Posts Tagged ‘Blick’

Dominator GC

Tuesday, May 26th, 2009

Die Schweiz feiert den neuen und verdienten Meister FCZ und immerhin in den Interviews wurde dann und wann ein Danggschen nach Niederhasli geschickt. 

Tiefer in der Schuld sah sich anscheinend der BLICK nach der 300 Millionen-Story, als er nach dem letzten Spieltag das «Team der Runde» zusammenstellte. Ein Bild für die Ewigkeit.

Blick auf den Elfmeterpunkt

Wednesday, March 25th, 2009

«Das darf es nie mehr geben!», titelte der BLICK nach der fehlerhaften Elfmeterentscheidung zugunsten von Basel im Cup gegen den FCZ. Und weil die Zürcher kurz darauf gegen YB gleich nochmals zwei höchst fragwürdige Elfmeter gegen sich verhängt bekamen, machte sich das Ringier-Blatt auf, um zumindest den Schützen eine Anleitung zum perfekten Penalty liefern zu können. Und stiess dabei auf Tim Cable von der John Moores Universität in Liverpool, der endlich herausgefunden hat, wie man einen unhaltbaren Elfmeter schiesst. Nämlich so: «Fünf bis sechs Schritte Anlauf, 20- bis 30-Grad-Winkel zum Ball. Der muss auf mindestens 104,5 km/h beschleunigt und je einen halben Meter unter der Latte und neben dem Pfosten platziert werden.»

Oder einfach gesagt: Dresch den Ball einfach mit vollem Karacho in den Winkel. Warum früher niemand darauf gekommen ist, ist wohl nicht nur mir schleierhaft. Früher hat man es viel komplizierter probiert.

Und weil uns der BLICK diese lange gesuchte Lösung gefunden hat, können wir auch mal ein Auge zudrücken, wenn er in seiner aufwändig gestalteten Online-Übersicht unserer Auslandprofis Mario Cantaluppis belgischen Verein VV St. Truiden kurzerhand in die holländische Liga eingliedert. Das ist nichts anderes als Vorausdenken: Früher oder später gibt’s dort ohnehin eine Benelux-Liga, die dann mit der Alpenliga, der Skandinavischen Liga und der Liga Iberia der Europaliga Konkurrenz machen kann.

“Blick”: Ultras gegen Constantin

Monday, November 17th, 2008

Das hat es so noch nie gegeben: Der “Blick” baut einen Artikel auf Unmutsäusserungen von Ultras (vom selben Blatt gern auch als “Hooligans”, “Chaoten”, “Krawallanten” oder dergleichen betitelt) auf und pflichtet ihnen zwischen den Zeilen gar noch bei. Der Anlass: Der Stimmungsboykott des Sittener Kop Nord beim Heimspiel gegen Vaduz aus Protest gegen die Irrungen des Präsidententrainers. Online-Lesende dürfen sich sogar das Flugblatt herunterladen, das die drei Gruppierungen Freaks, Ultras Sion und Red Side gemeinsam verfasst und verteilt haben. Weht da ein neuer Wind? Oder hat es mit “Blick”-Sportredaktoren zu tun, bei denen die eigene Fanvergangenheit ultramässig durchdrückt?

Antifaschistischer “Blick”

Friday, October 3rd, 2008

Es ist zwar schon ein paar Tage her, und dass sich neben Abbiati in der Serie A noch ein paar andere prominente Duce-Jünger tummeln, ist bekannt. Der Kommentar des “Blick”-Sportchefs verdient es aber, das Thema noch einmal aufzugreifen. Dass sich das Blatt, in den 80ern auflagenstark u.a. durch Tamilen-Hetze, heute klar antifaschistisch positioniert, und dazu noch im Sportteil, ist nicht selbstverständlich. Dass der neue Sportchef von der “Weltwoche” kommt, die im Moment gerade damit beschäftigt ist, der NPD einen gutbürgerlichen Anstrich zu verpassen, ist geradezu irritierend. Hier Herrn De Gregorios Kommentar in vollem Wortlaut:

Wer nicht reden wollte, der musste kacken. So sehr, dass er regelrecht austrocknete, wenn die faschistische Polizei ihm Rizinusöl in den Rachen leerte. Das Öl wird natürlich gewonnen und dient als Abführmittel. In den Dreissigerjahren war es ein beliebtes Folterinstrument; viele Gegner von Mussolinis Regime haben sich wortwörtlich zu Tode geschissen.

Wer die Tortur vermied und ein erzwungenes Geständnis ablegte, landete im Straflager, was die Überlebenschance nur minim erhöhte. Oder er wurde nach einem Scheinprozess exekutiert, was ihm zumindest die Folter ersparte. Wir reden hier nicht von Kinderschändern und Massenmördern, sondern von Frauen und Männern, die das Pech hatten, im faschistischen Italien unbequeme Fragen gestellt zu haben.

Ruhe und Ordnung, das sei es, was er am Faschismus bewundere, sagt Milan-Goalie Christian Abbiati. Was er verwerfe, seien die faschistischen Rassengesetze, die Allianz mit Hitler und Mussolinis Kriege. Dummerweise kann man das eine nicht vom anderen trennen. Kann man Hitler als grossen Baumeister deutscher Autobahnen loben? Musste denn Mussolini grad Diktator werden, um pünktliche Züge zu garantieren? Bahnhofsvorstand hätte doch auch gereicht.

Den Preis, den Italien für Mussolinis Ruhe und Ordnung zahlte, ist allen bekannt, ausser Abbiati, offensichtlich. 
Muss er das als Profi denn wissen? Reicht es nicht, Tore zu verhindern? Reicht nicht, nein. Sein Glück: Es herrscht jetzt zwar wieder etwas mehr Chaos als zu Mus solinis Zeiten, dafür kann er sagen,was er will. Wäre es anders, es gäbe Rizinusöl statt Pausentee. Zumindest, bis er – um im Bild zu bleiben – die Scheisse rausgekackt hat, die er in seinem Hirn hat.

Die Gnade der späten Geburt mag es geben, nicht jene der Ignoranz. Auch nicht für Profi-Fussballer.

Und hier noch der Rest der Geschichte.