Do they know?
Monday, December 21st, 2009Es braucht keine grenzenlos fundierten Kenntnisse der Premier League, um das hier unterhaltsam zu finden:
Frohes Fest und bis bald, unter dieser Adresse.
Es braucht keine grenzenlos fundierten Kenntnisse der Premier League, um das hier unterhaltsam zu finden:
Frohes Fest und bis bald, unter dieser Adresse.
Extrem hoher Frauenanteil gestern. Gutes Unterhaltungskino. Die Geschichte selbst für Loach-Verhältnisse manchmal etwas platt. Die ganzen Fussballsachen dafür nie peinlich. Und die Originaleinspielung von Cantonas erstem Spiel nach der Sperre könnte ich mir glaubs ca. 345 x anschauen, ohne emotional abzustumpfen. Wer übrigens den einen Stiefsohn des Pöstlers in seiner ersten grossen Rolle sehen möchte, leihe sich doch “Shameless” aus. Praktisch ohne Fussball, aber grandios. Eignet sich für die Festtage, jeden Abend eine Folge. Damit nicht zu viel Gemütlichkeit aufkommt.
Am Samstag habe ich mir ein Fussballbuch gekauft, das glücklich macht: MATCH DAY von Bob Stanley und Paul Kelly versammelt Titelblätter von englischen Matchprogrammen von 1945 bis etwa 1991, und zwar von sämtlichen englischen Profivereinen. Auf über 200 Seiten über 450 Abbildungen. Ein nostalgisches Sehvergnügen sondergleichen. Darauf aufmerksam gemacht von der aufmerksamen NZZamSonntag, habe ich mir MATCH DAY hier bestellt und gekauft. Man kanns glaub aber auch direkt beziehen. Und: Ja, es kostet ein bisschen was, etwa so viel wie eine Busse für Schwarzfahren. Nur dass man sich nachher nicht ärgert, sondern sehr sehr freut.
Das möchte jetzt auch der neue SFV-Präsident Peter Gilliéron: dass die Polizei rein geht in die Schweizer Stadien. Weil die Sicherheitsdienste allein der Lage nicht Herr werden. Der BLICK schreibt dazu online ein Textlein, und um die Sache auch artgerecht zu präsentieren, liefert er Bilder. Und ein Video. Aus Rom. Roma-ManUnited, CL, April 2007. Sollte vermutlich Gilliéron in seinem Vorhaben bestärken, lautet doch die Bildlegende: “Solche Bilder sollten bald der Vergangenheit angehören.” Das ist aber doppelt komisch: Erstens wären Polizisten im Stadion ja dann unsere Zukunft und nicht die Vergangenheit. Und zweitens sorgte die (italienische) Polizei genau in diesem Spiel statt für Ruhe für erhebliche Unruhe. So erheblich, dass sich Manchester United zu einer Protestnote veranlasst sah, die Uefa eine Untersuchung einleitete, sich das britische Home Office zu Wort meldete und Francesco Totti sich öffentlich bei einer United-Anhängerin entschuldigte, die erwiesenermassen völlig grundlos zusammengeknüppelt wurde. Es muss halt schnell gehen online, vor allem auch beim Blick. Klar. Trotzdem: Wenn es das ist, was sich der neue Fussballpräsident wünscht, dann herzlichen Glückwunsch.
Um die Ostnostalgie etwas zu brechen hier ein Beispiel guter Insulanerfussballgrafik, aus einem Matchprogramm von Crewe Alexandra vom 16.12.94 (gegen York City). Wüsste ich doch nur, was ein Sentinel ist. Man wird aufgefordert, die Geschicke von Alex (Kosename von Crewe Alexandra) in einem Sentinel zu verfolgen. Was könnte das sein? Ein Kleidungsstück? Wikipedia hilft nicht weiter, da kommt für Sentinel alles in Frage, von U-Boot über Satellit, Computerspiel und Zeppelin bis hin zum Aufklärungsflugzeug. Aber die können ja nicht ernsthaft gewollt haben damals, dass ich mir die Crewe-Spiele aus einem U-Boot anschaue. Von einem Zeppelin runter schon eher, aber man stelle sich mal vor, jeder Käufer und jede Käuferin eines Matchprogramms hätte diesen Wunsch beherzigt und wäre dann mit dem eigenen Zeppelin über dem Stadion aufgekreuzt. Grosses Puff im Luftraum! Zudem ist Crewe ein traditioneller Eisenbahnerverein. Die wollen doch nicht wirklich Luft- und Seefahrt fördern in ihrem Heftchen. Wer weiss weiter? Thank you (in your Sentinel)
Diese Postkarte habe ich heute von Robert geschenkt bekommen. Ein schönes Stück. Adressiert ist sie an eine Familie Bommer in Zürich, geschrieben wurde sie am 19.7.66, abgestempelt einen Tag später in Bournemouth. Hier der Text des Kartengrusses:
Meine Lieben! Wir werden am Sonntag morgen in Zürich ankommen. Wir wissen leider noch nicht um welche Zeit und an welchem Bahnhof. Herr Berger wird Euch aufleuten. Es ist wunderschön hier im Hotel, doch leider regnet es jeden Tag. Zirli geht aber doch schwimmen! Viele liebe Grüsse und Küsse, Marianna, Uriella u. Alzira
Spekulationen rund um den zweiten der drei Frauennamen lassen wir mal beiseite. Erwähnen dafür aber, dass am 19.7.66 die WM noch in vollem Gange war. Und die Schweiz noch mit von der Partie! Am 19.7. selber verlor sie in Sheffield gegen Argentinien mit 0:2. Doch wen interessierts? Hauptsache, es regnet. Wer also heute mit Parolen wie “Scheiss WM” oder “Nein zum modernen Fussball” kommt: Marianna, Uriella und Alzira haben sich schon gekonnt verweigert, da waren wir noch gar nicht auf der Welt.
Da lupft es dem Herrn Bosingwa bei der FA-Cupfeier doch glatt den Pokaldeckel vor lauter Zuneigung durch den Herrn Drogba:
Dass sich Fussballer wie Herr Djorkaeff im Showbizz versuchen, ist kein neues Phänomen. Dass sie es aber wie die Herren “Glenn & Chris” in die Charts schaffen, bleibt eine Seltenheit. Sehen Sie hier den ehemaligen Nationaltrainer Englands und religiös-geistheilerisch verwirrten Glenn Hoddle zusammen mit dem Ex-Marseillais und WM-Penaltyverschiesser Chris Waddle in “Top of the Pops”. Wie sagt doch so schön der Kommentator am Ende über “Diamond Lights”: “Not a bad song. Not a good song either.”
Wenn eine Sache nicht so ist, wie man sie gerne hätte, dann ist es am einfachsten eine Person dafür verantwortlich zu machen. So ist Pascal Choupin verantwortlich für alles, was im schweizerischen Gesundheitssystem nicht rund läuft. Peer Steinbrück ist schuld, dass das Schweizer Bankgeheimnis nicht mehr so geheim ist. Wer trägt aber die Schuld, dass es im Fussball (zumindet in England) nicht mehr so ist wie früher? Nein, nicht er, sondern Platz 4 in der TimesOnline-Liste «The 50 worst famous football fans».