Archive for the ‘Frankreich’ Category

Felder (17)

Friday, August 19th, 2011

“In der Provence werden ‘Wiesen’ gleich mehrfach genutzt”, schreibt Leser Raphael, der, genau: in der Provence in den Ferien war. Oder immerhin dort vorbei kam. Herzlichen Dank für die Zuschrift, und man möchte ergänzen: Wo so viel für die Jugend getan wird, kann es nicht zu sozialen Unruhen kommen. Das ist ja auch wieder beruhigend.

Allez, Allez, Allez, Allez, Les Verts, Les Verts, Les Verts, Les Verts

Saturday, July 9th, 2011

Das ist doch eine Erwähnung wert: Kaum ein Verein der Welt (mit Ausnahme vielleicht von Real mit “Hala Madrid”) hat einen Klubsong dermassen ausgeschlachtet wie die AS St. Etienne. Alle paar Jahre ein Aufguss. Heute reingeflattert: die Trompetenversion von Jean Claude Borelly. Allez!

 

Wie im Alpstein

Thursday, July 7th, 2011

Vorgestern hab ich im ehemaligen Hauptquartier des Knapp-daneben-Imperiums und nach wie vor sehr schönen Laden SPOOKY SOUND an der Zweierstrasse 56 in Zürich 4 diese Postkarte erworben, die am 17. Mai 1977 von Marseille nach Zürich geschickt worden war. Ruedi schreibt:

Meine Lieben, am Montagmittag kamen wir in Sormion an, nachdem wir auf einem Autobahnparkplatz übernachtet haben. Wir erwarten heute Peter und Markus. Das Wetter ist nicht schön aber auch nicht schlecht. Der Fels ist oft brüchig und die Routen sind relativ kurz (ca. 2-3 Seillängen). Das Gebiet ist en wenig öde aber am Meer sehr eindrucksvoll, es erinnert manchmal an den Alpstein. Morgen oder am Freitag gehe ich Marseille anschauen, an den übrigen Tagen klettern wir.

Was lernen wir daraus? Wer schon lange einmal OM-PSG schauen wollte, kann sich fast genau so gut Urnäsch-Gais gönnen. Kommt günstiger.

Darfs ein bisschen komplizierter sein?

Friday, May 13th, 2011

Aufs Wochenende ergeht eine unbedingte Leseempfehlung, sie betrifft den Blog des NZZ-Frankreichkorrespondenten Marc Zitzmann. Zitzmann widmet sich in seinem aktuellen Beitrag einer Studie des Soziologen Stéphane Beaud, der sich in nüchterner, differenzierter Weise dem Spielerstreik der “Bleus” an der WM 2010 angenommen hat – und zu ganz anderen Schlüssen kommt als die Chef-Schreiber von “L’Equipe” oder der sich als Philosoph tarnende Populist Alain Finkielkraut. Zitzmanns Beitrag zu Beauds Studie ist ausführlich, aber essentiell. Und beim zweiten Mal Lesen ergeht es Ihnen vielleicht wie mir – und wie Etrit Hasler, der sich in seiner aktuellen Sportkolumne in der WOZ ebenfalls mit Frankreich befasst: Ganz so anders sieht es bei uns nicht aus. Es ist nur noch nie zu einem Eklat gekommen.

Kampf des Chores

Friday, March 11th, 2011

Hier sehen Sie ein Bild aus dem Jahr 1967. Es zeigt die französische Beat-Band “Les Menestrels de l’an 2000″, assistiert von einem gemischten Chor. Das ist schon an und für sich schön zu sehen: junge Menschen, die Alt und Neu ungezwungen verbinden, ein Duett des links-urbanen mit dem rechts-ruralen Milieu sozusagen, freudige kulturelle Zweisamkeit.

Und was hat das mit Fussball zu tun? Was hat das tami nomal mit Fussball zu tun? Bin ich hier im Kulturplatz-Blog oder was? Selbstverständlich nein. Wobei: nichts gegen den Kulturplatz. Ein interessantes Gefäss. Haben Sie die Jahresrückblickssendung gesehen mit Hanspeter Müller-Drossaart und Pedro Lenz als Studiogäste? Hätten ihre Kulturfavoriten 2010 – Musik, Film, Theater und so weiter – nennen müssen und sprachen dann doch immer nur über die Ausschaffungsinitiative. Die Moderation machte dabei nicht unbedingt einen links-unterwanderten, eher einen apolitisch-überforderten Eindruck. Wobei: War sicher alles inszeniert. Vom Kameramann mit RAF-Vergangenheit clever kadriert, von der ETA-nahen Cutterin revolutionär zurechtgeschnitten.

Aber zurück zum Bild, zurück und hin zum Fussball: Wer hier singt, begleitet von den “Menestrels de l’an 2000″ (quel nom!), ist der Fanchor des Racing Club de Lens. Es macht sich ja auch auf den hiesigen Stehplätzen eine gewisse Betonung der äusseren Erscheinung bemerkbar. Wenns um Stilfragen geht, sollte man sich aber als singender Fan künftig an diese Damen und Herren halten. Allez Lenz! Bzw. Lens!

Le match nul

Monday, March 7th, 2011

Allez les fées vertes

Tuesday, January 18th, 2011

Man muss auch wieder einmal ein gutes Wort über den Franzosen verlieren. Man stammt ja quasi von ihm ab. Er hat es doch auch nicht leicht. Die Austern befallen, Nike auf dem Trikot, die junge Le Pen am Ruder und das Pelforth-brune-Fläschchen auch nicht mehr so schön klobig wie einst. Aber: der Fussball! Le foot! Zut alors! Im Herbst dachte ich noch, das wird sich rasch ergeben. Das ist zu schön um wahr zu sein. Aber jetzt, nach 20 Runden, muss von einer Erhärtung der Umstände gesprochen werden: Lille führt mit 35 Punkten, das sind lediglich 6 Punkte vor St. Etienne, und die liegen auf Platz 8. Doch das ist noch nicht alles, wie unsere Freunde vom Dauerwerbefernsehen sagen: Platz 1 und den von Nancy Sinatra belegten Platz 13 trennen ganze 10 Punkte! Es ist: spannend wie die Sau. Tension de cochon. Und wenn wir es noch genauer haben wollen: Von Lens auf dem vorletzten, 19. Rang bis Toulouse auf Rang 6 geht es in 1-Punkte-Schritten bergauf, mit nur einer Ausnahme, dem 2-Punkte-Abstand zwischen Sochaux (11) und Bordeaux (10). Ich habe keine Erklärung für all das, aber mir scheint, in Frankreich werde mehr Rémis Martin gespielt als anderswo, verdankt Lille seine Tabellenspitze doch lediglich 9 Siegen und Auxerre seine 24 Punkte satten 12 Unentschieden. Berufsstatistiker, helft! Auch finde ich, es fallen wenig Tore. Am Montagmorgen um halb sieben, wenn ich die Telegramme lese, finde ich das jedenfalls. Mit dem Franzosen bin ich ja inzwischen viel schneller durch als mit dem Italiener.

Ein Zufall alles? Mitnichten. Schauen wir uns die Ligue 2 an, ebenfalls nach 20 Runden: an der Spitze ein Retortenbébé vom Genfersee im Besitz von Zidane, Lizarazu und Boghossian, und dann: Angers auf Platz 15 lediglich 10 Punkte dahinter! Auch hier: eine durch lediglich zwei 2-Punkte-Differenzen unterbrochene 1-Punkte-Schritt-Tabelle von Rang 19 rauf zu Rang 1. Leicht abgeschlagen nur Grenoble auf dem letzten Platz (und man darf ahnen, dass es Arles-Avignon nach dem bevorstehenden Abstieg aus der Ligue 1 nächste Saison ähnlich gehen wird). Und auch in der Ligue 2: Unentschieden Annemasse. Wo, übrigens, ist Bastia?

Le Ballbesitz n’existe pas

Friday, February 26th, 2010

Ein Sportwissenschafter in Diensten des OSC Lille hat mithilfe technischer Geräte errechnet, dass ein durchschnittlicher Profi seines Teams heute gerade mal eine knappe Minute lang in Ballbesitz ist. Pro Spiel. Die restlichen 89 Minuten rennt er dann eigentlich mehr oder weniger orientierungslos übers Feld. So ist das. Und erfurlan-sparwasser-540x304 rennt ja viel, das weiss man mittlerweile ja, zehn Kilometer oder mehr. Was aber an der Studie auch noch interessant ist: Auf welcher Position hat man wohl überdurchschnittlich viel Ballbesitz? Und rennt dabei überdurchschnittlich schnell? Nein, nicht im Tor. Aussen Mitte.

Aber lesen Sie doch selbst. Danke Deutschlandfunk. Und danke, Massimo Furlan. Der auf dem Bild zu sehende Künstler hat die Forschungsergebnisse nämlich bereits vor einer Weile erahnt, als er anfing, grosse Spiele allein und ohne Ball nachzustellen. Hier ist er gerade Jürgen Sparwasser.

Youri, ähem, Djorkaeff

Thursday, February 26th, 2009

Ich habe diesen Spieler immer gemocht. Als Spieler. Grossartig, und es fehlte diese letzte, unsympathische Entschlossenheit. Deshalb sehr sympathisch. Jetzt singt er. Du meine, meine Güte. Mon dieu. Das Lied – ok. Es wird niemand gezwungen, es zu Ende zu hören. Die Bekleidung – ok. Irgendjemand muss das ja tragen. Sonst landet es von der Beate Uhse direkt im Texaid-Sack. Und jetzt alle zusammen: Leben in deinem Licht!

“Oh la la!”

Thursday, January 15th, 2009

Die Wechselwirkung zwischen Playstation und realem Fussball wird seit längerem diskutiert. Das Tor des Girondins Gourcuff zum 3:0 gegen PSG trägt dazu bei, dass der Gesprächsstoff nicht ausgeht. “Oh la la” sagt der Kommentator: