Archive for the ‘Filme/DVD’ Category

“This is Bagdad!”

Tuesday, December 29th, 2009

Leser Etoile Carouge hat uns verdankenswerterweise auf folgenden fünfminütigen Videobeitrag hingewiesen, in dem der Schweizer Fussball in den seltenen Genuss einer unvoreingenommenen Aussensicht kommt. Vom zwischenzeitlich geäusserten und hier als Beitragstitel verwendeten Urteil “This is Bagdad, this is Central Bagdad!” sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. Es ist im Gegenteil davon auszugehen, dass die amerikanischen Matchbesucher wieder kommen werden. Und Freunde mitbringen. Viele Freunde. In diesem Sinne: Here we go!

Kino

Friday, December 11th, 2009

EricExtrem hoher Frauenanteil gestern. Gutes Unterhaltungskino. Die Geschichte selbst für Loach-Verhältnisse manchmal etwas platt. Die ganzen Fussballsachen dafür nie peinlich. Und die Originaleinspielung von Cantonas erstem Spiel nach der Sperre könnte ich mir glaubs ca. 345 x anschauen, ohne emotional abzustumpfen. Wer übrigens den einen Stiefsohn des Pöstlers in seiner ersten grossen Rolle sehen möchte, leihe sich doch “Shameless” aus. Praktisch ohne Fussball, aber grandios. Eignet sich für die Festtage, jeden Abend eine Folge. Damit nicht zu viel Gemütlichkeit aufkommt.

Looking for … social romance

Sunday, November 8th, 2009

Die NZZamSonntag heute zu Ken Loachs “Looking for Eric”:

Wie vielen linken Intellektuellen – erinnert sei an den hagiografischen Maradona-Film von Emir Kusturica oder an die grassierende Südkurvenromantik in der Zürcher Kulturszene – dient Loach der Fussball als Projektionsfläche für Solidarität und soziale Gerechtigkeit.

Schaut “Las Pelotas”

Wednesday, October 21st, 2009

pelotas_posterUnd zwar am 29.10.2009 um 21 Uhr im Kino Uto in Zürich. Die Schweizer Produktion “Las Pelotas” gewann dieses Jahr in Locarno einen Leoparden für den besten Kurzfilm. Man kann verstehen warum: eine höchst entzückende argentinische Viertelstunde über den Versuch, fussballerisches Talent zu zeugen. Im eigentlichen Sinne.

Robbie Fowler neu Bodenturner

Friday, August 21st, 2009

Er war schon immer etwas origineller als die meisten seiner Kollegen. In Australien verschiesst Robbie Fowler nun aber keine Elfmeter mehr absichtlich (weil sie seiner Meinung nach ungerechtfertigt gepfiffen wurden) und zieht sich auch keine Out-Linie die Nase hoch. Vielmehr übt er sich als Bodenturner, nachdem er von seinem Gegenspieler etwas rüde zu Fall gebracht worden war. Und er legt dabei eine erstaunliche Beweglichkeit an den Tag:

The Kop: She loves you

Friday, November 14th, 2008

Es geht auf ein kaltes Wochenende zu, und da tun ein paar Minuten Herzwärme sicherlich gut: Dieser Ausschnitt einer BBC-Reportage aus den 60er Jahren über den alten Kop in der Liverpooler Anfield Road hat die erzählerische Dichte einer ganzen Fussballenzyklopädie. Ich habe den Beitrag 2001 im Football Museum der FA in Preston gesehen und konnte mich damals kaum mehr davon lösen. Erst vor wenigen Wochen ist mir in den Sinn gekommen, ihn auf Youtube zu suchen -- und siehe da! Erstaunlich, dass den noch nicht mehr als 12’300 sehen wollten. Recht viel Vergnügen und ein schönes Wochenende.

Tschechisches Fundstück

Tuesday, October 14th, 2008

Über all die Jahre hat sich im Bereich der Fussballfilme so einiges an Müll angesammelt. Umso erfreulicher, wenn man zwischendurch mal eine wahre Perle findet. Und eine besonders schön glänzende Perle ist zweifelsohne der tschechische Spielfilm Klapzubova XI. aus dem Jahre 1938, basierend auf einem Roman des Schriftstellers Eduard Bass.

Vater Klapzubova führt mit seinen elf Söhnen eine Autowerkstatt und ist ein glühender Fussballfan. Nach der Arbeit trainiert er seine Jungs und meldet schliesslich auch eine Mannschaft für die Meisterschaft an. Gleich reihenweise werden Kantersiege eingefahren und bald steht die Klapzubova-Elf in der höchsten Spielklasse. Das weckt Begehrlichkeiten bei den Spitzenvereinen des Landes, einige der Brüder können dem Ruf des Geldes nicht widerstehen und wagen den Wechsel – sehr zum Ärger des störrischen Vaters, der fest der Ansicht ist, wer den Fussball liebe, würde nie für Geld spielen. Er verurteilt die Vereine scharf, die mit Geldscheinen wedeln und wild alles zusammenkaufen. Und nachdem in einem Prager Derby einige seiner Söhne gegeneinander spielen müssen und sich erst noch einer verletzt, platzt dem Alten der Kragen. Ausgerechnet jetzt will der Verband auch noch, dass er mit seinen Söhnen die Tschechoslowakei bei der Europameisterschaft – ja, im Film gab’s die schon 1938 – vertritt.

Vor 70 Jahren wurde Klapzubova XI. gedreht und dennoch brandaktuell. Natürlich darf auch die Liebesgeschichte nicht fehlen. Und damit die Fussballszenen authentisch wirken, hat Regisseur Ladislav Brom Ausschnitte aus Spielen der tschechischen Nationalmannschaft genommen. Immerhin war die zu jener Zeit noch Weltklasse.

Die DVD gibt’s mit englischen Untertiteln in einigen tschechischen Onlineshops (z.B. hier) oder bei mir zum Ausleihen.

Früher war ja alles besser…

Thursday, September 4th, 2008

“Es ist Sonntag. Jean und Yvonne langweilen sich, ihr Vater macht ein Mittagsschläfchen. Als er erwacht, überreden sie ihn, mit der Familie zum Fussballmatch zu gehen. Die Mutter verzieht das Gesicht, schliesst sich dann aber der Mehrheit an. Die Durambois kommentieren das Spiel und gehen gegenseitig aufeinander los: Madame entrüstet sich über die Brutalität des Spiels und die vulgären Ausdrücke der Zuschauer, während ihr Mann sich über den Schiedsrichter ereifert und ins Spielfeld hinabsteigt, um sich zu prügeln. Er kehrt mit einem blauen Auge zurück.”

Kurzbeschrieb des Films: La Famille Durambois au Match de Football, CH 1943, 20 Minuten.