Archive for the ‘St. Gallen’ Category

Karlsson vom Dach

Tuesday, November 10th, 2009

Leser Fabian hat eine Kollegin, und die hat einen Helikopter, und mit dem ist sie neulich über die Ostschweiz geflogen und hat abgedrückt. Danke, Frau C!

AFG-Arena2

Gut zum Druck

Friday, November 6th, 2009

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Veranstaltungshinweis St. Gallen

Monday, November 2nd, 2009

Die vorzügliche Veranstaltungsreihe “Stadion trifft Stadt” des St. Galler Fan-Dachverbandes DV1879 startet in die kalte Jahreszeit mit einem heissen Thema (billiger adjektivischer Sauna-Effekt): Fans, Sicherheit, Repression. Das Podium ist gut besetzt und dürfte weit über die St. Galler Stadtgrenzen hinaus interessieren. Wer also grad in der Gegend ist: Mittwoch, 4.11.09, 19.30, Grabenhalle St. Gallen.

Doppelleben

Monday, September 14th, 2009

Am Sonntag nahm ich den Bus. Er war rammelvoll mit Leuten, die an die Knabenschiessen-Chilbi wollten. Nach zwei Stationen stieg eine Familie in FCZ-Vollmontur zu, noch beflügelt vom Derby-Sieg vom Vorabend. “Sind ihr FCZ-Fans?”, will ein Junge wissen. “Klar”, sagt der Sohnemann im Meistertrikot, “du öppe nöd?” “Doch, scho. Aso FCZ und FCB.” 

Im allgemeinen Raunen über dieses unschuldig vorgetragene Bekenntnis kam mir ein Text in den Sinn, den Daniel Kehl für die Match-Zeitung des SC Brühl anlässlich des Freundschaftsspiels gegen den FC St. Gallen von vergangener Woche geschrieben hat. Wir dürfen ihn freundlicherweise verwenden. Viel Vergnügen.

Doppelleben

Stadtmatches zwischen dem SC Brühl und dem FCSG sorgen bei fast allen St.Galler Fussballfans für Vorfreude und gute Stimmung. Bei mir nicht. Ich werde unruhig, je näher der Anpfiff rückt und am liebsten würde ich mich verdrücken -  irgendwohin weit weg auf einen einsamen Berggipfel. Was nur bringt mich als Fussball-Supporter mit vierzig Jahren Erfahrung vor einem Stadt-Derby jedes Mal in seelische Not? Ganz einfach: Ich habe mich nie für eine einzige Fussball-Liebe in der Stadt St.Gallen entschieden, ich fiebere zugleich mit Brühl und der „Stadt“.

Zwei-HerzenAls mein Vater vor fünfzig Jahren aus dem Rheintal in die Stadt kam, so sah er sich jeden Match an: Am Samstagabend ging er aufs Espenmoos und am Sonntagnachmittag aufs Krontal. Ich weiss bis heute nicht, welchem der beiden erbitterten Rivalen er sich damals näher fühlte. Tatsache ist, dass die Mütter später mit den Kinderwagen auf dem Parkplatz nur vor dem Krontal auf die fussballvernarrten Väter warteten. In einem der Wagen lag ich und hörte so wohl zum ersten Mal Brühler Torjubel. Keine Ahnung, welcher Brühler Klubverantwortliche den Kickoff  jeweils auf den Sonntag angesetzt hat. Ich bin ihm dankbar, denn seinetwegen wurde ich ein Brühler. Später spazierte mein Vater manche Sonntage mit mir hinaus ins Krontal und es war für mich völlig klar, dass ich dort dazugehöre.  Zu erklären, weshalb mir auch der andere Stadtverein plötzlich ans Herz wuchs, ist einfach: Als sich Anfang der Siebzigerjahre die Wege der beiden Klubs trennten, reagierten wir als Jugendliche ganz pragmatisch: Wir schlugen uns auf die Seite des Stärkeren, mit einem schlechten Gewissen, aber jedes Jahr eindeutiger. Zwar sahen wir uns noch Brühler Erstligaspiele an – vor dürftiger Kulisse  gegen Red Star, aber Fahnen malten wir nun für den FCSG und fieberten dem Cupfinal FCSG gegen YB entgegen.

Jahrelang trug ich mein düsteres Geheimnis allein mit mir herum, heute weiss ich, dass es Dutzenden aus meiner Generation genau gleich geht. Wir haben uns darin eingerichtet, mit zwei Lieblingsklubs zu leben, die beide eine einzigartige Geschichte haben. Dem SC Brühl wird von wahren Fussballkennern in der Schweiz trotz Viertklassigkeit noch immer mit Respekt begegnet. Wenn der SC Brühl wie letztes Jahr wegen seines originellen Matchplakats beim Cupspiel gegen GC („Duell der Meister!“) in fast allen Zeitungen der Schweiz positiv erwähnt wird, so erfüllt mich das mit tiefem Stolz auf „meinen“ Klub. Daneben hoffte ich mit „meinem“ FCSG ein Jahr lang auf den Wiederaufstieg und feierte mit zweitausend anderen Grünweissen auf dem Basler Rankhof, als es endlich geschafft war. Im Moment komme ich mit diesem Doppelleben als Fussballfan ganz gut zurecht – zumindest solange sich die beiden Traditionsklubs nur freundschaftlich begegnen wie heute Abend. Schwierig wird es nur, sollten meine beiden Klubs wieder in der gleichen Liga landen. Vielleicht muss ich dann in eine andere Stadt umziehen.

Stadionpostkarten FC St. Gallen (!)

Friday, June 19th, 2009

Gar nicht gewusst: Der deutsche Stadionpostkartensammler und -hersteller Burkhard Schulz (BS Postkarten) hat jetzt auch zwei Postkarten der AFG-Arena des neuen Stadions des FC St. Gallen 1879 herstellen lassen. Schön geworden, ausser dem farbigen Rahmen. Zu den Luftaufnahmen ist er offenbar über die Bauherrin gekommen, auf alle Fälle stehen deren Koordinaten hinten drauf. Interessierte melden sich deshalb hier. Oder bei uns, per Mail, dann gibts die Adresse von Burkhard.

Die Fotos sind übrigens schon scharf, nur meines hier ist es nicht, aus welchen Gründen auch immer (Schützengarten war es nicht).

A G ARENA

Wednesday, February 18th, 2009

St.Gallen versinkt im Schnee- und Finanzchaos, was uns erhellende Erkenntnisse über den lokalen Fussball verschafft. Auf dem Dach des St.Galler Stadions steht neu der Schriftzug “A G Arena”. Pfeift der Klub aus dem allerletzten Loch und kann nicht einmal mehr die Stromrechnung bezahlen? Oder richtet der Hauptsponsor, der nicht länger alleine Geldlöcher stopfen will, auf diesem Weg eine deutliche Botschaft an die fussballverrückte Ostschweiz? Indem er einzig ein kleines F im Stadionnamen verschwinden lässt, erklärt er den Menschen zwischen Bodensee und Säntis, was der eigentliche Zweck des St.Galler Stadions ist: Liebe Fans, hier in dieser Arena hockt die St.Galler Fussball AG. Sie vernichtet euer Aktienkapital und wartet auf Unterstützung durch Stadt und Kanton.

Chrigel und Litti

Thursday, November 20th, 2008

Als sie diesen Pierre Littbarski nach Vaduz holten, wurde ich ein bisschen nostalgisch. Ich hatte dem einen Brief geschrieben, damals Anfang 80er Jahre, wollte ein Autogramm. Die Adressen auf meinen Briefen lauteten damals so: Pierre Littbarski, Fussballer, 1. FC Köln, Köln, Deutschland. Oder: Ian Rush, FC Liverpool, Liverpool, England. Erstaunlich vieles kam an bzw. zurück. Auch wenns manchmal eine Weile dauerte. Trevor Steven vom damals grossen Everton war einer der letzten, dem ich schrieb. 1985 warf ich den Brief ein, 1987 kam die Autogrammkarte.

Es war eine aufregende Zeit damals und ein aufregendes Hobby. Es ging zwar alles Sackgeld für Briefmarken drauf, dafür kam die Post damals noch zweimal am Tag. Das hiess zweimal Hochspannung, am Morgen nach der Schule, am Nachmittag nach der Schule. Erstaunlich vieles hab ich noch in wacher Erinnerung. Bernd Nickel von YB kam zum Beispiel mit der Nachmittagspost.

Und also eben Litti. Gestern holte ich meinen alten grünen Ordner “Autogramme” aus der Versenkung. Und dann fand ich ihn, den Pierre Littbarski, mit “Doppel Dusch” auf dem Bauch, und wer sekundiert ihn? Der Chrigel Gross im Bochum-Dress. Hat wohl auch eine Weile gebraucht mit antworten. Als ich ihn einklebte, spielte er auf jeden Fall schon für St. Gallen.

Breit auf der Breite

Tuesday, September 30th, 2008

Am Abend, als Feldschlösschen die Erhöhung des Bierpreises um 20 Rappen pro Stange bekannt gab, spielte der FC Schaffhausen zuhause gegen St. Gallen. Das schreibe ich bewusst. Denn in ein bis zwei Jahren wird man sich die Frage stellen: Wo warst du, als Feldschlösschen den Bierpreis um 20 Rappen pro Stange erhöhte? Die einen werden sagen: zuhause. Andere: im Kino (Montag, billiger). Wieder andere: in der Beiz. Ich war auf der Breite, und hoffentlich weiss ich das auch noch, wenn mich mal einer fragt. Oder eine. 

Es gab Falken, logisch, aber es war zu kühl für zu viele davon. Es gab aber auch noch den Kaffee-Tresen. Und die Frau an der Thermoskante hatte ihren Winter noch nicht so recht eingeläutet. Wie ein guter Lutz zu machen ist, lag noch irgendwo im hintersten Winkel ihres Grosshirns verborgen. Sie zeigte Grösse und fragte: Wie möchten Sie ihn? Mit wenig Kaffeepulver? -ja- Mit zwei Zucker? -ja- Mit Pflümli? -ja- Wie viel? -jaaaaaaaaaaaaaaaa!

Vier Franken fünfzig kostete diese Zentralheizung in Pappbecherformat, ich gab fünfzig Rappen Trinkgeld. St. Gallen gewann 1:0. Auf dem Weg zum Bahnhof passierten uns die Fans. Einer meinte, wir seien Zivilpolizisten. So weit ist es schon. Das Alter nagt wie der Rost am Gerüst der Schaffhauser Stahlrohrtribüne. I like the Challenge League. Morgen kauf ich mir beim Dosenbach ein Paar neue Finken.

Tränen, Hoffnung und ein Lacher

Friday, September 12th, 2008

Der Cup lebt davon, dass die grossen Klubs bei den kleinen zu Besuch sind. Und wirklich lustig und spannend sind solche Matches nur für die Anhänger des kleinen Klubs. Die grossen Vereine können dabei nur verlieren: Alle erwarten einen diskussionslosen Sieg und mit jeder Minute, in der das Tor für den grossen Klub nicht fällt steigt bei den Fans des unterklassigen Vereins die Anspannung und die Hoffnung auf eine Sensation .  So einfach funktioniert der Cup und deshalb schätzen Fussball-Liebhaber den vernachlässigten Wettbewerb. Neun von zehn Cup-Spielen laufen nach gleichem Drehbuch ab und sind schnell vergessen.  Man könnte sie auch in der Pause abpfeifen. Aber jener Match, der der Logik nicht gehorcht und die Verhältnisse auf den Kopf stellt, bleibt unvergesslich.  Besonders wunderbar sind siegreiche Cup-Matches für die Anhänger von Klubs, die schon bessere Zeiten erlebt haben. Es ist die Gelegenheit, sich der Fussball-Schweiz in Erinnerung zu rufen. Mir geht nicht aus dem Kopf, wie ein Reporter nach einem Cupmatch  in La Chaux-de-Fonds  vor ein paar Jahren die Tränen der alten Männer auf der Tribüne beschrieb, die nach dem Sieg gegen das damals noch übermächtige Servette einfach überwältigt und überfordert  waren. Das Leiden  und die Enttäuschung über den schmerzhaften Niedergang des einstigen Schweizer Meisters aus dem Jura war für einen Abend aus der sonst  so trostlos leeren Charrière vertrieben.

Cup-Auftritte der Grasshoppers in der Fussball-Provinz sind besonders gut geeignet für Träume. Vor allem, wenn der Rekordmeister nicht unüberwindlich erscheint. Als GC 1992 im Cup nach Rorschach fuhr, wartete ein ganzes Städtchen gespannt auf die Stars in Blauweiss, die im Europacup Sporting Lissabon ausgebootet hatten: Giovane Elber im Sturm, Alain Sutter, Johann Vogel  und Ciriaco Sforza im Mittelfeld und Marcel Koller, Murat Yakin und Ramon Vega in der Verteidigung hätten auch als Jahrhundert-Elf auf dem Wankdorf statt auf dem Pestalozzi-Platz auflaufen können.  Aber die lokalen Fans wussten auch, dass GC in der Meisterschaft zur Überraschung aller kein Bein vors andere brachte.  Das Spiel endete 1:8 und war schnell entschieden gewesen.  Es war gerade das eingetreten, was die kleinen Klubs im Cup so sehr fürchten: Die jungen und hungrigen Stars aus Zürich revanchierten sich  mit jedem Tor für die Kritik, die sie zu Hause wegen durchzogener Auftritte in der Meisterschaft eingesteckt hatten. Denkwürdig blieb der Abend dennoch:  Nach dem  Cupmatch drängten hunderte von Fans ins Festzelt, um den berühmten GC-Trainer Leo Beenhakker  bei der öffentlichen Pressekonferenz  aus nächster Nähe zu erleben.  Der stolze Medienchef des FC Rorschach begrüsste den Star-Trainer der Grasshoppers  in breitem Ostschweizer-Dialekt und fragte schliesslich: „Wiä hätene dLeischtig vo ehrem Team gfalle?“.  – Darauf der weitgereiste Weltenbummler Beenhakker mit einem  Schmunzeln: „Ich verstehe zwar kein Wort, von dem was sie sagen,  aber es war ein sehr gutes Spiel von beiden Mannschaften.“