Archive for the ‘Servette’ Category

Mister P. Diogo, animated

Sunday, April 25th, 2010

Keine Ahnung, ob das längst bekannt ist, aber ist ja auch egal -- Erinnerung an einen handfesten Abend auf der Breite:

Sehr fett Genf

Wednesday, April 14th, 2010

Danke Frau Z. Weitere Vorschläge für Neu- und Umbenennungen bitte an die übliche Adresse.

La Rondinella

Sunday, September 20th, 2009

In der heutigen NZZamSonntag steht zum Cupspiel FC Witikon-FCZ, noch nie habe ein 3. Ligist einen A-Klub rausgeschmissen:

Am nächsten an dieses Vorhaben kam das Team aus La Rondinella am Neuenburgersee, das vor 31 Jahren bis in die Nachspielzeit gegen das grosse Servette 1:0 führte, nach Verlängerung aber entkräftet 1:4 verlor.

Ein schöner Hinweis! Nur: Sprechen sie jetzt Italienisch am Neuenburgersee? Die Lösung: La Rondinella ist kein Ort, sondern war ein Gastarbeiterverein aus La Neuveville. Woher diese Information stammt? Aus “Sie + Er”!

Fans und ihre Archive

Wednesday, April 15th, 2009

Ein Arbeitskollege aus Luzern wetterte am Mittagstisch “Wegen diesen Idioten, die auf den Platz stürmten, können wir normalen Fans nun ein paar Spiele nicht ins Stadion!” Müsste nicht so sein, wie folgender Matchbericht vom Spiel Wil – GC aus der Auf-/Abstiegsrunde 1993 zeigt:

Vor dem Stadion war schon ein rechter Auflauf als wir eine Stunde vorher eintrafen. Wir standen hinter dem Tor auf Naturstehrampen die mit Kieselsteinen aufgefüllt waren. 5000 Zuschauer drängten in den Bescheidenen Ground. GC saustark, wir saubesoffen. Eine gelungene Kombination. Nach mehrmaligen Platzsturm bekamen einige Leute Ärger. Aber im grossen und ganzen blieb alles sehr friedlich und lustig. Nach dem problemlosen Sieg rannten wir alle miteinander ins Tor und suhlten uns im Netz. Mit leeren Büchsen wurde noch Penaltyschiessen geübt , wobei der Goalie mit der Zeit wirklich wie eine Sau aussah. Irgendwann schleppten wir uns dann zu den Autos.

Diese und andere köstliche Anektoten finden sich im Internet-Archiv der Fangruppe Grassmokers. Besonders empfehlenswert ist der Abschnitt zur Geschichte der GC-Fanszene, wo wir erfahren, dass die ersten Fanclubs im Hardturm so abenteuerliche Namen wie “Schweizer Elite” oder “Danger” hatten. Wiedermal ein Beispiel dafür, dass man die wirklich guten Momente aus der Geschichte der Schweizer Fussballs nicht bei den offiziellen Clubs suchen sollte (Vergleiche: FCZ-History...), sondern in den Archiven von Fans. Und das gilt nicht nur für Zuschauer-, sondern manchmal auch für Clubgeschichte, siehe www.super-servette.ch.

Jufentus

Sunday, October 12th, 2008

Es passiert nicht nur grossen Schweizer Tageszeitungen mit wegrationalisiertem Korrektorat, auch junge Fans vertippen sich gelegentlich, wie dieses Beispiel an einer Bushaltestelle in Fornasette/Malcantone zeigt. 

Immerhin: Sollte sich die Gemeinde Juf im Avers irgendwann dazu durchringen, trotz rekordverdächtiger Höhenlage einen Fussballverein zu gründen, die Namenssuche würde sich erübrigen. A propos Avers: Wer noch nie dort war, möge doch einen Besuch des Berggasthauses Bergalga in Betracht ziehen. Der Wirt hatte einst eine Schwäche für Servette.

Oh wie schön war es einst (3)

Sunday, September 14th, 2008

 

Und gleich noch eine kleine Einstimmung auf das Cup-Wochenende. Das doppelseitige Bild stammt aus “Schweizer Illustrierte/Sie+Er” vom 9. Oktober 1978. Es zeigt eine Szene aus dem Cupspiel des Gastarbeiterklubs La Rondinella gegen Servette in La Neuveville am Neuenburgersee. Die Nähe der Zuschauerinnen und Zuschauer zum Geschehen ist beeindruckend, ebenso sind es Schnitt und Design der Servette-Trikots (Marke Admiral). Der lange Servette-Fan im Vordergrund links trägt Adidas-Rom und hält in der rechten Hand einen Plastiksack und eine Gashupe. An Gashupen erinnert sich heute fast niemand mehr, dabei waren sie bis in die späten 80er Jahre das beliebteste Fan-Utensil. Heute würden sie als Flammenwerfer gelten, was sie streng genommen ja auch sind, wenn auch in untergeordneter Funktion. Der hier zum Corner antritt, ist Didi Andrey, später als FCB-Trainer auch unter dem despektierlichen Namen Didi Mutlos bekannt. Andrey war Linksfuss (ist er vermutlich immer noch, spielt in seinem jetzigen Leben aber wohl keine Rolle mehr, deshalb Präteritum). Deshalb und aufgrund der Position des Balles kann davon ausgegangen werden, dass das Tor nicht rechts, sondern am verlängerten unteren Bildrand steht. Das wiederum rückt die Position des Fotografen (Matthias Werder) in den Fokus, steht er doch praktisch auf der Grundlinie und dürfte dem ohnehin schon reichlich bedrängten Andrey die Arbeit zusätzlich erschweren. 

Ein weiteres Bild zeigt die Pausenpredigt von Servette-Trainer Pazmandy. Während er seine Spieler abkanzelt, sitzen diese zusammengekauert auf der Bühne im Festzelt, das für die Feier nach dem Spiel aufgebaut wurde. Nationalspieler wie Pfister, Barberis, Engel oder Trinchero müssen es sich zwischen Gitarrenverstärkern, Basspauken und Mikrofonständern bequem machen. 

Das Spiel endete 1:4. La Rondinella hatte bis zur 93. Minute mit 1:0 geführt, dann wurde Servette ein Elfmeter geschenkt. Die Verlängerung rückte das verschobene Bild dann wieder zurecht.

 

Tränen, Hoffnung und ein Lacher

Friday, September 12th, 2008

Der Cup lebt davon, dass die grossen Klubs bei den kleinen zu Besuch sind. Und wirklich lustig und spannend sind solche Matches nur für die Anhänger des kleinen Klubs. Die grossen Vereine können dabei nur verlieren: Alle erwarten einen diskussionslosen Sieg und mit jeder Minute, in der das Tor für den grossen Klub nicht fällt steigt bei den Fans des unterklassigen Vereins die Anspannung und die Hoffnung auf eine Sensation .  So einfach funktioniert der Cup und deshalb schätzen Fussball-Liebhaber den vernachlässigten Wettbewerb. Neun von zehn Cup-Spielen laufen nach gleichem Drehbuch ab und sind schnell vergessen.  Man könnte sie auch in der Pause abpfeifen. Aber jener Match, der der Logik nicht gehorcht und die Verhältnisse auf den Kopf stellt, bleibt unvergesslich.  Besonders wunderbar sind siegreiche Cup-Matches für die Anhänger von Klubs, die schon bessere Zeiten erlebt haben. Es ist die Gelegenheit, sich der Fussball-Schweiz in Erinnerung zu rufen. Mir geht nicht aus dem Kopf, wie ein Reporter nach einem Cupmatch  in La Chaux-de-Fonds  vor ein paar Jahren die Tränen der alten Männer auf der Tribüne beschrieb, die nach dem Sieg gegen das damals noch übermächtige Servette einfach überwältigt und überfordert  waren. Das Leiden  und die Enttäuschung über den schmerzhaften Niedergang des einstigen Schweizer Meisters aus dem Jura war für einen Abend aus der sonst  so trostlos leeren Charrière vertrieben.

Cup-Auftritte der Grasshoppers in der Fussball-Provinz sind besonders gut geeignet für Träume. Vor allem, wenn der Rekordmeister nicht unüberwindlich erscheint. Als GC 1992 im Cup nach Rorschach fuhr, wartete ein ganzes Städtchen gespannt auf die Stars in Blauweiss, die im Europacup Sporting Lissabon ausgebootet hatten: Giovane Elber im Sturm, Alain Sutter, Johann Vogel  und Ciriaco Sforza im Mittelfeld und Marcel Koller, Murat Yakin und Ramon Vega in der Verteidigung hätten auch als Jahrhundert-Elf auf dem Wankdorf statt auf dem Pestalozzi-Platz auflaufen können.  Aber die lokalen Fans wussten auch, dass GC in der Meisterschaft zur Überraschung aller kein Bein vors andere brachte.  Das Spiel endete 1:8 und war schnell entschieden gewesen.  Es war gerade das eingetreten, was die kleinen Klubs im Cup so sehr fürchten: Die jungen und hungrigen Stars aus Zürich revanchierten sich  mit jedem Tor für die Kritik, die sie zu Hause wegen durchzogener Auftritte in der Meisterschaft eingesteckt hatten. Denkwürdig blieb der Abend dennoch:  Nach dem  Cupmatch drängten hunderte von Fans ins Festzelt, um den berühmten GC-Trainer Leo Beenhakker  bei der öffentlichen Pressekonferenz  aus nächster Nähe zu erleben.  Der stolze Medienchef des FC Rorschach begrüsste den Star-Trainer der Grasshoppers  in breitem Ostschweizer-Dialekt und fragte schliesslich: „Wiä hätene dLeischtig vo ehrem Team gfalle?“.  – Darauf der weitgereiste Weltenbummler Beenhakker mit einem  Schmunzeln: „Ich verstehe zwar kein Wort, von dem was sie sagen,  aber es war ein sehr gutes Spiel von beiden Mannschaften.“