Just remember the pitch in december
Monday, June 7th, 2010Endlich ein WM-Song zum Hören. Mit einer Refrainzeile, wie sie nur wenige hinkriegen. Thank you very much, Mr Smith.
Endlich ein WM-Song zum Hören. Mit einer Refrainzeile, wie sie nur wenige hinkriegen. Thank you very much, Mr Smith.
Es geht schnell im Fussball, einigen gar zu schnell. Da kann man immer mal etwas verpassen. Dumm nur, wenn das dem Kommentatoren passiert, wie geschehen am Ostersamstag in England.
Am 15. April 1961 empfing England seinen Rivalen Schottland im Wembley und schickte ihn mit sagenhaften 9 zu 3 Toren wieder nach Hause in den Norden der Insel. Im Tor der Schotten stand damals Celtic-Hüter Frank Haffey. Irgendwann nach diesem denkwürdigen Spiel, in dessen Anschluss sich übergeschnappte Engländer und traumatisierte Schotten ordentlich die Meinung gesagt hatten, emigrierte Haffey nach Australien. Rund 40 Jahre später, um die Jahrtausendwende, traf er dort auf Denis Law, der 1961 an der Seite Haffeys gespielt hatte. Er komme bald wieder mal nach Schottland zurück, sagte Haffey zu Law. “Tu es nicht”, antwortete dieser, “es ist noch zu früh.”
Ob dies eine Anekdote ist oder bloss ein Witz, weiss ich nicht. Aber erzählt hat es Peter Shilton, und der hat es womöglich von Gordon Brown. Aber lesen Sie selbst, hier.
Es braucht keine grenzenlos fundierten Kenntnisse der Premier League, um das hier unterhaltsam zu finden:
Frohes Fest und bis bald, unter dieser Adresse.
Extrem hoher Frauenanteil gestern. Gutes Unterhaltungskino. Die Geschichte selbst für Loach-Verhältnisse manchmal etwas platt. Die ganzen Fussballsachen dafür nie peinlich. Und die Originaleinspielung von Cantonas erstem Spiel nach der Sperre könnte ich mir glaubs ca. 345 x anschauen, ohne emotional abzustumpfen. Wer übrigens den einen Stiefsohn des Pöstlers in seiner ersten grossen Rolle sehen möchte, leihe sich doch “Shameless” aus. Praktisch ohne Fussball, aber grandios. Eignet sich für die Festtage, jeden Abend eine Folge. Damit nicht zu viel Gemütlichkeit aufkommt.
Am Samstag habe ich mir ein Fussballbuch gekauft, das glücklich macht: MATCH DAY von Bob Stanley und Paul Kelly versammelt Titelblätter von englischen Matchprogrammen von 1945 bis etwa 1991, und zwar von sämtlichen englischen Profivereinen. Auf über 200 Seiten über 450 Abbildungen. Ein nostalgisches Sehvergnügen sondergleichen. Darauf aufmerksam gemacht von der aufmerksamen NZZamSonntag, habe ich mir MATCH DAY hier bestellt und gekauft. Man kanns glaub aber auch direkt beziehen. Und: Ja, es kostet ein bisschen was, etwa so viel wie eine Busse für Schwarzfahren. Nur dass man sich nachher nicht ärgert, sondern sehr sehr freut.
Das möchte jetzt auch der neue SFV-Präsident Peter Gilliéron: dass die Polizei rein geht in die Schweizer Stadien. Weil die Sicherheitsdienste allein der Lage nicht Herr werden. Der BLICK schreibt dazu online ein Textlein, und um die Sache auch artgerecht zu präsentieren, liefert er Bilder. Und ein Video. Aus Rom. Roma-ManUnited, CL, April 2007. Sollte vermutlich Gilliéron in seinem Vorhaben bestärken, lautet doch die Bildlegende: “Solche Bilder sollten bald der Vergangenheit angehören.” Das ist aber doppelt komisch: Erstens wären Polizisten im Stadion ja dann unsere Zukunft und nicht die Vergangenheit. Und zweitens sorgte die (italienische) Polizei genau in diesem Spiel statt für Ruhe für erhebliche Unruhe. So erheblich, dass sich Manchester United zu einer Protestnote veranlasst sah, die Uefa eine Untersuchung einleitete, sich das britische Home Office zu Wort meldete und Francesco Totti sich öffentlich bei einer United-Anhängerin entschuldigte, die erwiesenermassen völlig grundlos zusammengeknüppelt wurde. Es muss halt schnell gehen online, vor allem auch beim Blick. Klar. Trotzdem: Wenn es das ist, was sich der neue Fussballpräsident wünscht, dann herzlichen Glückwunsch.
Um die Ostnostalgie etwas zu brechen hier ein Beispiel guter Insulanerfussballgrafik, aus einem Matchprogramm von Crewe Alexandra vom 16.12.94 (gegen York City). Wüsste ich doch nur, was ein Sentinel ist. Man wird aufgefordert, die Geschicke von Alex (Kosename von Crewe Alexandra) in einem Sentinel zu verfolgen. Was könnte das sein? Ein Kleidungsstück? Wikipedia hilft nicht weiter, da kommt für Sentinel alles in Frage, von U-Boot über Satellit, Computerspiel und Zeppelin bis hin zum Aufklärungsflugzeug. Aber die können ja nicht ernsthaft gewollt haben damals, dass ich mir die Crewe-Spiele aus einem U-Boot anschaue. Von einem Zeppelin runter schon eher, aber man stelle sich mal vor, jeder Käufer und jede Käuferin eines Matchprogramms hätte diesen Wunsch beherzigt und wäre dann mit dem eigenen Zeppelin über dem Stadion aufgekreuzt. Grosses Puff im Luftraum! Zudem ist Crewe ein traditioneller Eisenbahnerverein. Die wollen doch nicht wirklich Luft- und Seefahrt fördern in ihrem Heftchen. Wer weiss weiter? Thank you (in your Sentinel)
Diese Postkarte habe ich heute von Robert geschenkt bekommen. Ein schönes Stück. Adressiert ist sie an eine Familie Bommer in Zürich, geschrieben wurde sie am 19.7.66, abgestempelt einen Tag später in Bournemouth. Hier der Text des Kartengrusses:
Meine Lieben! Wir werden am Sonntag morgen in Zürich ankommen. Wir wissen leider noch nicht um welche Zeit und an welchem Bahnhof. Herr Berger wird Euch aufleuten. Es ist wunderschön hier im Hotel, doch leider regnet es jeden Tag. Zirli geht aber doch schwimmen! Viele liebe Grüsse und Küsse, Marianna, Uriella u. Alzira
Spekulationen rund um den zweiten der drei Frauennamen lassen wir mal beiseite. Erwähnen dafür aber, dass am 19.7.66 die WM noch in vollem Gange war. Und die Schweiz noch mit von der Partie! Am 19.7. selber verlor sie in Sheffield gegen Argentinien mit 0:2. Doch wen interessierts? Hauptsache, es regnet. Wer also heute mit Parolen wie “Scheiss WM” oder “Nein zum modernen Fussball” kommt: Marianna, Uriella und Alzira haben sich schon gekonnt verweigert, da waren wir noch gar nicht auf der Welt.
Da lupft es dem Herrn Bosingwa bei der FA-Cupfeier doch glatt den Pokaldeckel vor lauter Zuneigung durch den Herrn Drogba: