“Gästefans als solche behandeln”

Leser Guy schickt uns einen Link zu den Antworten, die der 1. FC Köln auf Fragen des Nordrhein-Westfälischen Landtags geben musste. Wie Guy richtig anmerkt, beeindruckt die Differenziertheit und Sachlichkeit in den Antworten, aber auch in einem Teil Fragen (v.a. der Piraten). Und: Es kann nahezu alles Gesagte auf die Diskussion hierzulande übertragen werden:

Die Spiele der ersten und zweiten Bundesliga wurden 2011/2012 von ca. 18,5 Mio. Menschen besucht, darunter gibt es nun einmal Leute, die sich schlagen wollen und die auf Randale aus sind, zumal dann, wenn ihnen über die Medien signalisiert wird „im Fußball geht was“.

Oder auch:

Grundsätzlich sollten Gästefans als solche behandelt werden und in einem ersten Schritt nicht grundsätzlich als Sicherheitsrisiko/Störer gesehen werden. Es ist geschultes und freundliches Sicherheitspersonal an den Eingängen einzusetzen, eine Gästefanbetreuung durch den Heimverein einzurichten, es sind Ordner des Gastvereins einzusetzen, ggf. auch der Stadionsprecher des Gastvereins. Es wird transparent, verlässlich, kommunikativ, differenziert und konsequent gehandelt. Konflikt- und aggressionsfördernde (Reise-) Bedingungen sind minimiert. Polizei, Ordnungskräfte und Veranstaltungsleitung stehen in einem intensiven und offenen Dialog mit den Fans, dabei werden Wünsche und Anregungen der Fans konstruktiv aufgegriffen und geprüft.

Das ist ein anderes Niveau als jenes, auf dem zum Beispiel im Kanton Zürich über Fussballfans diskutiert wird. Während die Kantonalzürcher SP den Konkordatsbeitritt befürwortet, erklärt ihr Sicherheitsdirektor Mario Fehr vor den Medien, worum es ihm eigentlich geht: “der unerträglichen Machismo-Kultur” Einhalt zu gebieten. Noch ist nicht bekannt, ob die Zürcher Sozialdemokraten basierend auf dieser gesellschaftspolitischen Logik sich mittels Gesetzen bald auch Schützenvereine, Bankvorstände, die Rockmusikbranche oder die Landjugend vorknöpfen. Denkbar ist alles.

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