Archive for the ‘Lieder’ Category

Fussballer in Songtiteln

Wednesday, April 22nd, 2009

Jetzt mal ein etwas anderes Rätsel: Wer findet den Fussballer oder Trainer im Lied? Die Lösungen gibts (wenn nötig) später. Morgen oder übermorgen. Und neue Lieder mit Fussballern drin sind herzlich willkommen. “Hey ho, let’s go” (das zählt auch schon!):

House of the rising sun (The Animals), Heisse Nächte in Palermo (EAV), Fischer (Patent Ochsner, sehr schwierig), Go West (Pet Shop Boys), E Bueb mit Name Fritz (Mani Matter), I bin en Italiano (Nöggi), Sur le Pont d’Avignon (Traditional), Ba-Ba-Banküberfall (EAV), Ech well frei si (Crazy), Mrs. Robinson (Simon & Garfunkel), Marmor, Stein und Eisen bricht (Drafi Deutscher), Mr. Jones (Counting Crows), Wenn du gross bist (Pur), Hallo Herr Nachbar (Cindy & Bert), Mein Freund der Baum (Alexandra), Daddy Cool (Boney M), Dalai Lama (Rammstein)

“In the fuckin’ man!”

Tuesday, April 14th, 2009

Am Bahnhof kaufe ich mir eine kühle Flasche Chodovar, eines meiner Lieblingsbiere. Weil ich nicht zuletzt deswegen Gefahr laufe, eine zu gute Laune mit mir herumzutragen, dämpfe ich die Euphorie mit dem Kauf der aktuellen Weltwoche. Die Titelgeschichte über frustrierte Lehrer beginnt mit einem abschreckenden Beispiel aus Biel: “In der Realklasse 9a im Oberstufenzentrum Madretsch herrschen seit Jahren chaotische Zustände.” Wie lange bleibt eine durchschnittliche Bieler Klasse wohl im 9. Jahr? Ziemlich lange, offenbar.

Dann steig ich in Luzern aus und um auf die ZB nach Kriens Mattenhof. Am Perron bestaune ich die neue Kampagne von bluewin tv. Sie wirbt für Live-Fussball, und zwar so: Julio Hernan Rossi im Dress von Xamax jubelt auf der Leinwand, zwei Männer auf der Couch (man sieht sie von hinten) jubeln ihm zu. Darunter steht: “Stefan und Philipp, Bern, 20.17 Uhr” Das habe ich nicht gewusst. Also dass Xamax in Bern so beliebt ist. Gut, es gibt vielleicht 2-3 Exilneuenburger. Aber die heissen eher nicht Stefan und Philipp. Die Botschaft von bluewin tv ist also: Wenn du männlich bist, in Bern wohnst und Xamax unterstützt, solltest du ein bluewin-tv-Abo kaufen. Ob die Zielgruppe jetzt sehr gross ist, kann ich nicht sagen. 

Auf der Allmend kauf ich ein Billett für den Gästesektor. Dort, beim Eingang, sind eben die letzten Busse aus dem Wallis angekommen. Es steigen und fallen Menschen aus den Karossen, die mit jeder Faser ihres Körpers veranschaulichen, in welche Abgründe eine dreistündige Busreise den menschlichen Organismus zu reissen vermag. Unfairerweise ist der Gästesektor in Luzern für Menschen mit reduziertem Gleichgewichtssinn der gefährlichste Ort überhaupt, besteht er doch zu grossen Teilen aus einer schräg abfallenden, geteerten Fläche, die nirgends Halt bietet. Männer in rot-weissen Textilien verteidigen verbissen ihre persönliche Vertikale, indem sie Schwankungen mit dem Gewicht einer Wurst in der einen und jenem eines Bieres in der andern Hand auszugleichen versuchen. Es macht sich rundherum eine grosse Heiterkeit breit.

Kurz vor Anpfiff ertönt “We will rock you” aus den Boxen. Mein Unterwalliser Nebenmann ist wie elektrisiert. Er singt laut mit: “Cas in the pace, livin the nace, bady i canner and in the fuckin’ man – We will we will rock you!” Dann ziehen die Luzerner ihre Choreografie hoch. “Mais c’est mille fois meilleur que le Kop Nord”, sagt mein Nebenmann zu seinem Kumpel. Überhaupt, die Luzerner: Die haben einen ausgezeichneten Sinn für Melodie und Rhythmus. Selten werden Gesänge so rein vorgetragen, selten bleibt eine Kurve so sicher im Takt wie auf der Allmend. Meine Theorie: die Fasnacht. Die beste Schule für Kollektivgesang.

In der zweiten Halbzeit treffe ich vier Bekannte. Sie haben kein Ticket für den Heimsektor mehr gekriegt. Mit offiziellen und weniger offiziellen Rauschmitteln verschaffen sie sich jenen Ruhepuls, der nötig ist, um nicht plötzlich unbedacht zu jubeln bei Luzerner Treffern. Es gelingt ihnen vorzüglich. Mit dem Schlusspfiff nach 90 Minuten spüre ich ein plötzliches Absacken meines körperlichen Salzgehalts auf ein gefährlich tiefes Niveau. Und so tue ich, was ich die vielen hundert Male zuvor im Stadion noch nie getan habe: Ich esse eine zweite Wurst. Einen zweiten Schüblig. Es sollte mir nicht gut bekommen.

Die Penaltyentscheidung sehe ich vom Sockel des Flutlichtmastens aus, die Bekannten reichen mir netterweise ein letztes Getränk hoch. Danach kippen jubelnde Walliser über den Zaun zu ihren Spielern. Einige werden frivol und rennen Richtung Heimkurve, um den Sieg noch etwas fieser auszukosten. Das reicht dann aber einem kleinen Bataillon Blau-weisser. Vorschriftsgemäss vermummen sie sich und rennen den Wallisern entgegen. All das unter teilnahmsloser Beobachtung der Securitas, die unterdessen den Spielerausgang bewacht. Nach ein paar Tritten und Flätteren ist die Sache gelaufen, der letzte Walliser weggeschickt und das Territorium verteidigt. Dann kommt doch noch die Securitas. Sie hatte so lange gebraucht, weil sie sich erst noch neongelbe Signalwesten besorgen musste.

Draussen bleibt es ruhig. Am schönsten Wasserwerfer der Schweiz vorbei besteige ich den Bus. Dann den Zug. Ich bin froh, hab ich die Allmend noch einmal lebend gesehen.

Grotesker Kurvendialog

Sunday, April 5th, 2009

Die Differenzen zwischen der Zürcher Südkurve und der von ihr abgespaltenen Gruppierung Kreis4 nehmen immer bizarrere Formen an. Während des Spiels gegen Aarau sang die Südkurve mehrmals ihre Adaption des israelischen Volks- und Friedensliedes “Hevenu Shalom Aleichem” (vor wenigen Jahren hab ich das übrigens mal im Hardturm gehört, als “Mir liebed GeeeeCeee über ales”). Jedes Mal, wenn die schöne Melodie ertönte, hielten Leute vom Kreis4 demonstrativ ihre NS-referenzierende Fahne in die Höhe: schwarze 4 in weissem Kreis auf rotem Grund.

(Das kyrillische Transparent hatte offensichtlich einen rein persönlichen Hintergrund, weshalb der Querbezug von gestern gelöscht wird)

“Head over heels”

Monday, January 19th, 2009

Heute Morgen, beim Frühstück, auf DRS1: Kevin Keegan mit “Head over heels in love”. Ich glaube, das ist der einzige Fussballer, der gesungen hat und auch tatsächlich noch gespielt wird. Kein Wunder, stammt der Song doch aus der Feder des Hitfabrikanten CHRIS NORMAN (Smokie), der für zeitlose Balladen wie “Midnight Lady” verantwortlich ist. Und wer jetzt hier Ironie vermutet, liegt falsch, denn “Midnight Lady” war Titelsong einer der besten “Tatort”-Folgen aller Zeiten und kann deshalb nur ausserordentlich gut sein.

“Old Trafford Blues”

Friday, January 9th, 2009

In den Vorbereitungen zum gestrigen pseudowissenschaftlichen Vortrag zur Welt der Fussballschallplatten landete wieder einmal die B-Seite der “Manchester United”-Single (1976) auf dem Plattenspieler, der Song “Old Trafford Blues”. Gesungen wird er vom damaligen United-Spieler und schottischen Internationalen Martin Buchan. Buchan ist es auch, der in der Autorenzeile auf der Single-Etikette als Urheber des Songs steht. Dass das etwas dreist ist, wird klar, wenn man sich den “Old Trafford Blues” einmal genau anhört:

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Buchan, später Vorsteher der Spielergewerkschaft, wäre kaum ein Stein aus der Krone gefallen, hätte er sich damals auf den eigentlichen Urheber berufen. Guten Musikgeschmack hat er mit seiner Coverversion ja allemal bewiesen.

Hymnen-Hypochonder

Tuesday, December 2nd, 2008

Es ist jetzt auch schon wieder ein paar Wochen her, aber das Thema ist von einer beinahe zeitlosen Brisanz: Am 14. Oktober haben Leute (es wird vermutet: junge, mit nordafrikanischen Wurzeln) in Paris die “Marseillaise” ausgepfiffen. Vor dem Spiel Frankreich-Tunesien. Und es war nicht das erste Mal. Gegen Marokko und gegen Algerien war es auch schon passiert. Jetzt hat es Sarkozy und seinen Ministern den Deckel gelupft: Alles was recht ist, mais pas la Marseillaise! Spiele, vor denen die Hymnen ausgepfiffen werden, sollen gar nicht erst angepfiffen werden -- so die Idee. Und die ist offenbar ernster als vermutet. Grosse schwarz-weisse Zeitungen haben ironiefrei darüber berichtet.

Und jetzt? Über die Umsetzbarkeit eines solchen Vorhabens kann Carla Bruni ja mal ein Lied schreiben. “Quelqu’un a dit” wäre ein guter Titel, aber den hat sie leider schon früher verbraten. In ihrer pre-Sarkozy-Phase. Aber gut. “Die Landeshymnen sind ein alter Zopf, der abgeschnitten gehört”, hat mal jemand zum musikalischen Vorspiel bei Länderspielen gesagt, und das stimmt wohl auch, gerade nach Meldungen wie der erwähnten. Als Schweizer unterschreib ich das sofort. Ich bin in meinem Leben noch nie im Morgenrot dahergetreten. Kann gut ohne. Aber dann kommen halt doch Zweifel. Wenn ich an die bulgarische denke zum Beispiel. Oder die russische natürlich. Oder -- God save the queen.

1996 durften wir ja das Eröffnungsspiel bestreiten im Wembley. Und davor gabs natürlich Hymnen. Und die hab ich jetzt per Zufall gefunden. Also eine von beiden:

Ja, wie soll man nach sowas noch für die Abschaffung sein? Schauen Sie sich Tony Adams an! Der macht den hohlen Rücken, damit er noch lauter wird! Oder Stuart Pearce! Der Kerl war ja am Vorabend beim Reunion-Konzert der Sex Pistols -- merkt man davon etwas? Nicht im geringsten! Und wäre Gary Neville damals nicht totenbleich dagestanden und hätte als einziger den Mund nicht aufgemacht, die Geschichte mit dem Konzert wäre wahrscheinlich gar nie ausgekommen. Pearce, der alte Punk, hat Neville nämlich mitgenommen damals, damit der mal richtige Musik hört. Und Steve McManaman war glaub ich auch dabei. Aber der scheints besser vertragen zu haben. 

Würde dieser Blog über eine Voting-Funktion verfügen, die Frage würde nun lauten:

- Hymnen: Ja oder Nein?

Sie können froh sein, gibt es diese Funktion nicht, denn die Entscheidung ist sehr schwer.

The Kop: She loves you

Friday, November 14th, 2008

Es geht auf ein kaltes Wochenende zu, und da tun ein paar Minuten Herzwärme sicherlich gut: Dieser Ausschnitt einer BBC-Reportage aus den 60er Jahren über den alten Kop in der Liverpooler Anfield Road hat die erzählerische Dichte einer ganzen Fussballenzyklopädie. Ich habe den Beitrag 2001 im Football Museum der FA in Preston gesehen und konnte mich damals kaum mehr davon lösen. Erst vor wenigen Wochen ist mir in den Sinn gekommen, ihn auf Youtube zu suchen -- und siehe da! Erstaunlich, dass den noch nicht mehr als 12’300 sehen wollten. Recht viel Vergnügen und ein schönes Wochenende.

Samstag in Solothurn

Monday, October 27th, 2008

Bis jetzt war mir das gar nie aufgefallen. Aber am Wochenende war ich in Solothurn an einem Konzert, und dort war ein Raum volltapeziert mit Plakaten der letzten Jahre. Und da sah ich, dass unter jeder zweiten Band HOOLIGAN als Sponsor steht: The Business, The Buzzcocks, Misconduct, Discipline, Agnostic Front, Napalm Death, The Exploited, Deadline, Hatebreed und viele mehr, alle von HOOLIGAN unterstützt. Ich finde nichts Anrüchiges auf deren Homepage, nicht einmal einen halbwegs suspekten Link. Aber die Buzzcocks in HOOLIGAN-T-Shirts? Irgendwie gewöhnungsbedürftig.

Kein HOOLIGAN-T-Shirt trägt der Sänger von The Business auf einem der Plakate, sondern eins vom Athletic Club Bilbao, schön ohne Werbung, wie immer. Ich würde gerne mal ein Fotobuch anschauen nur mit Bildern drin von Punk-, Skin- und Oi-Bands, deren Sänger Fussballtrikots tragen, aber wahrscheinlich hat noch nie jemand einen Verlag gefunden, der so ein Buch herausgeben möchte. Aus dem Stand erinnere ich mich jetzt auch nur grad an eine Handvoll Beispiele: Real Deal mit Inter, Leatherface mit Sunderland, All because the lady loves mit Newcastle United und, ja, ok, Campino mit Bayern München. 

Auf dem Weg nach Solothurn hatten wir auf der A2 einen holländischen Car des Herstellers Van Hool überholt. Das ist ein gutes Busunternehmen für Auswärtsfahrten, finde ich, gerade in Holland. Reisen zum Beispiel die Fans von Feyenoord mit Van Hool ans Spiel in Amsterdam, dann kann sich der niederländische Konsumentenschutz beruhigt zurücklehnen, denn dann ist auch sicher drin, was drauf steht.

Auf der Autobahnraststätte Gunzgen Nord fuhr uns dann ein Kleinbus des FC Thun vor die Sonne, und dieser Fall war dann schon eher etwas für die Lauterkeitskommission: Gesponsert von COOP, shoppen sie an der Migrol-Tankstelle. Nicht unbedingt das, was der Herr Loosli gern sieht. Aber hängen wir es nicht an die grosse Glocke. Der FC Thun hat weiss Gott schon genug Sorgen. Und ausserdem war es ein Nachwuchsbus.

Am Konzert in Solothurn trat dann übrigens wieder ein Sänger in einem Fussballshirt auf, diesmal in einem von Argentinien. Aber er ist leider kein Fall für das erwähnte Buch. Denn die Band war die Sektion Chuchikäschtli, und die machen keinen Oi. Was mich auch noch irritierte: In der Disco nach dem Konzert tanzte ein junger Mann in einer neuen, blendend weissen Adidas-Trainerjacke mit grünen Streifen, und halbrund über den Rücken war das Wort “Beckenbauer” geschrieben. Es mag ja schon sein, dass die Jungen von nichts mehr eine Ahnung haben, aber dass sie sich jetzt spasseshalber zum Affen machen, muss denn das wirklich sein?

Das gute Fussballlied

Sunday, October 19th, 2008

Einfach in Melodie und Text und klar in der Botschaft: Das macht ein gutes Fussballlied aus. Raphi hat mir so eins geschickt, und für Micha, den Brauer, lad ichs rauf. 

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‘s Fründschaftsspiel

Monday, September 22nd, 2008

Mehr zum Schauen ob hier wirklich auch Audio-Dateien laufen, hier ein Klassiker der Volksmusik: D’ Schlieremer Chind mit em Fründschaftsspiel.

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