Archive for the ‘Medien’ Category

Gute Laune hat eine Farbe: lila

Monday, January 2nd, 2012

Zum Jahresbeginn erreicht uns die gute Nachricht, dass die LILA LAUNE, vermutlich eines der besten Fan-Magazine zu Tennis Borussia Berlin, wieder belebt worden ist. Und zwar in einer Zeck Zweckgemeinschaft mit dem Übersteiger. Am Titelblatt der Nummer 104 ist abzulesen, in welche Richtung es in etwa geht. Urteilen Sie selbst!

 

 

 

Vorsicht fliegende Cervelats!

Wednesday, December 21st, 2011

Den österreichischen ballesterer fm empfehlen wir an dieser Stelle ja unter anderem deshalb immer so gern, weil er sich einen ungewöhnlichen, aber umso erhellenderen Blick auf den Gegenstand zu eigen gemacht hat. In der aktuellen Ausgabe (Titelthema Schneckerl) findet sich in der Rubrik Groundhopping denn auch eine besondere Perle: Ein Berichtelein zur Partie GC-Sion vom 6. November dieses Jahres. Der Besucher aus dem Nachbarland war sichtlich angetan von vielem, unter anderem von der Vorberichterstattung in den hiesigen Zeitungen (“Da kann sich die österreichische Medienlandschaft und auch gleich der ballesterer eine Scheibe abschneiden”), besonders aber von einem Gesang der GC-Anhänger, den der Besucher dem Vernehmen nach noch heute im Ohr trägt. Und um den Lesern zu verdeutlichen, wie hübsch das Intonierte war, findet sich am Ende des Beitrags die Abschrift des Liedtextes: “Oooh GC Züri! Gebore in de Stadt am See. Sälbscht wänd würscht im Himmel spile, würi stärbe zum dich seh!” Quasi als Dank für diese Aufmerksamkeit übersetzen wir dies nun für alle Interessierten zurück ins Deutsche: “Oooh GC Zürich! Geboren in der Stadt am See. Selbst wenn die Würste im Himmel spielten, würde ich sterben um dich zu See.”

Abt. Beteiligungen

Sunday, December 18th, 2011

Ich übernehme ungern 1:1, aber das hier ist zu gut. Von den geschätzten Kollegen der Nation of Swine.

In the darkness

Tuesday, December 13th, 2011

Ein denkwürdiger Tag, der 13. Dezember 2011. Zuerst Dölf Brack, nun Mario Widmer. Und der tönt so:

So sollten die FCZ-Kritiker ihre Unverschämtheiten einmal an den Politikern der Stadt Zürich auslassen. Dass diese in den letzten Jahren so viel Herz für Kiffer, Lesben und Schwule gezeigt haben, ist ihnen im heutigen Zeitgeist zwar nicht zu verdenken. Ihr Zynismus hingegen, der sich darin zeigt, wie in Zürich die schönen Künste jährlich mit dreistelligen Millionenbeiträgen gesponsert werden, während die Kunst des «armen Mannes», der Fussball, im eiskalten Letzigrund förmlich eingefroren wird, ist wirklich schamlos.

Darauf muss man erst mal kommen: Weil jahrelang Homos gehätschelt statt Fussballclubs subventioniert wurden, darbt heute der FCZ. Und:

90 Prozent der Politiker sind überflüssig, 9 Prozent unfähig und 1 Prozent brauchbar.

 

Galopper ohne Hürden

Thursday, December 8th, 2011

Wer hätte gedacht, dass das vor Wochenfrist hier angesprochene Thema auch hierzulande plötzlich an Aktualität gewinnt? Gestern titelte der Tages-Anzeiger genüsslich: “NZZ-Journalist hat sich vergaloppiert“. Sicher: Es ist eher schwierig, wenn ein Redaktor ausführlich über das Wirken eines Vereinspräsidenten schreibt und selber Mitglied ebendieses Vereins ist, ohne dies wiederum zu deklarieren. Bedauerlich ist es hingegen, dass der Tages-Anzeiger es beim Auslachen belässt (“vergaloppiert” ist sehr sehr lustig, denn die Geschichte spielt ja im Reitrennsportmilieu!) und die Angelegenheit nicht zum Anlass nimmt, die ganzen Nebentätigkeiten von Sportjournalistinnen und -journalisten genauer zu untersuchen. Denn schon heute folgt, ausgerechnet in der NZZ, ein weiteres Beispiel.

Jens Weinreich schreibt über einen Event in Bern, der unter dem zugegeben lässigen und innovativen Titel “Team Spirit” von Sport-Toto und Parlamentarischer Gruppe Sport organisiert wurde. Teil dieses Anlasses war ein Auftritt Sepp Blatters, in einem laut NZZ-Weinreich “45-minütigen Kaminfeuergespräch mit SF-Moderatorin Steffi Buchli, die es vermied, Fragen von Belang zu stellen.”

Es ist sicherlich reiner Zufall, dass die NZZ am Tag, nachdem sie wüst angeschossen worden war, zurückschiesst, und zwar in die Richtung, aus der der Vorwurf stammt: SRF. Es war  schliesslich “10vor10″, das die Rolle des NZZ-Sportredaktors prominent verhandelte und ihn auch ins Bild setzte. Nun sitzen sie im Leutschenbach aber tatsächlich im Glashaus, was hehre journalistische Prinzipien auf Sportredaktionen angeht. Das gilt nicht nur für Steffi Buchli, die den Anlass in Bern kaum für einen Fifa-Wimpel und ein Glas Bier moderiert haben dürfte. Das gilt insbesondere auch für ihre prominenten männlichen Kollegen, und die strahlen dabei alles andere als ein Unrechtsbewusstein aus. Wie auch? Walter de Gregorio hat mit seiner schrittweisen Metamorphose vom Sportjournalisten des Jahres zum Kommunikationschef der Fifa letztlich nur vollzogen, wofür in der Branche längst der Boden bestellt ist: Die Grenzen sind offen.

Neo bei den Ultras: gute Spurensuche

Tuesday, December 6th, 2011

Einem Hinweis aus Zwickau verdanken wir den Hinweis auf diesen Beitrag des ZDF, das sich hier mithilfe seines Spartensenders wohl ein wenig aus der Wolf-Dieter-Poschmann-Falle befreien möchte. Was gar nicht schlecht gelungen ist, muss man sagen. Wer gerade eine halbe Stunde Zeit hat, bitteschön.

 

“Die Zensurbehörde in Herrliberg”

Friday, December 2nd, 2011

Warum Andrea Haemmerles Buch über Blochers Abwahl in der Bestseller-Liste der Weltwoche partout nicht auftauchen will, hat der KleinReport recherchiert. Hübsch, hübsch.

Fiorentina, Playstation, Sanaa

Thursday, December 1st, 2011

Auf altravita.com befasst sich Kai Tippmann mit einem Text eines Fiorentina-Tifoso auf dodicesimouomo.net. Tippmann übersetzt den Beitrag “A noi ci ha rovinato la playstation” mit “Die Playstation hat uns versaut!” Sich der Gefahr des Kulturpessimismus bewusst, beklagen beide, Autor und übersetzender Blogger, die Verschiebung der Fan-Sozialisation weg von realer, lokal verankerter Fussballbegeisterung hin zu einer virtuellen, von jedem regionalen Bezug lösgelösten (Be)Siegermentalität:

Oggi i bambini tifano per il Real o il Barcellona anche se nascono a Novoli o al Girone, le magliette di Rooney sono più di moda di quelle di Natali, la tua squadra è degna di moda solo se ha un “palmares” invidiabile.

Gestern fand ich in der NZZ folgendes Bild zu einem Artikel über Jemens Zukunft mit oder eben ohne Präsident Saleh: Allein in der ersten Reihe der Saleh-kritischen Demonstranten finden sich 4 Trikots von Real Madrid.

Was darf man daneben noch tun?

Wednesday, November 30th, 2011

An dieser Stelle wurde auch schon darauf hingewiesen, etwas umständlich zwar und auch mit einem absolut peinlichen und durch nichts zu rechtfertigenden Fehler versehen, zumindest ging es aber in diese Richtung. Doch so ausführlich und deutlich wie Trainer Baade kriegt das natürlich niemand hin. Die Rede ist vom lauten Nachdenken über die Frage, ob Sportjournalismus Journalismus sei oder PR und ob man in diesem Geschäft bestehen kann ohne ein Zuviel an Nähe zum Gegenstand. Unbedingt auch die zum Teil sehr guten Kommentare lesen.

Ich stelle mir die Frage übrigens auch. Und zwar ernsthaft. Ich schreibe hier (unbezahlt) und manchmal in Zeitungen (gegen Honorar) zum Beispiel über Fan-Themen, mache aber gleichzeitig Lesungen und Vorträge mit Fussballschallplatten, unter anderem in einschlägigen Fanlokalen. In aller Regel ohne Honorar, manchmal mit Kollekte, aber Freibier kriege ich immer. Ist das zulässig? Oder zu lässig?

Trainer Baade schreibt am Schluss:

Insbesondere in die schattigen Eckchen sollte man etwas genauer hinsehen. Das aber kann ein korrumpierter Biografie-Vorsteller oder -Vorstellerin nicht mehr glaubhaft leisten. Er oder sie ist Teil der Show.

Das ist eigentlich relativ deutlich.

Aus dem Leben gegriffen

Wednesday, November 30th, 2011

Heinrich Schifferle, neu gewählter Präsident der Swiss Football League SFL, im Interview mit den Tages-Anzeiger-Journalisten Peter Bühler und Ueli Kägi:

Ich würde nie in eine Fankurve gehen. Weshalb ist das so? Lassen Sie mich mit unseren Namen ein Beispiel machen: Kägi zündet Pyros und alle sagen: Der Kägi, der kann das. Jetzt kommt aber von hinten der Bühler, er hat zwei Becher Bier in der Hand, stolpert, stösst Kägi und vor Kägi steht Schifferle.

Das ist doch mal ein Schreckensszenario! Das ist doch mal ein Einstand als Präsident! Interessant übrigens auch die bis dato 12 Kommentare zum Interview: allesamt negativ. Einer schreibt von Schifferle als “altem Sack”, der den neuen Posten “dank Vetterliwirtschaft” erhalten habe. Und der Tagi, bei dem auch Schifferles Bruder arbeitet, lässt es nun schon seit zwei Tagen stehen. Erstaunlich, das alles. Ganz erstaunlich. Wie schrieb noch einmal Jean-Martin Büttner letzte Woche in derselben Zeitung über Internet-Amokläufer: Das beste Mittel gegen Terror in Kommentarspalten seien Artikel mit Niveau.