Archive for the ‘Pyro’ Category

Interessante Bildwahl III

Tuesday, March 9th, 2010

Aus Basel schreibt uns der aufmerksame Leser Simon: “Neues aus der Rubrik FCB-Fans-all-over-the-world: Neuerdings werden sie auch für Pyro in Freiburg verantwortlich gemacht.” Und er legt uns dieses Bildschirmfoto ab der Homepage des Noch-Bundesligisten SC Freiburg bei:

image001

Mit zwei Ellen

Friday, January 29th, 2010

Leser Paul weist uns freundlicherweise auf einen Artikel im österreichischen Kurier hin, der die Doppelzüngigkeit von Sportkommentatoren in Pyro-Fragen behandelt. Wir haben das Thema an dieser Stelle auch schon angeschnitten, die Deutlichkeit dieses Artikels lohnt aber gewiss die Lektüre.

“This is Bagdad!”

Tuesday, December 29th, 2009

Leser Etoile Carouge hat uns verdankenswerterweise auf folgenden fünfminütigen Videobeitrag hingewiesen, in dem der Schweizer Fussball in den seltenen Genuss einer unvoreingenommenen Aussensicht kommt. Vom zwischenzeitlich geäusserten und hier als Beitragstitel verwendeten Urteil “This is Bagdad, this is Central Bagdad!” sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. Es ist im Gegenteil davon auszugehen, dass die amerikanischen Matchbesucher wieder kommen werden. Und Freunde mitbringen. Viele Freunde. In diesem Sinne: Here we go!

Groundhopping: Procida IT

Friday, October 30th, 2009

Insel Procida vor Neapel4Unser Leser und regelmässige wissenschaftliche Zulieferer Fabian weilte kürzlich vor Neapel auf der Insel Procida und sah sich dort das Spiel der Einheimischen gegen Real Suessola an. Ein schöner und gelassener Anlass, wie die Bilder nahe legen. Die Insulaner rufen also nicht nach Schnellgerichten und fordern Schadenersatz, wenn einer einen Rauchtopf zündet. Sie verwerfen einfach abschätzig die Hände und drehen sich ab. Bis sich der Rauch verzogen hat. Wenn sich bei uns der Rauch verzogen hat, finden wir uns im Fussball-Disneyland wieder. Nun denn, Herr Fabian schreibt:

Auf das Spiel wurde ich aufmerksam, als ich das Foto machen wollte, wo man das Matchplakat neben der Todesanzeige sieht. Es war alles sehr familiär. Die Polizei war nur da, um nach dem Match den Verkehr zu regeln, da die Gassen auf der Insel so eng sind, dass eigentlich nur Einbahnverkehr möglich ist. Nett war auch der Getränkestand in Form einer Plastikkugel. Es war etwas irritierend, als ich ein Bier bestellte, es aber keines im Angebot hatte, obwohl der Kühlschrank ein tipp topp Bier-gebrandeter war. Aber auch mit einem klasse Espresso war der Match angenehm zum schauen. Die Zuschauer waren zufrieden. Die Einheimischen lagen zur 2. Halbzeit 0:2 hinten, schafften dann aber noch den Ausgleich zum Endresultat von 2:2.

Insel Procida vor Neapel1

Pyro-Schlacht: Verband ohnmächtig

Wednesday, August 19th, 2009

“In einem Vorbereitungsspiel im Belgrader Marakana lieferten sich Fans von Roter Stern und Hajduk Split auf den Rängen einen wüsten und lebensgefährlichen Wettbewerb mit Pyrotechnik. Etliche der gezündeten, bis zu 1000° heissen Fackeln landeten auch auf dem Feld (s. Bild). Ein Sprecher des serbischen Fussballverbandes gab gegenüber der Nachrichtenagentur SNR an, dem Phänomen machtlos gegenüber zu stehen. Trotzdem werde der gastgebende Verein Roter Stern für die Vorkommnisse gebüsst.” (AT-Press, 19.8.09)

Das

ist

natürlich

ein

Witz.

Das hier

aber

nicht – von der NZZ-Frontseite von heute:

Garantierter Schaden?

Friday, August 7th, 2009

 

Mein Ziel ist es, dass jedes Mitglied der Gesellschaft, auch ein Familienvater mit seinen Kindern, im Stadion sein kann und ohne Schaden wieder nach Hause kommt.

Das ist derzeit nicht möglich?

Nein, ich glaube nicht. Leider.

 

Wer hier interviewt wird, ist Thomas Grimm, Präsident der Swiss Football League. Keine Ahnung, ob Herr Grimm seine Aussagen gegengelesen hat. Aber: Ordnet man das, was er hier sagt, neu, heisst es: Es ist derzeit nicht möglich, ohne Schaden von einem Stadionbesuch nach Hause zu kommen. Man wird also garantiert zusammengeschlagen, von einer Petarde getroffen, von Tränengas eingenebelt, mit Steinen beworfen oder mit Gummischrot malträtiert. Sicher, so hat ers nicht gemeint. Aber wenn er nicht als Hardliner gelten will, wie er an einer andern Stelle sagt, sollte er sich vor derartiger Panikmache hüten. Ebenfalls von Interesse dieser Auszug:

 

Aber die Repression ist gescheitert, das zeigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre.

Welche Repression? Wo wurde einmal ein Pyro-zündender Fan aus der Kurve geholt und entsprechend hart bestraft? Solange es noch Leute gibt, die glauben, dass das zur Fankultur gehört – sei das in den Kurven, aber auch in den Klubs und bei den Spielern –, führen wir da allerdings einen schwierigen Kampf.

 

Es wurden sehr wohl schon etliche “aus der Kurve geholt”. Die Sicherheitskräfte warten damit aber in der Regel bis zur Pause oder zum Schlusspfiff und fangen die Leute dann, nach Sichtung der Videobilder, ab, an strategisch günstigeren Orten als mitten im Pulk. Und hart bestraft werden die Erwischten ebenfalls: Stadionverbot, Busse, Anzeige wegen Verstosses gegen das Sprengstoffgesetz, Rayonverbot, Hoogan-Eintrag – so lautet das gängige Programm für einen überführten Pyromanen. Was Grimm hier nun fordert, ist eine Situation wie in Deutschland, wo Polizisten in Vollmontur die Kurven stürmen, wenns brennt (s. Bild von joggeli.ch, Schalke-FCB Saison 04/05). Dafür, also für den Nahkampf, müssten Polizisten aber ausgebildet sein. In Deutschland sind sie das, weshalb es auch deutsche Beamte waren, die während der Euro08 in Zürich die Schweizer verstärkten, genau in Erwartung solcher Situationen.