Totalitäres Farbkonzept

BaselbolognaLeser Thilo schick uns einen erschütternden Beitrag vom Rheinknie. Vom Amt für Städtebau und Architektur wurde per 1. Juni 2015 eine Weisung erlassen, die im Sinne des Öffentlichkeitsprinzips (sic!) Fan- und Gastgewerbe dazu verpflichtet, ihr Erscheinungsbild ausschliesslich in den Farben Rot und Blau zu halten.

Im vorliegenden Fall betrifft dies ein japanisches Restaurant, das sich mit dem Farbwechsel gezwungen sah, auch Speisekarte und Gastrokonzept von Grund auf zu erneuern. Die über dem Restaurant wohnhafte Pensionärin aus Florenz wiederum musste auf den ungeliebten Rivalen umsteigen, nachdem ihr die Behörden beim zweiten Besuch die Versiegelung ihres Balkons angedroht hatten.

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Tod einer Turnhalle

Menschen sterben manchmal still und leise. In der eigenen Wohnung. Oder im Spital. Und manchmal öffentlich. Etwa wenn sie aus dem Stadion getragen werden. Und die Umstehenden wissen nicht so recht, ob das Herz vor Freude oder vor Schmerz versagt hat.

Stadien und Turnhallen sterben immer öffentlich. Parlamentsentscheide oder Volksabstimmungen leiten den Tod ein. Später kommen die Zügelunternehmer. Und schliesslich die Bagger.

Die Turnhalle St. Leonhard in St.Gallen befindet sich im Sterben. Die Baumaschinen sind schon im Anmarsch. Wer die Halle noch sehen will, muss sich beeilen.

Sie war eine gute Turnhalle. Eine altmodische Halle. Mit Kletterstangen, Sprossenwand und offenen Heizungsrohren. Und weil die St.Galler sparsam sind, haben sie das Tor in grün gleich auf die Wand gemalt.

(Gastbeitrag von Bernhard Thöny, 1. Juli 2015)

turnhalle

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Felder (58)

Mit Blick auf das wohl lauschigste Feld seit langem sendet uns Leser Daniel freundliche Grüsse: Napoli San Lorenzo. Ist das eine Überwachungskamera, die da in der Bildmitte aus dem Baumstamm ragt?

Napoli_San_Lorenzo

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“Gol, gol de Chile”

Bevor es morgen losgeht mit dem ersten Halbfinal der Copa America 2015 und dem Versuch der Chilenen, nach 36 missglückten Versuchen doch endlich auch einmal etwas zu holen, sei an dieser Stelle erinnert, dass Chile als Gastgeber schon einmal eine sehr wichtige Rolle gespielt hat: 1962 nämlich erschien zur WM der erste offizielle Fifa-WM-Song, “El Rock del Mundial” von Los Ramblers. Schmissiger wurde es in all den Jahren danach nicht mehr. Gut, vielleicht 1998 noch. Sehen Sie also den offiziellen Videoclip aus einer Zeit, in der es Videoclips noch gar nicht gab, und sehen sie danach bitte sehr hier, um welch lebendige Tradition es sich bei diesem Song auch im Chile von heute noch handelt.

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Ascoli prima e poi

Nun hat es also stattgefunden, das Jahrestreffen der Stadionpostkartensammlerinnen und -sammler. Mit dem ICE nach Basel, mit dem 8er über die Grenze, und vom Bahnhof Weil in 15 Gehminuten zum örtlichen Stadion. Man geht auf diesem Weg durch den Ortsteil Gartenstadt. Und ja, man sieht Gärten. Gute Wohnlage. In einem der Gärten steht eine Fahnenstange. An der Fahnenstange hängt eine Reichskriegsfahne. Die Reichskriegsfahne flattert im Wind. Wussten Sie, dass Oskar Freysinger jetzt in Deutschland wohnt? Ich nicht.

Dann in zwei Stunden durch Abertausende von Postkarten, am Ende waren die Fingerkuppen voller Kerben. Zwischendurch schnell ein Rothauspils aus dem Zapfhahn der Stadionkneipe und eine Currywurst mit Semmel. So ist das Leben schön. Zuhause Auslegeordnung und Abgleich, unter anderem mit dem Standardwerk “Stadi d’Italia” von 2007. Und so weiss ich nun zu sagen: Sie sehen hier Ascolis Stadion nach dem Neubau von 1962 und nach der Erweiterung von 1975, zu der sich der Verein dank seines ersten Aufstiegs in die Serie A gezwungen sah.

Ascoli

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La Isla Bonita

guam_1Ob und unter welchen Umständen 2018 in Russland eine WM gespielt wird, sehen wir ja dann. Die Vorbereitungen darauf laufen auf jeden Fall schon auf Hochtouren. Vor allem auch noch viel weiter östlich: Dort wird in acht Fünfergruppen gerade die 2. Runde der WM-Quali ausgetragen. Wir widmen uns der Gruppe D.

Letzter dieser Gruppe ist Indien. Dann folgen Turkmenistan, Iran und Oman. Leader mit 6 Punkten aus 2 Spielen und einem Torverhältnis von 3:1 ist: Guam. Guam? Guam.

Guam ist eine US-Aussenstation im Pazifik und hat seit 1975 einen Fussballverband. Guam hat etwa 180’000 Einwohner, dazu eine stattliche Anzahl eingeschleppter Nattern, die nach ihrer Ankunft kurzerhand den ganzen Vogelbestand der Insel weggefressen wappen_guamhaben. Völlig zurecht erhielten die Nattern den wissenschaftlichen Namen boiga irregularis. Guam hat das ungefähr schönste Wappen der Welt. Und seit neuestem hat Guam auch einen Fussballplatz mit Kunstrasen. Sepp hat ihn eingeweiht.

Auf diesem Kunstrasen dürfen The Matao, wie Guams Männernationalelf sich nennt, nun die Heimspiele austragen, nachdem “Heimspiel” zuvor eine Flugreise von vielen hundert Kilometern bedeutet hat. Die Heimspiele zuhause nun haben es in sich, vor allem in diesem Juni 2015: Zuerst wird Turkmenistan geschlagen (1:0), und dann, vor zehn Tagen, auch noch Indien (2:1). Gut, Indien ist noch keine Fussballnation, hat aber dann doch rund siebentausendmal mehr Einwohner als Guam.

Jetzt hofft man natürlich auf der Insel. Zumal Gruppenfavorit Iran, am Tag von Guams Sieg über Indien, in Turkmenistan nicht über ein 1:1 hinausgekommen ist. Werden wir, pikant pikant, 2018 in Russland also vielleicht eine US-Militärbasis am Start sehen? “Insel für WM guamifiziert”, hiesse dann wohl der gelb-schwarze Kioskaushang.

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Prognostisch? (An-)alphabetisch? Frivol?

Leser Pat schickt uns die Vorsaisontabelle, wie sie der Grasshopper Club auf seiner Homepage zeigt. Interpretinnen und Interpreten an die Arbeit!

Hübsche Vorsaisontabelle_Screenshot vom 19.06.2015_www.gcz.ch

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“Indem man sich nicht für einen Nonkonformisten hält”

Am kommenden Montag wird er 83. Er hat dem Fussball viel gegeben. Ob er ihn zur Kunst erhoben hat, wie behauptet wird, lassen wir offen. Alles andere aber stimmt. Herzlichen Glückwunsch, Ror Wolf:

 

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Sou Sa Sing

Sousasing_11

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The basilian cut

Frisuren

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