Archive for the ‘Musik’ Category

America, Starsky, Hutch

Saturday, January 8th, 2011

Von einem sehr noblen jungen Herrn habe ich neulich diese Schallplatte geschenkt bekommen, die er unter Aufbringung erheblicher Mühsal auf einem Flohmarkt in Mexiko-City aufgestöbert hat. Es handelt sich dabei um eine Hymne an den damaligen Meister America. Das heisst: würde sich handeln. Leider war aber, wie so oft, die falsche Platte in der Hülle. Leider? Nach einer gründlichen Reinigung mit viel Alkohol und vorsichtigem Auflegen entpuppte sich das Vinyl als Soundtrack der US-Serie “Starsky and Hutch”, ein 70er-Jahre-Discofunk-Burner, der den vermuteten Marsch zu Ehren Americas mit Sicherheit in den Schatten stellt. Zudem: Der noble Herr hatte ja noch andere Platten dabei, u.a. eine von America, eine echte, aber ohne Hülle, und so kam zusammen, was zusammen gehört, und Starsky and Hutch landen jetzt statt in der Fussballplattenkiste in der Discobox. Eine runde Sache! An dieser Stelle deshalb noch einmal besten Dank an den Schenker, und sollte sich jemand animiert fühlen, es ihm gleich zu tun, in Buenos Aires, Santiago oder Rotterdam: Ich wehre mich nicht!

Bloody Saturday. And Sunday, too.

Friday, September 10th, 2010

Es ist nicht gut, dass die Gruppe U2 und im speziellen ihr Sänger Bono Vox die Infrastruktur eines Sportstadions nutzen dürfen, das ich gelegentlich auch besuche und vor allem als Steuerzahler mitfinanziere. Bono Vox kann von mir aus seine Laiff Muzik irgendwo spielen, aber nicht hier. Mein Freund sagte immer: Bevor er sich auf eine Frau eingelassen hat, hat er immer zuerst ihre Plattensammlung durchgekämmt. Ob da U2 drin ist. Wenn ja, adieu Frau.

Ich möchte nicht so weit gehen wie mein Freund. Aber ich möchte beim nächsten Mal darüber abstimmen können, ob Bono Vox in den Letzigrund darf. Das ist nicht übertrieben. Gerade muss ich über einen Kredit für ein WC-Kafi-Kombihäuschen abstimmen, das so genannte Nagelhaus, weil die SVP findet, das sei “e Schiissi” und keine Kultur oder Kunst. Da kann ich auch gleich darüber abstimmen, ob U2 “e Schiissi” ist oder Kultur. Und oh ja, ich weiss, was ich stimmen werde. Überhaupt nicht in the name of love.

Un’estate italiana…nanana…

Sunday, July 18th, 2010

“Giorgio hat die Hymne für die Fussballweltmeisterschaft geschrieben, die in Italien stattfindet. Sie wollen mich unbedingt haben, weil ich eine ebenso fanatische Anhängerin meiner Contrada bin wie Fussballfans von ihren Clubs. Ich lasse mich also darauf ein, es zu probieren, ohne wirklich überzeugt zu sein, und ich schreibe den Text mit Edoardo Bennato. Dann singe ich das Lied spontan, aber dieses Arrangement und das ganze Drumherum widern mich an.

Das ist nicht meine Musik. Ich weigere mich mitzumachen, doch ich bin umzingelt. Edo ist weiterhin dafür, ich habe es ohnehin bereits gesungen, also was soll’s, immerhin muss ich es kein zweites Mal aufnehmen, sie haben schliesslich die Probe. Der Vertrag ist vom Manager unterzeichnet worden, also bleibe ich – mehr Edo zuliebe und weil ich keinen Ärger mit irgendwelchen Anwälten haben will – dabei.

Ausserdem hat die Sache einen Vorteil, der mich über meine persönliche Verärgerung hinwegsehen lässt: Dieses Lied kann nützlich sein, denn es wird um die ganze Welt gehen und internationalen Einfluss haben, es wäre also eine grosse Gelegenheit, etwas für einen guten Zweck zu tun, wenn wir mit dem Erlös aus den Autorenrechten Amnesty International unterstützen.

Ich überzeuge die Produzenten und alle Beteiligten, es ebenso zu halten. Sie stimmen zu, schade nur, dass es sich alle, als das Lied ein Erfolg wird, doch noch einmal anders überlegen und ich wie eine Idiotin als Einzige dastehe, die die Sache und das Engagement bis in die letzte Konsequenz weiterhin vorantreiben will.

Wie eine wütende Furie mache ich bei den Leuten Rabatz und renne ihnen durch das ganze Stadion hinterher, um sie zur Vernunft zu bringen. Nur Maradona, den ich mitten auf dem grünen Rasen treffe, kann mich in meinem Wutausbruch besänftigen. Für einen Moment vergeht mein Zorn und mitten im San-Siro-Stadion, nach der Schliessung der Pforten, verharre ich in dieser Umarmung.”

Schöne Geschichte aus der Autobiografie von Gianna Nannini. Si non è vero, è ben trovato. Nach der WM wurde sie dann von ihrem Manager noch gezwungen, das Lied auch an ihren Konzerten zu singen, wie man hier sieht. Gemein.

Just remember the pitch in december

Monday, June 7th, 2010

Endlich ein WM-Song zum Hören. Mit einer Refrainzeile, wie sie nur wenige hinkriegen. Thank you very much, Mr Smith.

Knapp daneben am “Halt auf Verlangen”

Monday, May 17th, 2010

Diesen Samstag gibt es eine kleine Knapp-daneben-Stunde – wie immer mit Wort und Musik sowie den üblichen Sättigungsbeilagen – am wahrscheinlich besten Pfingstfestival der Welt: am “Halt auf Verlangen” im Gasthaus Grünenwald vor Engelberg.

GW_HAV_2010Beim zweitägigen Fest ist der Name Programm: Es findet direkt an der Bahnlinie Luzern-Engelberg statt, genauer: am Zahnradabschnitt der Bahnlinie. Der Zug tuckert so langsam und so nahe am Festgelände vorbei, dass ein frecher Tourist aus dem fahrenden Zug heraus auch schon einmal den Stecker eines Bass-Verstärkers rausgezogen hat. Die Zentralbahn, wie der Zug heute heisst, hält extra und nur für das Gasthaus Grünenwald. Aber leider nicht mehr lange, weshalb am diesjährigen Festival auch die Wehmut Gast sein wird. Ab Dezember 2010 ist die Zahnradstrecke nämlich in einen Tunnel verlegt und der Grünenwald wird nicht mehr bedient, was das “Halt auf Verlangen” in dieser Art Vergangenheit werden lässt. Also kommt noch einmal alle, alle, alle, allez, allez, allez!

Alex F. feat. Strahlenmeer

Sunday, May 2nd, 2010

Es hat uns heute eine Videolink-Zusendung aus dem Raume Basel erreicht mit Bemerkungen zu Herrn Alex Frei, die wir hier gerne unterschlagen, denn: Schauen Sie sich einfach mal das hier an:

Über sieben Brüggli musst du gehn’

Wednesday, March 10th, 2010

Anlässlich einer Lesung Ende 2009 darauf angesprochen, habe ich “Brügglifäld Olé” wieder aus dem Gedächtnis verbannt, bis mich Herr Roter Stern Unterstrass heute auf den dazugehörigen Clip rund um den FC Aarau aufmerksam gemacht hat. Sie heissen auch die Unabsteigbaren, die Herren vom FCA, und dass man dem unbedingt beipflichten muss, sehen Sie in den folgenden drei Minuten. Oder möchte das irgend jemand missen? Möchte irgend jemand, dass ein Verein, der sowas hervorbringt, von der Bildfläche verschwindet? Nicht im Ernst, oder? Wie schreibt doch schön der Herr Noz im Kommentar: “Gute Güte”. Damit ist ja dann alles gesagt.

Wilde Liebe

Thursday, March 4th, 2010

Sco_FCBDie Tartan Army und der FC Bayern – eine wilde Liebe! Das zumindest legen Sutherland Brothers & Quiver nahe, deren Single ich gestern in einem schönen Laden in einer kleinen Kiste gefunden und gekauft habe, für fünf Stutz. Der Song, naja.

Ha Ha Ha Ha-Ess-Vahau

Friday, February 12th, 2010

Es wird angepriesen als das etwas andere Firm-Buch, Alexander Hohs “In kleinen Gruppen, ohne Gesänge – unterwegs mit den Hamburg Hooligans“. Das Buch habe, so der Klappentext, “was vielen anderen Büchern zum Thema abgeht: Eine gesunde Prise Humor”. Im ersten Kapitel sieht das so aus: Auf der Heimfahrt aus277331507631 Kopenhagen werfen die Protagonisten einer aufdringlichen, naiven “Tunte” die Kleider aus dem Zugsfenster, watschen ihr ein bisschen das Köpfchen und verabschieden sie dann am Bahnhof Lübeck mit dem Lied “Einen kleinen Nymphomanen ficken! Eine kleine geile Sau! Sau!” Es darf nun jeder und jede gerne selber abwägen, wie nahe diese Art der Lustigkeit den eigenen Vorstellungen von Humor kommt.

Der Schreibstil darf getrost mit sports-casual umschrieben werden: “Pinny war ein richtiger Sunnyboy. Er hatte lange, lockige, dunkle Haare, auf denen er meist eine Baseballmütze trug. Er besass eigentlich immer ansteckend gute Laune, und ständig sass ihm der Schalk im Nacken. Er war ein durch und durch sympathischer Kerl, der für jeden Spass zu haben war.  Wenn der altmodische Begriff ‘Mit dem kann man Pferde stehlen!’ irgendwann auf jemanden zutraf, dann auf Pinny.” So geht das dann über gut 400 Seiten, und hin und wieder lacht einem dann doch das Glück. Zum Beispiel, wenn auf Seite 163 plötzlich Blitz’ “Razors in the night” aus den Boxen schallt. You – better watch out!

Do they know?

Monday, December 21st, 2009

Es braucht keine grenzenlos fundierten Kenntnisse der Premier League, um das hier unterhaltsam zu finden:

Frohes Fest und bis bald, unter dieser Adresse.