Felder (31)

Leser Robert Z., der David Hamilton unter den Felder-Fotografen, hat gesehen, wie in Ottikon ZH ein Tor gefallen ist.

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Kaffee (schwarz, gesungen)

Es windet gehörig an diesem Samstagmorgen, vom Atlantik her zieht es durch die Kirchgasse im Quartier Graça. Aus der Gasse kommend fegt die Luft die Strasse hinunter, unter den behelfsmässigen Auslagen der Marktleute hindurch. Bunte Tücher werden angehoben und mit ihnen alles, was sich darauf befindet: alte Uhren, Gläser, Porzellan, Barbiepuppen ohne Kopf, alles wird mit einem Wisch von der einen Strassenseite auf die andere befördert, es scheppert, klirrt und kracht bei der Landung, und von den ganzen halben Habseligkeiten, die im besten Fall ein paar Euro eingebracht hätten am Ende des Tages, ist die Hälfte nun für den Müll.

Nicht kaputt gegangen ist der noch halbvolle Aschenbecher des Partido Socialista, den ich kaufe. Er kann nicht kaputt gehen, weil er aus Aluminium ist und weil der wahre Sozialismus doch nie kaputt geht. Mich irritiert einzig, dass sich die Roten Lusitanier in ihrer Logo-Wahl bei einer Zürcher Fankurve bedient haben. Sonst ist alles normal. Rauchen für den Klassenkampf. Ein paar Meter weiter dann die Musik zur Glut: “Die Internationale” auf Portugiesisch, auf der B-Seite “Bandeira Rubra”. Die Revolution von 1974 hat sich in einer Fülle von Tonträgern niedergeschlagen, ich weiss gar nicht, was alles mitnehmen. Wir haben ja schon einen Hammer zuhause, und so hoch wächst das Gras nun auch wieder nicht, dass wir dazu noch eine Sichel bräuchten.

Nach dem Verzehr eines Apfels, den wir tags zuvor im Laden eines pakistanischen Einwanderers gekauft haben, wo wir neben Rohkost auch noch Schutz vor der Sintflut und eine leise Ahnung von der Beschwerlichkeit erhalten, die der Aufbruch von Lahore in ein neues Leben in Lissabon mit sich bringen kann, stelle ich meine Suchmaschine endgültig auf Fussball ein und finde tatsächlich, nach einer Stunde, bei einer sich in ihrer ganzen Fülle auf einen Klappstuhl niedergelassenen Dame eine Single von Jairzinho: “Jair da Bola”, aussen leicht angeschimmelt, aber innen fast einwandfrei. Wie nicht anders zu erwarten, steht Jairzinho seinen singenden brasilianischen Spielerkollegen in nichts nach: Auch er bringt seinen Samba sicher, locker und harmonisch zu Vinyl. Hätte Gerd Müller doch nur einmal Urlaub gemacht an der Copacabana.

Bei einem professionellen Plattenhändler in Bad-Brains-T-Shirt setzt sich die erfolgreiche Suche fort: “Berço do Porto” von Elisa Silva und eine 4-Song-EP des sportlichen Domingo Pereira, der sich auch Sr. Peles nennt. Sr. Peles besingt die “Selecçao Nacional”, und er tut dies weit weniger drollig, als die Plattenhülle vermuten liesse. Eine weitere Single kramt der zuvorkommende Plattenmann noch aus seiner Tüte: portugiesische Fussballlieder in grossartigem Cover, die er selber kurz zuvor an einem anderen Stand erstanden habe. “Ich muss sie zuerst hören, weisst du. Ich sammle portugiesischen Rock’n'Roll. Die Platte sieht zwar nicht aus, als sei darauf Rock’n'Roll, aber weggeben kann ich sie erst, wenn ich sicher bin.” Er gibt mir seine Adresse. Hoffentlich ist es kein Rock’n'Roll. Hoffentlich ist es kein Rock’n'Roll. Hoffentlich ist es kein Rock’n'Roll.

Jetzt kehren wir um, auf der andern Strassenseite geht es zurück. Ein Händler bietet Fado an für Touristen, immer lauter und lauter dreht er auf und lockt damit auch wirklich Menschen an. Neben und unter dem CD-Fado-Tisch stehen 5 Kisten mit Singles. An die Arbeit. Viel Arbeit. Es wird mir zum Glück geholfen. “Schau auf die Hüllen, man erkennt eine Fussballplatte eigentlich meist recht schnell.” “Die hier?” “Oh du meine Güte!” “Ser Benfiquista” von Xavier de Oliveira. Eines der grossen Klublieder im Format meines Herzens. Vier Augen sehen mehr als tausend Worte. Und auch ich werde fündig: “Le roi Pelé” von Sylvio Silveira et ses rythmes brésiliens. Das geht so: “Noir comme le café, c’est le roi Pelé. Bon comme le café, c’est le roi Pelé.” Grosse Ohren! Dazu: Schüttelschüttelschüttel. Das ist der Rhythmus wo ich mit muss. Obrigado. Jetzt aber weiter, schnell.

 

 

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“…vom Pech verfolgt”

“Auf dem Rasen werden sie zurzeit vom Pech verfolgt, doch auf dem Laufsteg machen sie eine tolle Figur.” Das steht in der Bildlegende zu den drei Fussballern, die im November 1998 mit Jeanette Meier (Boris S.: “So extrem sexy”) für die Schweizer Illustrierte posiert haben. Das Heftli geht jetzt wieder zurück an seinen Besitzer, den Herrn Netz.

Nach George Best hätte eigentlich niemand mehr modeln dürfen aus der Fussballszene. Ginola, Giggs und Cantona hielten sich aber für unwiderstehlich genug, in England oben. Und dann lag auch noch Fredrik Ljungberg plötzlich in den Unterhosen auf einem Weltformatplakat. Man hätte eigentlich damals schon wissen müssen, wo das alles endet.

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Herr Lüthi, das Fastenopfer, die WOZ

Die Welt besteht nicht nur aus ausgebildeten Primarlehrern, die heute ihre Aufgabe darin sehen, Kinder für politische Hetze zu missbrauchen und sich dann in Videobotschaften gegen den Sturm der Entrüstung wehren in einer Verklemmtheit, als würden sie sich gerade für ein Praktikum bei Tele Ostschweiz bewerben. Die Welt besteht auch aus Herrn Lüthi, dem Fastenopfer und der WOZ.

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Alberto, vier Euro

Im Sammlerparadies von Lissabon habe ich Alberto gefunden. Als Bilhete Postal. Für 4 Euro. Das ist wenig Geld für so much style. Würde man heutzutage sagen. Alberto! Alberto and the fried Bikinis übrigens gibt es auch. Ist eine Band. Und kostet keine 4 Euro. Einfach mal reinhören. Er kann singen, der Mann. Ich weiss das. Ich habe mit ihm Eishockey gespielt.

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Bern

Christian Gross beim SCB im Gespräch.

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Halbfinal

Wenn es so weitergeht, hat sich der admin hier bald erübrigt: Soeben erreicht uns ein Text- und Bildbeitrag von Leser Claudio aus Basel:

Es gibt nichts Schöneres als Cuphalbfinal in Winterthur! Basel loves Winti, weil

  1. dort die Pommesfrittierer noch mit Überzeugung bei der Sache sind (Bild)
  2. der Platzdienst auf der Tribüne noch easier drauf ist als das Publikum rings um uns betrunkene Basler
  3. der Goalie nach dem Spiel dem Regen so sexy seine Brust bietet
  4. man in Lina’s Bar nach dem Spiel fröhlich weitertrinken (und trotz Einwänden auch weitersingen) kann
  5. na klar, natürlich wegen Dario (Bild)

Wir habens gespürt, die Liebe beruht auf Gegenseitigkeit. Winti möchte St. Pauli sein auch biz wie Basel sein. Und baut drum in der gleichen Ecke des Stadions auch einen Turm.

“Was ist in dem Turm?”

Nachbar: “Bühro.”

“Büro oder Pyro?”

Nachbar: “alles”

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Interessante Bildwahl (IX)

Leser Daniel musste ein bisschen laut lachen, als er über diesen Beitrag auf NZZ-online stiess. Sicher: Fussballfans sind in aller Regel asoziale, alkoholsüchtige funktionale Analphabeten, aber den Unterschied zwischen Plural und Singular, den kennen sie erstaunlicherweise meistens. Und schreiben deshalb nicht “Durehebe Jungs”, wenn sie “ein Plakat für einen verhafteten Spieler” in die Höhe halten.

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Felder (30)

Andrea B. war auf dem Turm in Paris, spätabends, “mit einer Million anderer Leute”.

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Heute im Coop

Ein Knabe zum Anderen: “Ballergames mached mich imfall nöd so agressiv wie Fussballgames.”

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