Über all die Jahre hat sich im Bereich der Fussballfilme so einiges an Müll angesammelt. Umso erfreulicher, wenn man zwischendurch mal eine wahre Perle findet. Und eine besonders schön glänzende Perle ist zweifelsohne der tschechische Spielfilm Klapzubova XI. aus dem Jahre 1938, basierend auf einem Roman des Schriftstellers Eduard Bass.
Vater Klapzubova führt mit seinen elf Söhnen eine Autowerkstatt und ist ein glühender Fussballfan. Nach der Arbeit trainiert er seine Jungs und meldet schliesslich auch eine Mannschaft für die Meisterschaft an. Gleich reihenweise werden Kantersiege eingefahren und bald steht die Klapzubova-Elf in der höchsten Spielklasse. Das weckt Begehrlichkeiten bei den Spitzenvereinen des Landes, einige der Brüder können dem Ruf des Geldes nicht widerstehen und wagen den Wechsel – sehr zum Ärger des störrischen Vaters, der fest der Ansicht ist, wer den Fussball liebe, würde nie für Geld spielen. Er verurteilt die Vereine scharf, die mit Geldscheinen wedeln und wild alles zusammenkaufen. Und nachdem in einem Prager Derby einige seiner Söhne gegeneinander spielen müssen und sich erst noch einer verletzt, platzt dem Alten der Kragen. Ausgerechnet jetzt will der Verband auch noch, dass er mit seinen Söhnen die Tschechoslowakei bei der Europameisterschaft – ja, im Film gab’s die schon 1938 – vertritt.
Vor 70 Jahren wurde Klapzubova XI. gedreht und dennoch brandaktuell. Natürlich darf auch die Liebesgeschichte nicht fehlen. Und damit die Fussballszenen authentisch wirken, hat Regisseur Ladislav Brom Ausschnitte aus Spielen der tschechischen Nationalmannschaft genommen. Immerhin war die zu jener Zeit noch Weltklasse.
Die DVD gibt’s mit englischen Untertiteln in einigen tschechischen Onlineshops (z.B. hier) oder bei mir zum Ausleihen.