Nachtzug reloaded

Er war ja in diesen Spalten schon mehrmals ein Thema, der Nachtzug. Dass es aber eine Schlafwagengesellschaft war, die am Ursprung der heutigen Champions League stand, das mussten uns schon erst einmal ein paar schlaue Österreicher beibringen. Jetzt am Kiosk!

Wenn sie mal verreisen, man
Fahr’n sie mit der Eisenbahn
Das geht los
Und sie haben die Hände frei
Für ‘ne kleine Tändelei
Wie famos

He, wir fahr’n mit dem Zug
He, Zugfahren ist klug

Fährt man durch Europa quer
Macht man die Mitropa leer
Das geht los
Mancher hat sein Bett da hier
Und es gibt Klosettpapier
Wie famos

He, wir fahr’n mit dem Zug
He, Zugfahren ist klug

(Veronika Fischer, 1977)

Posted in Musik, Österreich | Leave a comment

Poesie am Donnerstag

Ode an den Fussball in hundert Zeichen (frei nach E. Gomringer)

zico_konkret_1

Posted in Allgemein | 1 Comment

Betr. unvorteilhaft gezirkelte Autogramme

gross

Posted in Allgemein | Leave a comment

Arno und Paul

Fussballprofi wollen alle werden, nicht nur in den Städten, sondern auch weit hinten in den Dörfern im Schatten. Manchmal ist es ein Glück, wenn ein hoffnungsvolles Talent  den Durchbruch nicht schafft. – Dann kann er von seinen Träumen erzählen und darüber schreiben. -„Mund sutsu“ ist ein schönes Portrait über den Bündner Schriftsteller Arno Camenisch. Er stammt aus Tavanasa wie  sein grosses Idol Paul Friberg, der in den 1980er Jahren die Strafräume der Nationalliga A aufmischte mit seinem frechen und unbekümmerten Spiel.

tavanasaIm Film treffen sich die beiden nach Jahren wieder in Tavanasa und kicken ein bisschen auf dem Parkplatz vor dem Bahnhof. Paul bringt Arno ein schönes Geschenk mit (ab 03:00 ). Arno revanchiert sich mit Wörtern – einer Fussballreportage in rasantem rätoromanisch-deutschem Stakkato, die er seinem einstigen Idol Paul widmet (ab17:20). Solche inszenierten Begegnungen von Promis zwischen Buch und Ball können schrecklich peinlich sein; aber Paul und Arno sind anders: Man freut sich mit den beiden und denkt, doch die meinen das so herzlich, wie es aussieht.

Und wenn man wissen will, wo solche Charaktertypen heranwachsen, dann muss man einfach  die ganze „Verkehrte Welt“ schauen.

Posted in Bücher, Filme/DVD, Kultur, St. Gallen, Trikots | 1 Comment

Freitag Lesung

Nach längerer Pause: Freitag, 27. Februar, 20 Uhr, Lesung mit Musik im Bären in Münchenbuchsee. Es wird ein Lied zu München geben und Texte aus einem Buch, und wenns zum Znacht Härdöpfelstock gibt, dann vielleicht auch noch einen See.

Sehen Sie, so lustig könnte das werden. Also nichts wie hin! Wer ungern alleine reist, kann in einen dieser berüchtigten Fanzüge einsteigen.  Auch wenn in 9 Minuten Fahrt wahrscheinlich auch bei grösster Anstrengung keine 3 Millionen Sachschäden zu bewerkstelligen sind. Adieu.

Seeli

 

 

Posted in Bücher, Musik | Leave a comment

Verhältnismässig massiv

Warum er nach der Einkesselung und Registrierung von 800 Personen 84 Stunden gebraucht habe, um sich öffentlich zur Sache zu äussern, will der Tagi von Zürichs Polizeivorsteher Richard Wolff wissen. “Es dauerte so lange, weil ich mir ein genaueres Bild von den Ereignissen am Samstag verschaffen wollte”, erklärt er. Ob denn am Samstag wie schon 2013 zwischen Fans und Polizei verhandelt worden sei, um eine Eskalation zu vermeiden? Wolff: “Es gab Kontakte, wie diese verlaufen sind, weiss ich nicht.” So also sieht “ein genaueres Bild” aus.

Der Grund für die Einkesselung des FCZ-Fanmarsches vor dem Derby war laut Polizei ein “massiver Einsatz” von Böllern und Pyrotechnik und dadurch eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. Wann ist etwas massiv? Wer zieht hier die Grenze? Wann ist etwas gefährlich genug, um eine stundenlange Einkesselung und hundertfache Fichierung zu rechtfertigen? Vor zehn Tagen sendete SRF2 einen interessanten Beitrag zum Verfassungsgrundsatz der Verhältnismässigkeit. Es wird darauf hingewiesen, dass bei der situativen Festlegung eines wie auch immer definierten “gesunden Masses” der Polizei sehr viel Macht zugestanden wird. In Zürich ist dieses Phänomen als Slogan bekannt. Er heisst “Erlaubt ist, was nicht stört”.

Sportjournalisten schiessen seltsam scharf. Aus der chauvinistischsten Spalte der Schweizer Presselandschaft, dem Kommentar des Blick-Sportchefs, schreit laut ein Plädoyer gegen Antisemitismus. In den selben Zeilen werden an normalen Tagen Doppelbürger als Verräter angeprangert und Schwerverletzte als Idioten. Die NZZamSonntag vergleicht klagend die Invasion friedlich saufender Everton-Fans (Durchschnittsalter? Einkommensklasse?) mit dem hiesigen FCZ- und FCL-Gesindel. Ähnliches im Tagi: Rotterdamer in Rom, Kölner in Gladbach, Luzerner in St. Gallen, Zürcher im Kessel: alles dasselbe. Fehlgeleitet. Überflüssig. Und sicher keine echten Fans. – Als eine sportfremde Kollegin ihren Berufsstand neulich mit Seegurken verglich, reagierten die Sportjournalisten pikiert. Infame Pauschalisierung! Aber Hooligan, Ultra, Pyro, Antisemitismus, Chaotentum, Dauergesang? Alles dasselbe.

Wieso soll ich mich für Fussballfans einsetzen? Gibt es denn ein Menschenrecht auf Pyro? Das hat mir einmal eine Sozialdemokratin entgegnet. Zurecht. Nur: Wer sagt, er schreite ein wegen massivem Pyroeinsatz, und wer wie der Sozialdemokrat Mario Fehr behauptet, er setze in Sachen Pyro “einfach das Gesetz durch”, der soll es bitte immer tun. Auch im Letzigrund-Stadion, wo in den letzten 24 Monaten mehrmals weit massiver gezündelt wurde als am Samstag draussen auf der Strasse. Oder ist im Stadion, wo alle eng zusammen stehen, die Sicherheit weniger gefährdet? Darüber, Richard Wolff, würde ich mir gerne bald “ein genaueres Bild” machen.

Posted in Fans, FCZ, Medien, Politik, Polizei, Pyro | Leave a comment

NZZ: WM 2022 im Winter – und in Indien!

Laut NZZ wird 2022 nicht nur nicht im Sommer, sondern auch nicht im Wüstenstaat gespielt. Neuer Austragungsort: eine Kleinstadt im indischen Gliedstaat Jammu und Kashmir. Allerhand.

wm in katra

Posted in Medien | Leave a comment

Auf den Spuren von Reinhard Kopiez

Es kommt mir jetzt spontan neben Reinhard Kopiez kaum einer in den Sinn, der sich für Musik im Zusammenhang mit Fussball interessiert. Trotzdem hier der Verweis auf eine absolut fantastische Recherche-Arbeit des ZWÖLF-Teams: “Was unsere Kurven singen“.

Man kann dann grad auch noch das aktuelle Heft kaufen. Unter anderem natürlich deshalb.

Posted in Fans, Musik | Leave a comment

Johnny et Holiday

Der Blog macht Skiferien. Zur Überbrückung: ewige Werte. Mickey 3D mit “Johnny Rep”.  Wer Johnny Rep ohne Mickey 3D hören will: voilà. Und jetzt Holiday. Ohne Johnny. Allez les Verts.

Posted in Frankreich, Musik | Leave a comment

Obacht: Thun verbietet Gästen den Fangesang!

“Gemeinsam gegen Menschen, welche die Vorschriften nicht einhalten.”

Das ist einer der vier Grundkonsense, auf die sich der FC Thun und die Stadt Thun heute im Bemühen um “friedliche Fussballspiele” geeinigt haben. “Gemeinsam gegen Menschen”, das tönt ja schon einmal gut. Wer könnte da dagegen sein? Gegen Menschen sind wir doch alle.

Was aber aufhorchen lässt: Für friedliche Fussballspiele gehen der FC Thun und seine Stadt nun ganz neue Wege. So wird das Thuner Stadion weltweit das erste sein, in dem den Gästefans das Singen verboten wird:

Thun_Chor

 

Da fragt man sich natürlich: Welche Vorschriften wurden denn in der Vergangenheit durch Choreinlagen missachtet? Hatten die Gäste Mühe mit dem hohen C? Gab es zu viele Lieder in auswärtigen, also niederen Dialekten? Waren die Wechselgesänge rhythmisch ungenügend?

FC-Thun-Präsident Lüthi wurde in den letzten Tagen ja nicht müde zu betonen, dass es den FC Thun eventuell bald nicht mehr geben könnte. Die neuen Auflagen, unter die er nun seine Unterschrift gesetzt hat, werden da sicher helfen im Sinne einer Beschleunigung. Zu vermuten ist nämlich: Die Gäste werden in Thun weiterhin singen. Einfach nicht mehr drinnen.

PS: Eine Lockerung des bestehenden Alkoholverkaufsverbots im Gästesektor will man in Thun immerhin prüfen. Die Rückkehr der Schwenkfahne durch die Hintertür?

Posted in Fans, Thun | Leave a comment