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Aufgenommen vom Ehepaar Meier in Otterndorf an der Nordsee

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Fussball im Buch: “Kapital”

Eine Strasse in London, deren Reihenhäuser gegen Ende des 19. Jahrhunderts erstellt wurden und im Zuge des Booms des Finanzplatzes London rund hundert Jahre später eine dramatische Wertsteigerung erfahren: Das ist Ausgangsbasis für John Lanchasters raffiniert konstruierten Roman “Kapital”.

Bewohnt wird die Strasse von einer illustren Mischung aus Neureichen und Alteingesessenen, Kleinunternehmern und Bankern, Witwen und: einem jungen Fussballstar aus dem Senegal. Er heisst Freddy Kamo und ist in seiner vermeintlichen Ungelenkigkeit wohl am ehesten Nwankwo Kanu nachempfunden:

Beim Aufwärmen hatte er noch keine Probleme, aber als er aus dem Tunnel trat und vor dem Anstoss zu seinem Platz auf der Bank lief, fühlte sich alles vollkommen anders an. Die Hochspannung, die dort draussen herrschte, und der irrsinnige Krach – darauf konnte man einen Spieler unmöglich vorbereiten.

Die Geschichten der Bewohner dieser Strasse verweben sich über die fast 700 Seiten allmählich, es geht um die unterschiedlichen Formen von Migration, um Kunst (mit kapital“Smitty” als genialer Banksy-Persiflage), Terrorismus und um das Londoner Bankenwesen. Dem naiven Freddy Kamo wird in seinem ersten Spiel, das er von Beginn an bestreitet, das Knie zertrümmert, und was wir in der Folge über das Versicherungswesen im Zusammenhang mit invaliden Profifussballern erfahren, ist ganz offensichtlich ausgezeichnet recherchiert. Das gilt auch für die übrigen Schicksale in “Kapital”, doch befinden wir uns hier ja in einem Fussballblog. “Bewegend und sehr komisch”, schreibt der “Observer” über Lanchesters Werk, und es lässt sich anfügen: “Dazu auch noch gut!”

(John Lanchester: Kapital. Klett-Cotta, Stuttgart 2012)

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Postkarte zum Donnerstag

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Veranstaltungstipp

stan_flyer01Foto(12)Morgen Donnerstag, 11. September, wird das Buch “Stan the Hooligan” getauft. Als pyromanische Kunstfigur geistert Stan seit mittlerweile 10 Jahren durch FCZ-Fanzines (und durchs Internet). Sein unverkrampfter Umgang mit all dem, was im Stadion verboten ist, sein bisweilen anarchistischer Witz und nicht zuletzt der feine Strich, mit dem ihn sein Zeichner Christophe Badoux versieht, macht den “hooligansten Fan des FC Zürich” auch über die Stadtgrenzen hinaus lesenswert.

Die Vernissage beginnt um 18 Uhr im frisch begezogenen FCZ-Museum am neuen Standort Werdstrasse 21, 8004 Zürich. Es gibt Turbinenbräu à discrécion und Christophe Badoux und Marcel Gamma signieren ihr Werk.

[Der Anlass wird übrigens mit verschiedenen Flyern beworben - denken Sie sich die Gründe dazu selber aus und finden Sie die vier Unterschiede.]

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Mein Gott, Vladimir!

Während man im Westen halblaut darüber nachdenkt, die Fussball-WM in Russland zu boykottieren, gaukelt Präsident Vladimir Putin seinen Bürgern vor, alles sei in Ordnung. Mitte letzter Woche eröffnete er das neue Stadion von Spartak Moskau – eine von 12 Arenen der Endrunde 2018. Am Freitag dann wurde dort erstmals Fussball gespielt. Das Match zwischen Spartak Moskau und Roter Stern Belgrad schaffte es in kaum eine westliche Zeitung. Dabei war die Inszenierung ein Lehrstück darüber, dass Fussball manchmal die Fortsetzung der geistigen Mobilmachung mit andern Mitteln ist.

Eingeladen hatte Spartak Moskau (Trainer: Yakin der Ältere), ein Klub aus der kommunistischen Gründerzeit, der die Spartakiade in seinem Namen trägt: eine sowjetische Sportveranstaltung für den sozialistischen Fortschritt. Der Gast war Roter Stern aus Belgrad, ein Verein ebenfalls aus kommunistischer Gründerzeit, der die „Brüderlichkeit und Einheit“ der jugoslawischen Völker symbolisierte.

Mit sozialistischem Fortschritt respektive „Brüderlichkeit und Einheit“ haben die beiden Vereine heute gar nichts mehr zu tun. Die Namen und Klubembleme haben den Fall der Berliner Mauer nur überdauert, weil sie nicht mehr aus dem kollektiven Gedächtnis herauszulösen sind. Im Falle einer Namensänderung würde sich das Publikum erheben – nicht aber gegen die Machthaber in beiden Ländern.  Weiterlesen

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Das teuerste Spiel aller Zeiten?

Das günstigste Einzelticket im öffentlichen Verkauf für die Europa-League-Partie FCZ – Borussia Mönchengladbach kostet Sfr. 50.- (Quelle: fcz.ch). Gab es in diesem bzw. in den beiden Vorgänger-Wettbewerben Cupsieger-Cup und Uefa-Cup jemals ein Spiel auf Schweizer Boden (inkl. Cupsieger-Cup-Final Barcelona – Fortuna Düsseldorf 1979 in Basel), das teurer war? Statistikerinnen, Sportantiquare und Preisüberwacher bitte melden.

Nachtrag: Inzwischen in alten Ordnern gefunden, aber unsicher, ob das jeweils die günstigste Kategorie war.

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Länderspielpause

1928_01Vor Kurzem bin ich auf nebenstehende Notiz in der Publikation „Der Kämpfer“ vom 13. Oktober 1928 gestossen. Darin wird eindringlich davor gewarnt, dass sich beim bevorstehenden Fussball-Länderspiel Schweiz – Italien auf dem Zürcher Förrlibuck „faschistische Herrschaften“ und „Kreaturen Mussolinis“ zusammenrotten werden. Es wird zu handfestem Gegenprotest aufgerufen.

Auch für die Kantonspolizei Zürich galt das Match offenbar als Hochrisikospiel. In überlieferten Akten zum Spiel, die im Staatsarchiv lagern, steht: „Es werden Ausschreitungen vermutet. Um auf alle Fälle gerüstet zu sein, wird an diesem Tage auf 13 Uhr in Uniform mit reglement. Bewaffnung, graue Handschuhe ohne Rapportttasche in die Polizeikaserne aufgeboten.“ Insgesamt 65 Kantonspolizisten mussten dem Aufgebot Folge leisten, davon 8 in Zivil.

In einem minutiösen Rapport der Kantonspolizei vom 15.10.1928 wurde im Nachgang zum Spiel der Verlauf des dreitägigen Besuchs der italienischen Nationalmannschaft in Zürich geschildert: „Wie vorausgesehen werden konnte, fand sich im Bahnhof Zürich eine grosse Menschenmenge ein, darunter eine grosse Zahl Italiener, Fascisten und Fascistengegner. Mit dem Bahnhofsinspektorat war vereinbart worden, dass event. bei starken Ansammlungen der Zug nicht auf dem dritten Hallengleis wie üblich, sondern auf einem Seitengleis in den Bahnhof eingeführt werde. Die Überwachung der Volksmenge er gab, dass zeitweise antifascistische Lieder gesungen wurden und damit die Anwesenheit einer grösseren Zahl von Antifascisten und Kommunisten als erwiesen angesehen werden konnten.“

1928 war der Faschismus in Italien auf dem Höhepunkt angelangt. Viele Antifaschisten und Regimegegner mussten in den Jahren davor ins Exil fliehen, um Strafprozessen und Verbannungen in Zwangslager durch das Mussolini-Regime zu entkommen, nicht wenige davon kamen in die Schweiz. Der Partito Nationale Fascista war ab 1928 die einzige in Italien zugelassene Partei. Verständlich also, dass man die aufgeheizte Stimmung rund um das Länderspiel unter spezielle Beobachtung setzte.

Glücklicherweise blieb es in Zürich aber durchgehend friedlich und so endet der Polizeirapport versöhnlich: „Weder bei der Stadtpolizei noch bei uns sind irgendwelche Klagen oder Meldungen eingegangen über Belästigungen & dergl. Anlass zu polizeilichem Einschreiten bot sich während der ganzen drei Tage Anwesenheit der italienischen Fussballmannschaft nicht.“

Das Spiel fand übrigens im Rahmen der ersten Austragung des „Europapokals für Fussball-Nationalmannschaften“ statt, einem Vorläufer der heutigen Europameisterschaften. In einem 4-jährigen Zyklus traten die teilnehmenden Teams jeweils mit Hin- und Rückspiel gegeneinander an. Die Schweiz verlor alle 8 Begegnungen des Turniers 1927-1930 gegen Ungarn, Österreich, die Tschechoslowakei und Italien.

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Postkarte zum Montagabend

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Zum 1. September herzlichen Glückwunsch

Es ist sehr schwer, nicht wie “Zum Runden Leder” sein zu wollen.

Eine tiefe Verneigung zum Geburtstag.

ZRL

 

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Perspektiven

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