February 8th, 2010 by admin
In einem recht schön gross bebilderten und aufgemachten Artikel schrieb die NZZamSonntag gestern von “Schnellverfahren gegen Hooligans” bzw. dass die jetzt flächendeckend eingeführt werden sollen. Wie vieles andere auch. Und dass bis Ende Februar mit den Vereinen und den Lokalbehörden alles geklärt sein sollte. Oder etwas in der Art. Ebenfalls soll bis dann vereinbart sein, dass als Option die Polizei ins Stadion kann, wenns wirklich hart auf hart kommt. Um das auch entsprechend zu bebildern, hat sich die Bildredaktion ein Föteli aus Basel ausgesucht, wo vier Leute drauf sind, die auch wirklich polizeimässig daherkommen. Und in der Legende steht dann auch: “Polizisten im Stadion sollen national konform sein. (Basel, 20. November 2009)” Gut, damals waren wohl tatsächlich Polizisten im Stadion, aber auf dem Bild da, also, ich müsste mich schon täuschen, aber schimmern da nicht die drei roten Protectas-Punkte hinter dem Schild hervor?
Dann hat es noch eine sogenannte Infobox unter dem Bild, die etwas zum Runden Tisch gegen Gewalt an Sportanlässen sagt. Nämlich zum Beispiel:
“Unter Federführung von Sportminister Ueli Maurer haben Vertreter von Verbänden, Bund, Kantonen, Städten und Fangruppierungen ein Konzept erarbeitet, um Ausschreitungen an Sportveranstaltungen zu verhindern.”
Nur ist es eben so, dass noch nie ein Fan, geschweige denn eine Fangruppierung, geschweige denn mehrere Fangruppierungen am Runden Tisch teilgenommen haben. Es ist, im Gegenteil, ein Markenzeichen des Runden Tisches, dass er ohne Fans auskommt. Teilgenommen hat ein Vertreter der Fanarbeit. Das war eigentlich überall zu lesen. Zum Beispiel auch in der offiziellen Medienmitteilung. Was denke ich jetzt als Leser der Infobox? Aha, da sitzen die Fans mit am Tisch. Da bestimmen die mit. Dann müssen die aber nachher nicht blöd kommen. Danke NZZamSonntag, danke Infobox.
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February 8th, 2010 by Blochin
GC-Fans haben es in der Tat nicht leicht dieser Tage. Das eigene Stadion gibt’s nur noch als Buch, die sportlichen Leistungen sind ebenso bescheiden wie der Zuschaueraufmarsch an Heimspielen, und die finanzielle Situation ist so prekär, dass man ohne grosses Nachfragen eckelhaften Betrügern auf den Leim kriecht.
Da mag es nicht verwundern, dass sich immer weniger Leute zu diesem Verein bekennen mögen. Prominente schon gar nicht, die gerade in dieser Situation doch als Vorbilder von immenser Bedeutung wären. Einmal mehr lernen wir: Früher war alles besser. Zeigt zumindest das Beispiel von David Bowie.
Es ist das Jahr 1969. Auch damals steht es um die Grasshoppers nicht gut. Der letzte Meistertitel ist 13 Jahre her, die laufende Saison schliesst GC auf dem erbärmlichen 9. Platz ab, drei Punkte vor einem Abstiegsplatz. Im Cup kommt das Aus gegen B-Ligist Chiasso. Und doch scheut sich der junge David Bowie nicht, im Video zu seinem Welthit “Space Oddity” seine Liebe zum Zürcher Verein offen zu zeigen.
And the stars look very different today (Hier der Link zum Video)

Tags: Bowie, GC
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February 6th, 2010 by admin
Match-Telegramme sind die Wundertüten der Sportberichterstattung. So ist heute zu lesen, dass sich der Bremer Claudio Pizarro für seinen Kopfball ein ganz besonderes Ziel ausgesucht hat: einen Pfosten. Einfach irgendeinen Pfosten. Irgendeinen Pfosten irgendwo auf der Welt. So viele Freiheiten – ist das nicht herrlich?
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February 5th, 2010 by admin
Die Maskulinierung des Kürzels GC in der NZZ ist ja bekannt, und wir haben uns alle daran gewöhnt, dass dem GC das Geld fehlt. Neu ist jetzt aber die Einführung der pluralisierten verkürzten Young Boys mit dem heutigen Tag, im Interview mit Hansruedi Hasler:
Sie stehen aber auch national im Wettbewerb. Aus welchen Gründen soll ein Junger statt zu den YB, zum FC Basel oder zum FCZ eben zum GC gehen?
Wie ernst sie es meinen bei der alten Dame, ist aber offen. Denn gleich nebenan, im Artikel zu den Berner Meisterchancen, ist YB einfach YB:
Schiesst Doumbia vor seinem Wegzug YB zum Titel?
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February 4th, 2010 by Rubi
Auf die Frage, was für sie typisch schweizerisch sei, antwortete die SVP Nationalrätin Natalie Rickli:
„Die Fussball-EM 2008. Ich bin Fussball-Fan und besass eine Saisonkarte von AC Milan. An der EM war die Stimmung unglaublich toll – und Bern orange vor lauter Holländer. Hakan Yakin spielte grossartig.“
Dazu fällt mir wieder der Text von Ivan Ergic ein, der schreibt, dass das Kennzeichen unserer Zeit eine unerträgliche Heuchelei sei. Ich bin mit dieser Aussage zwar nicht ganz einverstanden. Nach dem Lesen dieses Interviews verstehe ich aber viel besser, was er eigentlich gemeint hat.
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February 2nd, 2010 by admin
Leser Micki wartet mit einem Hinweis der detektivischen Art auf. Auf die Spuren gebracht durch einen NZZ-Kommentar, verfolgte er einen der Schweizer Wettskandal-Protagonisten bis hinter die Grenze zum Glarnerland nach Niederurnen, wo er schliesslich auf einen, wie er findet, “für einen Mischler im Wettskandal ziemlich lässigen Spitznamen” stiess.

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February 1st, 2010 by Zlaty Basant
Ich weiss jetzt nicht, was ich kaputter finden soll: Die “Brustvergrösserung mit Eigenfett” in PULS, beim Zappen während der Halbzeitpause von Aachen-Lautern, oder die Bestrafung von Togo durch den Afrikanischen Verband.
Tags: Eigenfett, Togo
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January 31st, 2010 by admin
Nicht ab elf abends. Sondern seit dem elften Lebensjahr. Das tut laut Tages-Anzeiger von gestern Samstag Emmanuel Petit, der im Tagi aber natürlich Emanuelle heisst, denn ein bisschen Sex muss sein. Petit also habe sich, nachdem er sich am Charity-Abend am WEF in Davos über die “Heuchelei” aufgeregt und geraunzt habe, die Banker sollten mal ihre Boni spenden, also nach all dem habe er sich zum Zigarettenautomaten begeben und sich ein Päckchen Marlboro gezogen. Und dabei dann also eben erklärt, er rauche, seit er elf sei, und habe das auch seine ganze Profikarriere über getan. Drum war der auch immer so bleich.
Den kleinen, intimen Beitrag im Tagi verdankt die Leserschaft übrigens einer Autorin des Mamablog, weshalb wir nun die Tage zählen, bis dort die Frage diskutiert wird: Ab wann soll mein Kind rauchen? Der Mamablog könnte sich dabei u.a. dort orientieren, wo das eingefügte Bild her stammt: von den österreichischen Sozialversicherungen, unter dem schönen Titel “Kinder lernen rauchen”.
Nachtrag am 3. Februar: Drei! Wir haben also gezählt: Genau drei Tage hat es gedauert, bis der Mamablog mit rauchenden Kindern kommt:

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January 29th, 2010 by admin
Hier wieder einmal ein Buchtipp: Am 8. Februar erscheint (nicht ganz in Echtzeit) “Feld-Wald-Wiese” von Daniel Ryser, ein dünnes Buch, das zu dicken Diskussionen Anlass geben wird und übrigens nichts mit Geografie, Forst- oder Landwirtschaft zu tun hat, sondern mit der Zürcher Hooliganszene. Und nein, es ist nicht so, wie Sie denken. Es ist NICHT in der Tradition englischer oder neuerdings auch deutscher Hooligan-Literatur (hust, hust, hust) gehalten, weil zwar von innen betrachtet, aber immer von aussen beschrieben wird. Davon konnte ich mich an der Lesung im Dezember überzeugen. Mit freundlicher Bestellempfehlung.
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January 29th, 2010 by admin
Leser Paul weist uns freundlicherweise auf einen Artikel im österreichischen Kurier hin, der die Doppelzüngigkeit von Sportkommentatoren in Pyro-Fragen behandelt. Wir haben das Thema an dieser Stelle auch schon angeschnitten, die Deutlichkeit dieses Artikels lohnt aber gewiss die Lektüre.
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