Der Goldzwerg

477_Hugo_Sanchez_kleinSehen Sie hier eine der erstaunlichsten Coverrückseiten in der Geschichte der Fussballschallplatten: Hugo Sanchez, “El Nino de Oro”, wie die Platte heisst. Falls Sie sie hören möchten: Sie ist seit gestern neu auf 45football.com zu finden. Aber Achtung: Der Nino traf die Tore besser als die Töne.

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Ringier-Berater erhält deutschen Kulturpreis

handOttmar Hitzfeld, Berater und Kolumnist bei Ringier, erhält den diesjährigen Walther-Bensemann-Preis der Akademie für Fussballkultur für sein Lebenswerk:

Ottmar Hitzfeld gilt als der Gentleman-Trainer schlechthin: immer korrekt, immer höflich zu seinem Umfeld.

Gut, das mit dem “immer”…  Aber lassen wir die fünf gerade sein und zählen für einmal den Mittelfinger nicht mit. Herzlichen Glückwunsch.

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Viele Grüsse von der Kritik

Seit dem 1. Oktober ist das Buch “Viele Grüsse aus dem Stadion” erhältlich, und ungefähr seit dann äussern sich auch Leute dazu. Jüngst gerade das Ostschweizer Radio toxic.fm:

“Viele Grüsse aus dem Stadion” mag zwar manchmal hochgestochen tönen, doch wenn man Pascal Claudes Texte, in denen sich Kultur, Fussball und Politik vermischen, liest, hat man danach eine sehr interessante Diskussionsgrundlage.

Andere stellen Vergleiche an mit der Chefin der “Vogue Paris” (Sonntagszeitung), mit der Champions-League (“weit weg davon”, Kulturmagazin Saiten) oder mit “Bärtschi & Burren” (Zum Runden Leder). Die versammelten Pressestimmen gibt es hier.

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“Keiner mehr, der sich gehen lässt”

Guten Morgen, Presseschau! Schon wieder erfreut uns die NZZ, diesmal mit einer ganzen Zeitungsseite über Hooligans. Das Thema: Jetzt haben wir da doch dieses Konkordat, seit  2010 (und vorher im BWIS seit 2007), und vor allem: verschärft seit 2012, und doch klöpft es immer wieder. Wie grad neulich, vor YB-FCB: siebzehn Festnahmen und vier verletzte Berner.

Eigentlich hatten die Verantwortlichen gehofft, solche Szenen mit dem verschärften Hooligan-Konkordat in den Griff zu bekommen,

schreibt die NZZ im Hinblick auf die morgige Sitzung der KKJPD. Die PolizeidirektorInnen wollen dabei diskutieren, ob es kantonsübergreifend einheitliche Anwendungen der Konkordatsbestimmungen braucht.

Der Artikel über die Ratlosigkeit der KKJPD angesichts der trotz Konkordatsverschärfung weiter vor sich hin grunzenden Fangewalt wird ergänzt mit einem Interview mit dem renommierten deutschen Fanforscher Gunter A. Pilz. Die erste Frage an Pilz lautet: “Herr Pilz, was bringt Fussballfans dazu, gewalttätig zu werden?” Und Pilz sagt: Weiterlesen…

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Mit Fussball und Fussfesseln fesselnd

Neulich hatte ich die Ehre, einen Abend in Berlin-Mitte mit Florian Ludwig zu bestreiten, Autor von “Mit Fussfesseln bin ich nicht so flott”. Ludwig erzählt aus seinem nicht unbedingt völlig linear verlaufenen Leben, und damit serviert er uns eine kleine Geschichte Berlins der letzten 20 Jahre.

Auf seinem Weg durch die Justizvollzugsanstalt Berlin-Moabit, durch besetzte Häuser und halbseidene Gegenden landet Ludwig auch irgendwann bei Tennis Borussia Berlin. b797Das Kapitel “Tennis ohne Schläger I” ist denn auch eines meiner liebsten im Buch, weil es alte Erinnerungen weckt: In einem Infoladen hält Ludwig plötzlich das Türkiyemspor-Fanzine “Victory” in den Händen – vor 15 Jahren geliebtes Tauschobjekt des “Knapp daneben” – und liest darin über TeBe und seine Fans. Und geht dann da erst mal hin, gegen Union. “Zum Ende des Spieles enterten die Berliner Einsatzbullen den Union-Block und prügelten sich einmal quer durch und wieder zurück”, liest man da, bis es am Ende des Kapitels, nach mehreren Insolvenzen und einer Handvoll Abstiegen heisst: “Die Spieltagsergebnisse verfolgte ich auf meinem kleinen Knastfernseher im Videotext mehr oder weniger regelmässig.”

Es ist eine feine Ironie, dass ein Buch mit Kapitelüberschriften wie “Na mein Junge” – Ludwigs Besuch bei seiner Oma im Altenheim mit Schnapsofferte frühmorgens – ausgerechnet bei “Trolsen” erschienen ist, einem doch eher als Spezialisten für Hauer-Literatur bekannten Verlag. Aber Qualität setzt sich eben überall durch. Oder um es mit den Worten des Autors zu sagen: “Da der Abwasch sich nicht von alleine macht, mache ich ihn.”

(Florian Ludwig: Mit Fussfesseln bin ich nicht so flott – Geschichten über Unterklassenfussball, Feierabendterrorismus und sonst so … Trolsen Verlag, Quickborn 2014.)

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Postkarte zum Wochenende: Viele Grüsse!

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Nur attraktive Fussballspiele (reloaded)

Kurz zu gestern noch: Im Herbst des gleichen Jahres (1972) veranstaltete der FC Zürich im Letzigrund eine interessante Umfrage, mit ebenso interessanten Antworten und einer grosszügigen Palette an Preisen.

Frage: Sind sie mit dem Komfort auf dem Letzigrund zufrieden?
89% Ja / 11% Nein.
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Nur attraktive Fussballspiele

zuschauerschwund 1972Die Zuschauerzahlen in der Schweizer Fussballliga sind rückläufig. Eine mögliche Erklärung dafür ist nun in einem Archiv eines nicht näher genannten, grösseren Schweizer Fussballvereins aufgetaucht, verfasst von einem nicht näher genannten ehemaligen Präsidenten dieses Vereins als Reaktion auf den Zuschauerschwund von 1972.

Die Abschrift liest in etwa wie folgt:

Zuschauerschwund hängt sehr stark im Zusammenhang der Neugestaltung des Familienbilds und Familienplanung

Im Hinblick dass die Frau im Berufsleben immer mehr integriert wird, gibt der Familienplanung neue Aspekte.

Die Frau wünscht, dass das Familienleben sinnvoller gestaltet wird. Sie ist als gleichberechtigter Partner heute in der Lage, weitgehend zu bestimmen wo das Wochenende verbracht wird.

Das führt dazu, dass der Mann nicht wie noch vor Jahren eigenmächtig Sonntag für Sonntag auf den Fussballplatz geht, und sie mit den Kindern zu Hause lässt, sondern dass im gegenseitigen guten Einvernehmen die [...]

Dadurch: Nur attraktive Fussballspiele. geht der Mann weg [...]

Die Frau ist im allgemeinen nicht so Fussball begeistert, spez. wenn Kinder vorhanden.”

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Hooligans gegen Salafisten (mit dünnem Schweizbezug)

Es war zu erwarten: Nachdem die Meldung einige Tage durch deutsche Blätter kursiert ist, bringt sie heute der “Blick“: In Deutschland machen (rechte) Hooligans mobil gegen Salafisten und IS-Sympathisanten.

Wie die Frankfurter Rundschau berichtete, zogen am 11. Oktober immerhin 50 (!) Leute aus der Hooliganszene durch die Strassen, um die Salafisten “zu jagen und dorthin zurückzuschicken, wo sie hingehören”. Unter den Teilnehmern seien Leute von “Dynamo Dresden, dem FC Basel oder dem Regionalligisten Waldhof Mannheim” zu erkennen gewesen. Wie viele Basler das waren und woran sie zu erkennen waren, ist nicht zu erfahren. Es kann auch nur einer gewesen sein, kenntlich gemacht durch einen Schal oder eine Mütze. Der “Blick” macht nun daraus aber den Untertitel “Auch Basel-Fans mischen in Deutschland mit”.

Was kommt da beim Publikum an? Es sind mehrere. Sie sind vermutlich organisiert. Man kennt ja “die Basel-Fans” (vor allem auch aus dem “Blick”). Jetzt machen “sie” schon gemeinsame Sache mit rechtsradikalen deutschen Hooligans. Der nächste Schritt wird sein: FCB-Präsident Heusler muss sich rechtfertigen, weshalb “seine” Leute über die Grenze auf Muslimenjagd gehen. Und Käser Hans-Jürg wird sagen: “Ich habe es immer gesagt.”

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Dringend gesucht: Die “Fan-Lobbys”

Gut, wenn man den Käser Hans-Jürg reden lässt, kommt es meistens schief heraus. Vollends grenzwertig wird es aber, wenn man seinen Quatsch noch fragend befeuert. Wie das geht, zeigt heute die NZZ:

Die Fan-Lobbys machen Druck, die Politik knickt ein. Müssten nicht Klubs und Liga in die Pflicht genommen werden?

Die Fan-Lobbys – hat die schon mal jemand gesehen? Sind die schon mal jemandem über den Weg gelaufen? Kennt jemand eine Stiftung “Avenir tifo”? Oder einen “Verband Schweizer Fankurven”? Gibt es eine parlamentarische Gruppe “Pyrotechnik legalisieren”, ein Hilfswerk “Terre des Ultras”?

Vielleicht dachte die NZZ an FACH, den Dachverband der Fanarbeit in der Schweiz. Könnte man als Lobby-Organisation durchgehen lassen. Nur: ihr Einfluss? Eher gross oder eher klein? Eher Meinungsmacher oder eher seit Jahren Rufer in der Wüste? Aber es heisst ja nicht: Lobby. Sondern: Lobbys. Also mehrere! Es wimmelt davon. They are everywhere!  Sicher hat die NZZ eine geheime Liste. Caramba!

Beim Hofieren des Herrn Käser geht es aber nicht nur um Fans. Auch um Sprache. “Negerbubli”, sagt der Herr Käser ja gern, wenn er über die horrende Attraktivität des Asyllandes Schweiz klagt, deren Ruf bis in den hintersten Busch reicht. Darauf wird er angesprochen, der Herr Käser. Und er sagt:

Das war ein Ausdruck, der politisch nicht korrekt ist. Die Formulierung war ein Fehler, das gebe ich selbstverständlich zu. Ich kann Ihnen aber versichern, dass das Publikum an jener Führung durch ein Asylzentrum verstanden hat, wie das gemeint war.

Politisch nicht korrekt! Für Gutmenschen halt ein bisschen störend. Aber in der Sache absolut richtig! Und die NZZ? Zur nächsten Frage:

Das Asylwesen betrifft auch die Kantonale Justiz- und Polizeidirektorenkonferenz. Wie schätzen Sie die Lage ein?

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