Verduften

January 26th, 2012 by admin

Die nächsten Tage wird es hier etwas ruhiger zu und her gehen. Wir fahren ans Ufer des Mexico River. Damit die Luft dufte bleibt, hier ein Bäumchen aus Prag. Atmen Sie tief durch.

KKJPD: “nicht repräsentativ mehrheitlich festzustellen”

January 25th, 2012 by admin

SF-online hat bei der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) nachgefragt, auf welchen Zahlen die – für die Verschärfung des Hooligan-Konkordats zentrale – Feststellung basiert, die Gewalt rund um Sportereignisse nehme zu. Die Antwort ist erstaunlich: Laut KKJPD-Generalsekretär Roger Schneeberger basiert sie auf einer “nicht repräsentativen Umfrage”, die “mehrheitlich die Einschätzung ergab, dass eine Zunahme der Gewalt festzustellen ist.”

Das ist schon fast wieder gut. Nicht repräsentativ mehrheitlich festzustellen. Was soll man da noch sagen?

Nachtrag 26.1.2012: Lead von BAZ-online zu den Vernehmlassungsantworten:

Der Bund will die Massnahmen gegen die Hooligan-Gewalt verschärfen. Aus dem Kanton Basel-Stadt sind kritische Stimmen zu vernehmen.

Weil das Hooligangesetz des Bundes in die kantonale (Polizei-) Hoheit eingegriffen hat und deshalb befristet war, hat die KKJPD es zu einem Konkordat umgewandelt. Dieses soll nun verschärft werden. Bei der BAZ ist das noch nicht angekommen, wie der Lead zeigt. Schade um den ansonsten guten Artikel.

 

SF bi de Hooligans

January 25th, 2012 by admin

Heute, 20.50, SF1: “Hooligans an die kurze Leine” in der Rundschau:

Im Kampf gegen die Gewalt in und um die Fussball-Stadien waren Polizei und kantonale Behörden lange auf den Goodwill der Klubs angewiesen. Jetzt wollen die kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren die Spielregeln umkehren: Neu sollen alle Spiele eine Bewilligung benötigen. Die Klubs bezahlen für die Schäden ihrer Fans. Sonst wird nicht angepfiffen. Erstmals zeigen die Behörden der Rundschau ihre Pläne, wie sie dem Hooligan-Problem Herr werden wollen.

Morgen Donnerstag, 20.05, SF1: “Narben der Gewalt“, Dok. Regisseur Alain Godet in 20minuten:

Das Erstaunliche ist, dass damals zwei Polizisten die ganze Muttenzerkurve im Griff hatten. Heute kommt man mit absurden Verboten. Aber das ist wie bei einem Kochtopf. Mit einem Deckel drauf steigt der Druck nur noch und dann explodiert das Ganze.

Die zu Ausgewogenheit verpflichtete öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt scheint ihren Auftrag ernst zu nehmen.

 

“Es ist bedauerlich, aber …”

January 24th, 2012 by admin

Es ist zwar bedauerlich, es so sagen zu müssen, aber wenn nun auch selbst ernannte Horte des Liberalismus zum heiteren Grundrechte-Kegeln aufrufen, fängt es an zu stinken. Aus dem gestrigen Kommentar der NZZ zur Verschärfung des Hooligan-Konkordats:

Dies ist zwar bedauerlich, aber leider unausweichlich. In der Vergangenheit sind alle freiwilligen Bemühungen gescheitert, die auf Eigenverantwortung der Fans, der Klubs und der Verbände gesetzt haben.

Woher weiss die Autorin, wer sich wann wie worum bemüht hat und mit welchem Resultat? Welche Studie lieg ihr vor, die das vollumfängliche Scheitern jedes Versuchs der Selbstkontrolle belegt? Auf welche empirischen Grundlagen stützt die NZZ ihren Angriff auf die Grundrechte?

Am besten, man bleibt immer schön gelassen. Die tägliche Ladung an Bruch, die sich über uns ergiesst im Zusammenhang mit der totalen Fussballgewalt, lässt keine andere Möglichkeit zu. Wenn sich nun aber auch noch die Falkenstrasse in solche Niederungen abseilt, fängt es an zu nerven:

Karin Keller-Sutter hat nicht umsonst den Swiss Award für ihre Verdienste bei der Bekämpfung des Hooliganismus in der Schweiz verliehen bekommen.

Wtf? Was habe ich für eine Zeitung abonniert? Die Glückspost für Kleinanleger?

Der Fussballverband will die Bewilligungspflicht nur bei Hochrisikospielen zulassen. Doch davon ist abzusehen. Bei welchem Spiel die Situation eskaliert, weiss niemand im Voraus. Eine Bewilligungspflicht ist nur sinnvoll, wenn sie für jedes Spiel in einer gemeinsamen interkantonalen Praxis angewandt wird.

Echt? Wirklich wahr? Und hat irgendjemand bei der NZZ die Sache mit der Bewilligungspflicht einmal zu Ende gedacht? Was macht man mit 1200 Fussballfans, die gerade am Bahnhof ankommen und dort erfahren, dass dem Spiel soeben die Bewilligung entzogen worden ist? Wer trägt die Verantwortung, wenn die Behörden die Bewilligung erteilt haben und trotzdem etwas passiert?

Selbst die «Pyros» waren, trotz ausdrücklichem Verbot, in den Stadien bis zum Derby zwischen den beiden Zürcher Fussballklubs von den Sportveranstaltern irgendwie geduldet.

Wo hat sie das denn gelesen? Wer hat wann was “irgendwie geduldet”? Woher stammen denn all die Stadionverbote wegen Feuerwerk, die zweijährigen, dreijährigen, und die daraus resultierenden Anzeigen wegen Verstosses gegen das Sprengstoffgesetz, die zwingend ausgesprochenen Rayonverbote und die Eintragungen in die Hooligandatenbank, weil das Zünden von Feuerwerk laut BWIS ja gewalttätiges Verhalten ist? Vom Samichlaus? Von Konrad Hummler, dem Banker Banquier, als Samichlaus verkleidet? Wie uninformiert darf man sein, um so einen grossen Quatsch zu erzählen?

Fertig lustig

heisst der Titel des Kommentars. Wie glatt! So schweizerisch! Was das uns wohl sagen will? Dass wir freien Eidgenossinnen und Eidgenossen, angeführt von Frau Keller-Sutter, es schaffen gegen diese Hooligans, wenn wir denn nur zusammenstehen? Was wird hier für ein Land beschworen, was für eine Gesellschaft?

Wer sich verantwortungsvoll verhält, braucht keine Zäune, Drehkreuze, Videokameras, Polizisten und Identitätskontrollen, um einen Match zu verfolgen.

Ja, und? Ist das der vom “Wer sich nichts zu Schulden kommen lässt, hat nichts zu befürchten?” Möchten Sie das sagen? Portiert die NZZ jetzt neben Ständerat Blocher auch den Überwachungsstaat?

Eine freiheitliche Gesellschaft funktioniert nur, wenn sich alle der Konsequenzen ihrer Handlungen bewusst sind.

Applaus! Geht eine Kopie an die Bank Wegelin?

And the wind cries: Tor!

January 22nd, 2012 by admin

Zweifellos, hier hats geblasen. Aber haben Sie schon einmal einen per Aussenrist direkt verwandelten Corner gesehen?

Mann der Runde?

January 20th, 2012 by peroni

“Ich bin nicht Top-Videospezialist”

January 20th, 2012 by admin

Heute Freitag berät das Schwyzer Strafgericht über das Urteil gegen zwei Polizisten der Luzerner Sondereinheit “Luchs”. Sie hatten im Juni 2005 in Arth zwei unschuldige junge Männer für einen gesuchten Schwerverbrecher gehalten und entsprechend behandelt.

Der umstrittene Einsatz wurde von der Polizei gefilmt. Doch: Genau die Sequenz, welche die von den Opfern beklagten und nun vor Gericht verhandelten polizeilichen Übergriffe zeigen würde, fehlt. Manipulation?

Die Aktion fällt in die Verantwortlichkeit des Luzerner Polizeikommandanten Beat Hensler. Auf das offensichtlich bearbeitete Videomaterial angesprochen, gab er damals der Schwyzer Staatsanwaltschaft zu Protokoll:

Bei der Visionierung ging ich nicht davon aus, dass es ein Beweismittel sein könnte.

Später ging er noch weiter und erklärte in 10vor10:

“Ich bin natürlich nicht Top-Videospezialist.”

Beat Hensler sagte im “Club” des Schweizer Fernsehens zu Fussball und Fans, es spiele keine Rolle, ob die Gewalt jetzt ein bisschen ab- oder zunehme. Hauptsache, sie existiere, und das sei schlimm genug. Bitzli mehr oder weniger, bitzli drin lassen oder raus schneiden, bitzli wahr oder falsch, who cares? Nur bei der Toleranz, da nimmt es Herr Hensler sehr genau: Die soll bei null liegen.

Neues vom Informanten aus Medellín

January 20th, 2012 by admin

Ich meine, 4 der 6 identifizieren zu können. Und Sie, geschätzte Leserinnen und Leser?

 

 

Direktflug Hamburg-Einsiedeln

January 19th, 2012 by admin

Aus einem Kommentar zu Mämä Sykoras Xamax-Steilpass:

Der Fussball hat leider durch die unzähligen Negativschlagzeilen ein mehr und mehr schlechtes Image bekommen. So musste man in der Altjahreswoche (!) neben der Schweizer Problemen Xamax, Sion und FIFA auch über Gewalt an Hallenturnieren in Deutschland und Spielabsprachen in Italien lesen. Es wenden sich leider immer mehr Leute (darunter auch Fans) vom Fussball ab und verweigern so zum Beispielen ihren lokalen Vereinen die Unterstützung auf dem Fussballplatz und an der Urne. So wurde Ende November ein “unumstrittener” Kunstrasenplatz für die Junioren des FC Einsiedeln knapp verworfen.

Pyro 1974

January 18th, 2012 by peroni

Was so alles auftaucht, wenn man alte Zeitungen durchstöbert, hier aus dem «Sport» vom 11. März 1974. Ist ein Fussball-Blog, ich weiss. Aber es ist ja Winter. Und «6793 zahlende Zuschauer!» ist für die 1. Liga jedenfalls nicht schlecht.