Breit auf der Breite

Am Abend, als Feldschlösschen die Erhöhung des Bierpreises um 20 Rappen pro Stange bekannt gab, spielte der FC Schaffhausen zuhause gegen St. Gallen. Das schreibe ich bewusst. Denn in ein bis zwei Jahren wird man sich die Frage stellen: Wo warst du, als Feldschlösschen den Bierpreis um 20 Rappen pro Stange erhöhte? Die einen werden sagen: zuhause. Andere: im Kino (Montag, billiger). Wieder andere: in der Beiz. Ich war auf der Breite, und hoffentlich weiss ich das auch noch, wenn mich mal einer fragt. Oder eine. 

Es gab Falken, logisch, aber es war zu kühl für zu viele davon. Es gab aber auch noch den Kaffee-Tresen. Und die Frau an der Thermoskante hatte ihren Winter noch nicht so recht eingeläutet. Wie ein guter Lutz zu machen ist, lag noch irgendwo im hintersten Winkel ihres Grosshirns verborgen. Sie zeigte Grösse und fragte: Wie möchten Sie ihn? Mit wenig Kaffeepulver? -ja- Mit zwei Zucker? -ja- Mit Pflümli? -ja- Wie viel? -jaaaaaaaaaaaaaaaa!

Vier Franken fünfzig kostete diese Zentralheizung in Pappbecherformat, ich gab fünfzig Rappen Trinkgeld. St. Gallen gewann 1:0. Auf dem Weg zum Bahnhof passierten uns die Fans. Einer meinte, wir seien Zivilpolizisten. So weit ist es schon. Das Alter nagt wie der Rost am Gerüst der Schaffhauser Stahlrohrtribüne. I like the Challenge League. Morgen kauf ich mir beim Dosenbach ein Paar neue Finken.

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1 Response to Breit auf der Breite

  1. Rasmus99 says:

    Ich wurde in Deutschland vor einem Buli-Spiel an einem Bahnhof als Zivi erkannt… Ja, gibts also auch dort…

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