oder ohne Zutun der Fans.

250 Chaoten oder polizeiliche Zufallsfunde?

Wednesday, April 7th, 2010

Polizei stoppt 250 Chaoten

So titelt der Tages-Anzeiger online nach dem Derby FCZ-GC vom Ostermontag. Seine Informationen hat er ausschliesslich von der Medienstelle der Stadtpolizei Zürich.

In Tat und Wahrheit war dies jedoch eine Ansammlung von normalen Stadionbesuchern, die einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort waren.

Das schreibt die IG GC Züri in ihrem Communiqué von heute Mittwoch. Sie, liebe Leserin, lieber Leser, haben damit die seltene Gelegenheit, ein Ereignis, das in den Mediendatenbanken unter “Fussballgewalt” abgelegt werden wird, aus zwei Perspektiven nachzulesen. Und dann zu urteilen. Oder sich zu entscheiden, dass ein Urteil aufgrund der vorliegenden Informationen nicht möglich ist.

Eine Bemerkung noch: Ende September 2009 hat das Zürcher Stimmvolk überdeutlich Ja gesagt zur polizeilichen Datenbank GAMMA, in der präventiv so genannt Gewalt suchende Sportfans registriert werden. Kritiker der Vorlage gaben damals zu bedenken, “Gewalt suchend” sei ein Gummibegriff, der der Polizei einen inakzeptablen Spielraum lasse.

Nachtrag 9. April: Hier erklärt  Stadtpolizei-Sprecher Marco Cortesi (gegen Ende des Beitrags) mehr oder weniger transparent, welche Strategie die Polizei bei solchen Aktionen verfolgt. Aufhorchen lässt hier u.a. die Aussage, man sammle Daten von Gewaltbereiten “für Gamma oder für Hoogan”. Das Hooligangesetz BWIS II sieht nicht vor, irgendwelche Leute von der Strasse zu registrieren. Die Unschuldsvermutung gilt zwar bei Hoogan genauso wenig wie bei Gamma, doch Grundlage für einen Hoogan-Eintrag ist immer noch eine Massnahme gemäss BWIS, d.h. ein Rayon- oder Stadionverbot, Meldepflicht oder Ausreisebeschränkung. Es ist immer ein bisschen unangenehm zu erfahren, dass die Polizei zum Teil selber nicht genau weiss, was die Polizei soll und darf.

Der Preis der Vermummung

Thursday, March 25th, 2010

Hundert vermummte Luzerner, die dem Extrazug entsteigen. Die St. Galler Polizei begrüsst sie und sagt durchs Megaphon, Vermummen koste in St. Gallen 800 Franken Busse. Worauf 90 der 100 die Masken fallen lassen.

Diese und andere Erfolgsmeldungen und Einschätzungen, z.B.

Diese vermummten, militärisch auftretenden Gruppen finde ich beängstigend. Dadurch werden Allmachtsfantasien ausgelebt: Man tritt in der Gruppe auf und fühlt sich unbesiegbar.

sind im aufschlussreichen Interview mit dem Ersten St. Galler Staatsanwalt Thomas Hansjakob nachzulesen, in der aktuellen Wochenzeitung.

In Freiheit frei?

Friday, March 19th, 2010

Wer erfahren möchte, wie Fussballfans auch noch – nämlich ausführlich, differenziert, gewagt, bemüht, kontrovers, aber fair – über Gewalt, Repression, den Freiheitsbegriff und die Macht der Medien diskutieren können, versuche sich für eine Viertelstunde im FCZ-Forum (hier klicken und dann ab Ensis’ Beitrag die Posts von ihm (ihr?), Pedro und Sammy lesen), wo gegenwärtig mehr an Substanz zusammengetragen wird als an allen Runden Tischen zusammen.

Interessante Bildwahl III

Tuesday, March 9th, 2010

Aus Basel schreibt uns der aufmerksame Leser Simon: “Neues aus der Rubrik FCB-Fans-all-over-the-world: Neuerdings werden sie auch für Pyro in Freiburg verantwortlich gemacht.” Und er legt uns dieses Bildschirmfoto ab der Homepage des Noch-Bundesligisten SC Freiburg bei:

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