Archive for the ‘England’ Category

Heimsieg mit Koteletten

Tuesday, December 13th, 2011

Wer das 2:1 von Chelsea über Manchester City verpasst hat, kann es hier mit 39-jähriger Verspätung nachschauen. Ein grosses, grosses Vergnügen:

Robson vs. Odermatt

Wednesday, December 7th, 2011

Heute Abend repräsentiert der FCB die Schweiz. Darum drückt sie dem FCB die Daumen. Hat Heliane Canepa gesagt, gestern früh auf DRS4, als sie mit Thomas Held über Gott, die Welt, Politik und Sport plauderte. Bis heute repräsentiert die Single “Karli no ne Goal” den FCB in der Welt des Vinyls: “Druggt scho ab, s’isch passiert, d’Balle isch im Kaschte!” Das Lied von Peter Felix gehört seit den 70er Jahren zum Kulturgut der FCB-Fans, davon wurde ich neulich vor Ort auf eindrückliche Weise überzeugt. “Oh, wie tuet das wohl”, so eine Refrainzeile singt der Mensch aber auch einfach gerne.

Zum heutigen Knüller, oder soll ich sagen: Schlager? Oder, nach bislang drei CL-Begegnungen auch legitim: Klassiker? Oder grossartige Affiche? Jahrhundertspiel? Zur heutigen letzten Begegnung in der Gruppenphase tritt ”Karli no ne Goal” gegen eine Single des “Official Manchester United Fan Club” an, dem ich nicht angehöre, die ich mir aber immer wieder gerne anhöre. Bryan Robson ist da gerade Captain geworden und erklärt noch einmal, warum er West Brom in Richtung Manchester verlassen hat: “Because I felt I had more opportunities with Manchester United of playing at Wembley.” Leider sagt er nicht “… at Saint Jacob”. Aber vielleicht gibt es davon auch eine Single, vom Unofficial Manchester United Fan Club. Ich suche sie. Im Heuhaufen der ungefähr 37 Manchester-United-Vinylsingles auf dem 2nd-hand-Markt.

Spielt man nun diese beiden Platten gegeneinander aus, heisst es unentschieden. Das eine ist zwar ein schönes Lied, aber Karli selbst fehlt. Er habe damals nicht einmal gewusst, dass so eine Platte erscheint, heisst es. Und sei darob leicht empört gewesen. Gut, dass er selber mitgesungen hätte bei ”Karli no ne Goal”, wäre allerdings etwas läppisch gewesen, aber auf der B-Seite, so als Intro zu “Na na na na, hey hey FCB” hätten sich ein paar Grussworte gut gemacht. Auf der Manchesterplatte fehlt die Musik, dafür hat man Bryan Robsons abgelöschte Originalstimme und Frank Stapletons totale Gleichgültigkeit Mikrofonen gegenüber. Eins zu eins also, vinyltechnisch. Aber wir haben ja noch Frau Canepa, das Zünglein an der Waage.

“Blick” einmal mehr auf der Höhe der Zeit

Friday, November 11th, 2011

Wir erinnern uns kurz: Lazio, Klose mit uns, SS. Und dem “Blick” fällt nichts auf. Gestern nun liegt auf dem S-Bahn Sitz die Abendausgabe des Blattes. Auf Seite 12 ein Textchen zum Protest zweier Engländer “auf dem Fifa-Dach”. Die beiden halten ein grosses Plakat in den Händen, auf dem sie sich in dicken Lettern als Vertreter der “English defence League” zu erkennen geben. Das hat beim “Blick am Abend” aber niemanden gestört. Geschweige denn interessiert. Und auch den Polizeisprecher wollte man nicht darauf ansprechen. Lieber investiert man weiter in den “Petarden-Trottel” und seine Eltern.

Nachtrag 11.04 Uhr: Es ist trotz allem keine gute Idee, nun zu Mitteln zu greifen wie diesem hier, wer immer auch hinter der Aktion steckt. Mehr Fairness und Ausgewogenheit erreicht man kaum, indem man anonym an der Schraube dreht.

Zwei Füsschen

Friday, April 1st, 2011

Ist nicht so einfach, sich zu entscheiden, wenn man sich auferlegt, maximal circa ein Filmchen pro Woche raufzuladen. Über die Klinge springen und sich mit einem Link begnügen muss sich Herr Zidane, der auch im Alter noch gut imstande ist, Jüngere zu kränken. Aber er entschuldigt sich wenigstens artig hinterher. Filmchen der Woche gehört einem alten Bekannten, der hier auch schon zu Ehren kam, vor dem nun aber in spezieller Vertonung erneut in die Knie gegangen wird: Matthew Le Tissier. Die Hühnerhaut wächst sich bei mir geradezu zu Pocken aus in den 13 Sekunden zwischen Minute 2:27 und 2:40. Zuerst dieses Tor, das bei all diesen Toren doch noch einmal heraussticht, dann das Vernaschen der halben Liverpooler Abwehr, das an sich schon gross ist, noch grösser aber wird durch die zahlreichen applaudierenden Händepaare auf dem Kop. Wie schrieb Bill Shankly im Geleitwort zur LP “The Kop Choir”: “But if a team comes and plays well, they will be applauded almost as if they were the home team.”

A tiny ship of pirates . . .

Friday, March 18th, 2011

. . .  in a sea of commercialism. Es haben mittlerweile wohl schon die meisten genug gehört, gesehen und gelesen über den FC St. Pauli. Der 10-minütige Film, den uns der Guardian anbietet, ist dennoch nicht zu verachten. Es ist die englische Perspektive, der Blick eines seiner Vergangenheit beraubten Fussballfans, der am Millerntor etwas verloren Geglaubtes wiederfindet, was den Beitrag interessant macht. Zudem: Dass in Hamburg so viele englische Dialekte zu hören sind, ist geradezu entzückend erstaunlich.

Ab 18 (FSK)

Monday, March 7th, 2011

Wir alle kennen das: Es passiert etwas, wir hören davon, schreiben darüber, andere lesen es, erzählen es weiter, schreiben darüber, damit es wiederum andere sehen usw. Eine gewisse Verfälschung, meist in Form von Übertreibung, wird dabei in Kauf genommen. Was nun aber aus der Geschichte des Garderoben-Snipers Ashley Cole wurde, als sie dann endlich auch in Taiwan angekommen war, ist dann doch ein bisschen . . . Aber schauen Sie bitte selbst (und ohne Ihre Kinder):

Eine kleine B-Seite

Wednesday, February 2nd, 2011

Aus Übermut hier wieder einmal etwas fürs Ohr. Es ist eines meiner liebsten Fussballstücke: die B-Seite der Manchester-City-Single “Boys in Blue” von 1972, sie heisst: FUNKY CITY! Und das sind dann auch die einzigen zwei Wörter, die gesungen werden. Aber hören Sie selbst:

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Zeitloser Fanschmuck

Friday, January 14th, 2011

Im hier herrschenden chronischen Puff fielen mir heute diese selbstgebastelten englischen Fanartikel aus den 70er Jahren in die Hände, die Frau P. einmal im Trödelladen gefunden und mir dann geschenkt hat. In Desmond Morris’ Klassiker “Das Spiel” (Originaltitel “The Soccer Tribe”, kommt dem Inhalt definitiv näher als die Übersetzung) finden sich zahlreiche, wunderschöne Aufnahmen von britischen Fussballanhängern und v.a. auch -innen, die diese selbstgemachten Fussballorden tragen. Sie herzustellen ist nicht ganz einfach, es braucht dazu eine gewisse handarbeiterische Grundausbildung, sonst kommt da nichts raus dabei. Beim genauen Betrachten der Einzelstücke staune ich ob der Hingabe und Kreativität, die jedem Exemplar zugrunde liegt. Hier wurde geklebt, getackert, genäht, gestochen, geschnitten, gefaltet und gestempelt – sieben Techniken für eine Brosche. Es fällt mir nun sehr schwer, einen Vergleich zu heute zu unterdrücken, aber ich schaffs knapp.

Herr Leigh

Friday, January 14th, 2011

“On a scale from one to ten, how happy would you say you are?”

“One”

Crystal Palace, Derby County, Hull City: Diese Clubs spielen eine Rolle in Mike Leighs “Another Year”, wenn auch eine sehr untergeordnete. Der Film hat nämlich eigentlich gar nichts mit Fussball zu tun. Mit Alltag dafür aber viel. Und mit Alkohol. Er ist sehr zu empfehlen (der Film, nicht der Alkohol), wenn sein Genuss auch nicht leicht ist.

The Hatters matter

Wednesday, October 6th, 2010

Die NZZ am Dienstag, das heisst seit vielen Jahren eine glückselig machende Zeitungsseite: Der Fussball im Ausland. Reportagen wie die ganzseitige über Fussball in Tschetschenien vor ca. fünf Jahren sind sehr viel seltener geworden, der Dienstag aber hält nach wie vor, was er verspricht. Nämlich den etwas andern Blick auf das Geschehen in Europas Ligen.

Es ist dieser schönen Dienstagsseite auch nicht schlecht bekommen, dass vor wenigen Jahren der Musikjournalist Hanspeter Künzler das Kommentieren des Inselgeschehens übernommen hat. Seine Sicht ist nicht eng, seine Texte verströmen den unverkennbaren Hauch der Passion. So auch gestern, als die NZZ Künzler eine halbe Seite zur Verfügung stellte für eine Ode an einen englischen Fünftligisten: Luton Town. Allein das Bild des Stadions an der Kenilworth Road im Gegenlicht lässt leer schlucken. Ich war dort noch nie an einem Spiel. Hab nur einmal mit meinem Kumpel José Lassiran den Sivilla im Stadtzentrum am Mittag zwei lauwarme Bitter getrunken und dazu einen Tandoorischenkel gegessen. Die Feststellung eines von Künzler Zitierten, “Fussball ist alles, was wir hier noch haben”, kann ich seither auf alle Fälle nachvollziehen.

Über 6000 Zuschauer kommen im Schnitt zu Lutons Heimspielen. Die Stimmung, schreibt Künzler, “ist grandios”, obwohl der Platzklub drei Elfmeter verschiesst. Von Ausbeutung und Konkursen gezeichnet, sackten die Hatters (Luton war einst Hutmacher-Hochburg) von der Ersten runter in die Fünfte Liga und träumen seither von der Rückkehr. In die Vierte. Die Single “Hatters-Hatters” erschien 1974, nachdem Luton innert sechs Jahren drei Aufstiege geschafft hatte und endlich wieder in der höchsten Klasse spielte. Ich muss sie nicht einmal digitalisieren, sie ist hier zu hören (wobei die B-Seite “We are Luton Town you know” deutlich besser ist). Den Aufstieg haben sie offensichtlich ausgelassen gefeiert damals. Hoffen wir, dass sie ihren Manager bald wieder ins Ermüdungsbecken schmeissen können. Und dass sich Künzler noch öfters in die Keller des britischen Fussballs verirrt. Hats off!