Archive for the ‘Politik’ Category

Heute 18.30 Uhr: Terkessidis im Helmhaus

Thursday, October 20th, 2011

Etwas für Kurzentschlossene im Grossraum Zürich: Heute um 18.30 spricht WOZ-Redaktor Kaspar Surber im Helmhaus mit Mark Terkessidis, Autor des vielbeachteten Werkes “Interkultur”, das die NZZ zur Pflichtlektüre für alle im Migrationsbereich Tätigen – und damit sind letztlich alle gemeint – erklärt hat. 18.30, das reicht gut, um pünktlich um 21.05 im Stadion zu sein. So viel schärfer als sonst werden die Eingangskontrollen auch heute nicht sein.

Bildlegendenmetamorphose

Wednesday, October 19th, 2011

Ein anschauliches Beispiel der Funktionsmechanismen im Onlinemedien-Bereich liefert uns der Blick mit seinem Klose. Vorgestern noch durften wir an dieser Stelle auf die Frivolität im Online-Hause Ringier hinweisen, heute nun liefert man uns den Klose 2.0. Natürlich ohne Hinweis auf den Klose 1.0.

Die Reaktion von Klose selbst ist vielleicht auch noch eine Zeile wert: “Politik soll ausserhalb des Stadions bleiben.” Gute Idee! In Rom heisst das: Den “KloSe mit unS”-Doppelhalter am besten gleich vor dem “Dux Mussolini”-Obelisken vor dem Olimpico in den Erdboden stecken. Passt gut. Und wird mit Sicherheit gut umsorgt. So wie sie auch die eingemeisselten Buchstaben immer wieder schön mit Goldfarbe nachpinseln. Wie hat es mir letzte Woche an einer Bushaltestelle im Valle Cannobina eine Frau gesagt: “Mussolini hat sehr viel für Italien gemacht. Gerade für uns Frauen. Wäre da nur nicht dieser Fehler mit dem Krieg und den Juden.”

Idylle am See

Monday, October 17th, 2011

Die SVP Zug fordert “asylantenfreie Zonen”.

Einfach, damit das auch noch hier festgehalten ist.

Was zu sagen, was Gescheites

Tuesday, October 4th, 2011

“Der erste Spielabbruch der Superleague – ich war dabei!” Das möchte ich so nicht schreiben. Es würde aber nicht gross auffallen im Wulst der Veröffentlichungen seit Sonntagabend. Was zu sagen, und was Gescheites dazu, hat SFV-Generalsekretär Alex Miescher. Der FDP-ler, rechte Hand von Präsident Gilléron, war bis eben noch der Öffentlichkeit nahezu unbekannt. Leider, muss man sagen. Lesen Sie das:

Nennen Sie mich einen grenzenlosen Optimisten. Aber wir kommen nicht darum herum, mit den vernünftigen Köpfen aus der Kurve den Dialog zu suchen. Das Problem lösen wir nicht, indem wir sie alle aus dem Stadion werfen. Dann würden wir es nur verlagern. Es wird uns vorgehalten, wir gingen mit diesen Leuten zu pfleglich um. Ich akzeptiere den Vorwurf, weil ich der Überzeugung bin, dass es nicht anders geht. Aber der Appell richtet sich an die Kurve: Sie muss einsehen, dass sie sich der Kollektivhaftung stellen muss.

Und dann den ganzen guten Rest hier.

Wer die Wahl hat, hat die Qual (im Fall!)

Friday, September 16th, 2011

Immer schön: die Frage “Was macht eigentlich … ?” Heute: Was macht eigentlich Heinz Risi? Man kann es in knappen Worten sagen: Der einstige Verteidiger des FC Luzern betreibt Wahlkampf. Heinz Risi möchte gern für Nidwalden nach Bern. Für die Fdpdieliberalen. Heinz Risis Slogans: “Einwanderung: hart aber fair” oder auch “Mehr Leistung in der Schule”. So reden heute Liberale. Auf Heinz Risis Homepage kann man allerlei nachlesen. Was leider fehlt: dass er im Sinne der Wirtschaftsförderung gerne einen Sondierstollen gehabt hätte im Wellenberg, weil so ein schmuckes Endlager für radioaktive Abfälle ja dann Arbeitsplätze generiert ohne Halbwertszeit.

Heinz Risis härtester Gegner im Wahkampf ist auch ein bunter Hund: Peter Keller, “Historiker, Jodler und ehemaliger Gymnasiallehrer” (NZZ). Der Weltwoche-Redaktor könnte inhaltlich eigentlich mit Heinz Risi fusionieren. Für die Schule fordert er “Disziplin und Leistung”, für den Rest dasselbe wie sein Kontrahent. Zusammen könnten die beiden als Heinz-Peter Kellerrisi nach Bern fahren. Es sei denn, es steht ihnen einer vor dem Sünneli: Coni Wagner, Mitgründer der Auto-Teilete Mobility, will auch in den Nationalrat. Für die Schule wünscht er sich “Bildungsqualität und Integration”. Wir werden sehen. Bald ist Oktober. More politics to come. (Übrigens: Der Rothaarige neben Risi kandidiert auch. Für einen Trainerposten jeglicher Art.)

Abt. für seltsame Jugendbewegungen

Monday, September 12th, 2011

Jetzt gibt es sie also auch in der Schweiz – oder besser: Jetzt soll es sie geben, wenn es nach einem ideologisch offenbar leicht verwirrten Zürcher Sprayer geht. Das Lustige an Bewegungen wie den autonomen Nationalisten ist ja, dass die Eingrenzung, ja recht eigentlich die Enge als Wesen ihres Selbstverständnisses auszumachen ist, sie also eigentlich nichts möchten ausser dem Eigenen (wie wirr auch immer sie dieses definieren), sie sich dabei aber frivol global orientieren, an den deutschen oder den russischen autonomen Nationalisten etwa. Der anonym sprayende autonome Nationalist aus Zürich wehrt sich vermutlich vehement gegen deutsche Immigranten, auch wenn darunter autonome Nationalisten sind. In der Enge des autonom-nationalistischen Denkgeflechts hat es für viel mehr Logik eben kaum Platz. Ähnlichkeiten mit anderen Jugendkulturen, deren konsequente Glorifizierung des Lokalen sonderbarerweise zu einer Stadt- und Staatsgrenze überschreitenden Angleichung und Austauschbarkeit führt, sind rein zufällig.

Wohin des Wegeleins?

Tuesday, September 6th, 2011

“Die Administration Obama ist mit Blick auf die Wahlen in einem Jahr motiviert, (…) dem eigenen Land auch Wettbewerbsvorteile durch die gezielte Schwächung ausländischer Konkurrenten zu sichern. (…) Mit der grobkörnigen Beschiessung auch der hiesigen Privat- und Kantonalbanken wird ein Keil in den Schweizer Finanzplatz getrieben”, schreibt NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann in der heutigen Ausgabe.

Eine dieser ins Visier der US-Justizbehörde geratenen Schweizer Privatbanken ist die Bank Wegelin. Geschäftsführender Teilhaber der Bank Wegelin ist Dr. Konrad Hummler. Dr. Konrad Hummler ist Verwaltungsratspräsident der NZZ-Gruppe. Dr. Konrad Hummler ist Markus Spillmanns Chef.

Tagi-online: Frauen zurück an den Herd

Friday, September 2nd, 2011

Auf newsnetz/Tages-Anzeiger-/Baz-online fordert ein Mann, der sich Adolf nennt, den Rücktritt von Bundesrätin Sommaruga. Für die zuständigen Online-Redaktoren offenbar auf gebührliche Art und Weise:

Um es in der Fachsprache zu sagen: Was finden Sie, liebe Leserin, lieber Leser, sollen Tagi- und Baz-online auch in Zukunft reaktionäre und diffamierende Aufrufe verbreiten? Oder gehört Newsnetz in die Waschmarine, bei 180 Grad?

“Organisierte Kriminalität”

Thursday, July 14th, 2011

Zwei Beispiele für “Strukturen organisierter Kriminalität” machen derzeit die Runde. Neben den Enthüllungen im türkischen Fussball ist es eine Liste, die zusammenzustellen sich die Zeitung WORK die Mühe gemacht hat.

Die guten Menschen von Glencore

Monday, July 4th, 2011

Wir können wirklich froh sein, denn: “Ich sagte einem Bundesrat, der sich um die Preisentwicklung bei den Rohwaren Sorge machte, dass er beruhigt sein könne, Glencore ist da und hat die Kapazitäten.” Uff!

Glencore-Konzernchef Ivan Glasenberg, der Heiland des Rohstoffhandels, spricht so in einem langen Interview mit der NZZ am 30. Juni 2011. Er sagt auch noch anderes: “In Kongo bauten wir ein Fussballstadion und Spitäler für unsere Mitarbeiter und die lokale Bevölkerung (…). Wir tun zum Teil das, was die Regierung nicht in der Lage ist, ihrer Bevölkerung zu geben.” Oh Gnade! Geheiligt werde dein Geist.

Es ist nun leider nicht so einfach. Was dem NZZ-Journalisten als kritischer Einwand leider nicht über die Lippen wollte, holte Antonio Hautle, Direktor des Fastenopfers, kurz darauf in einem Leserbrief nach: “Glencore baut Schulen, Spitäler und Fussballstadien für die Angestellten und die lokale Bevölkerung, da die Regierungen dazu nicht in der Lage seien. Wie eine Studie von Fastenopfer und Brot für alle gezeigt hat, basiert der ‘Erfolg’ des Systems Glencore wesentlich darauf, in den Rohstoffabbau-Ländern wie Kongo-Kinshasa oder Sambia die Gewinne mittels Transferzahlungen zu minimieren, um vor Ort möglichst wenig Steuern bezahlen zu müssen. Genau diese Steuererträge fehlen den Regierungen, um ihrer Bevölkerung grundlegende Dienstleistungen im Gesundheits- und Bildungsbereich bereitstellen zu können.”