Archive for the ‘FCL’ Category

Zwei neue Stadionpostkarten

Thursday, April 22nd, 2010

stadienHeute kamen die Stadionpostkarten Kd09 und Kd10 aus der Druckerei: Allmend und Letzigrund. Ich hab sie schnell und schief auf den Scanner gelegt, damit man ein Bild hat. Die Karten sind, wie alle andern auch, für 1.50 pro Stk. zzgl. Porto unter knappdaneben ( at ) gmail.com zu bestellen.

Bitte lessen

Friday, April 16th, 2010

Wenn ich schon am Schulmeistern bin: Gefunden auf der Homepage des FC Luzern, zum Spieler Lior Etter:

Der Maturant liesst gerne und zählt u.a. das Filmen zu seinen bevorzugten Präferenzen

Gemäss recht gut unterrichteter Luzerner Quelle gehören aber auch viele andere Inhalte auf www.fcl.ch wegen ihres beispiellosen Blütenreichtums zur liebsten Lieblingslektüre zahlreicher Fans. Zum Beispiel der Matchbericht zum Spiel in St. Gallen:

Insgesamt traten die Platzherren kompakt auf und nutzten die Räume, welche ihnen die Luzerner offenbarten.

“Die eigene Party feiern”

Friday, January 8th, 2010

Vereine und Spieler würden sich immer weniger für die Menschen auf den Rängen interessieren, sagt Michael Gabriel, weshalb die Leute auf den Rängen auch zunehmend ihre eigene, vom Spiel losgelöste Party feierten. Der Leiter der deutschen Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) in Frankfurt spricht in einem ausführlichen Interview mit der Süddeutschen Zeitung über Ultras und Fussball und macht dabei deutlich, wie hilfreich es sein kann, wenn Leute ausgebildet werden, um eine Ahnung zu haben. Eine Ahnung von den Abläufen in der Fanszene zum Beispiel. In der Schweiz sind Ansätze vorhanden, doch die Rückschläge lassen nicht lange auf sich warten: So kürzt die Stadt Luzern ihren Beitrag an die dortige Fanarbeit um 45’000 auf 20’000 Franken, was nicht nur die Fanarbeit an sich, sondern auch das Fanlokal Zone5, in dem die Fanarbeit eingemietet ist, existentiell bedroht. Die lakonische Begründung für die Sparmassnahme: die meisten Fans wohnten ohnehin nicht in der Stadt. Mit dieser Logik könnte Luzern auch gleich seinen ÖV einstellen, wird er doch auch nur zu einem Teil von Stadtbewohnern genutzt.

Tiefes Terrain, tiefe Einblicke

Friday, December 11th, 2009

Heute in der NZZ, im Matchbericht zum Cupspiel FCL-St. Gallen:

In der Innerschweiz gibt es im Fussball noch Jahreszeiten, es wird überlegt, im neuen Stadion auf der künstlichen Unterlage die Erfolge anzustreben. Es darf aber bezweifelt werden, ob dies dem FC Luzern in einer derartigen Verfassung wie am Donnerstag weitergeholfen hätte.

Etwas expliziter noch äussern sich die organisierten Fans des FC Luzern. Sie zeigen dem Kunstrasen die Rote Karte.

Schon wieder ein Buch!

Wednesday, November 18th, 2009

dasbuchUnd schon wieder eine Erinnerung an ein dahingeschiedenes Stadion: Nach dem “Hardturm” erscheint diese Woche “Stadion Allmend“, ein 312 Seiten dicker Ziegelstein mit 400 Bildern, dazu eine DVD für die Masochisten unter den Nostalgikern. Aus Gründen der Befangenheit halte ich die Empfehlung kurz und nüchtern: buy or die. Gilt nicht nur für Weihnachten und nicht nur für die Innerschweiz.

Donnerstag, 23. April, Zone5 Luzern

Wednesday, April 22nd, 2009

Wieder einmal ein kleiner Veranstaltungshinweis in eigener Sache: Diesen Donnerstag, 23. April, gibts in der Zone5 in Luzern (Bundesplatz 9) einen Abend rund um das Buch “Knapp daneben – Aus den Randgebieten des Fussballs”. Die Texte aus dem Buch werden vertont durch passende Musikbeispiele aus der Welt der Fussballschallplatten und ausgeschmückt durch Anekdoten und Halbwahrheiten aus dem Fundus von “Knapp daneben”. Beginn: 20.30 Uhr. Kühle Getränke an der Bar. Freundliches Servicepersonal. Herzlich willkommen!

“In the fuckin’ man!”

Tuesday, April 14th, 2009

Am Bahnhof kaufe ich mir eine kühle Flasche Chodovar, eines meiner Lieblingsbiere. Weil ich nicht zuletzt deswegen Gefahr laufe, eine zu gute Laune mit mir herumzutragen, dämpfe ich die Euphorie mit dem Kauf der aktuellen Weltwoche. Die Titelgeschichte über frustrierte Lehrer beginnt mit einem abschreckenden Beispiel aus Biel: “In der Realklasse 9a im Oberstufenzentrum Madretsch herrschen seit Jahren chaotische Zustände.” Wie lange bleibt eine durchschnittliche Bieler Klasse wohl im 9. Jahr? Ziemlich lange, offenbar.

Dann steig ich in Luzern aus und um auf die ZB nach Kriens Mattenhof. Am Perron bestaune ich die neue Kampagne von bluewin tv. Sie wirbt für Live-Fussball, und zwar so: Julio Hernan Rossi im Dress von Xamax jubelt auf der Leinwand, zwei Männer auf der Couch (man sieht sie von hinten) jubeln ihm zu. Darunter steht: “Stefan und Philipp, Bern, 20.17 Uhr” Das habe ich nicht gewusst. Also dass Xamax in Bern so beliebt ist. Gut, es gibt vielleicht 2-3 Exilneuenburger. Aber die heissen eher nicht Stefan und Philipp. Die Botschaft von bluewin tv ist also: Wenn du männlich bist, in Bern wohnst und Xamax unterstützt, solltest du ein bluewin-tv-Abo kaufen. Ob die Zielgruppe jetzt sehr gross ist, kann ich nicht sagen. 

Auf der Allmend kauf ich ein Billett für den Gästesektor. Dort, beim Eingang, sind eben die letzten Busse aus dem Wallis angekommen. Es steigen und fallen Menschen aus den Karossen, die mit jeder Faser ihres Körpers veranschaulichen, in welche Abgründe eine dreistündige Busreise den menschlichen Organismus zu reissen vermag. Unfairerweise ist der Gästesektor in Luzern für Menschen mit reduziertem Gleichgewichtssinn der gefährlichste Ort überhaupt, besteht er doch zu grossen Teilen aus einer schräg abfallenden, geteerten Fläche, die nirgends Halt bietet. Männer in rot-weissen Textilien verteidigen verbissen ihre persönliche Vertikale, indem sie Schwankungen mit dem Gewicht einer Wurst in der einen und jenem eines Bieres in der andern Hand auszugleichen versuchen. Es macht sich rundherum eine grosse Heiterkeit breit.

Kurz vor Anpfiff ertönt “We will rock you” aus den Boxen. Mein Unterwalliser Nebenmann ist wie elektrisiert. Er singt laut mit: “Cas in the pace, livin the nace, bady i canner and in the fuckin’ man – We will we will rock you!” Dann ziehen die Luzerner ihre Choreografie hoch. “Mais c’est mille fois meilleur que le Kop Nord”, sagt mein Nebenmann zu seinem Kumpel. Überhaupt, die Luzerner: Die haben einen ausgezeichneten Sinn für Melodie und Rhythmus. Selten werden Gesänge so rein vorgetragen, selten bleibt eine Kurve so sicher im Takt wie auf der Allmend. Meine Theorie: die Fasnacht. Die beste Schule für Kollektivgesang.

In der zweiten Halbzeit treffe ich vier Bekannte. Sie haben kein Ticket für den Heimsektor mehr gekriegt. Mit offiziellen und weniger offiziellen Rauschmitteln verschaffen sie sich jenen Ruhepuls, der nötig ist, um nicht plötzlich unbedacht zu jubeln bei Luzerner Treffern. Es gelingt ihnen vorzüglich. Mit dem Schlusspfiff nach 90 Minuten spüre ich ein plötzliches Absacken meines körperlichen Salzgehalts auf ein gefährlich tiefes Niveau. Und so tue ich, was ich die vielen hundert Male zuvor im Stadion noch nie getan habe: Ich esse eine zweite Wurst. Einen zweiten Schüblig. Es sollte mir nicht gut bekommen.

Die Penaltyentscheidung sehe ich vom Sockel des Flutlichtmastens aus, die Bekannten reichen mir netterweise ein letztes Getränk hoch. Danach kippen jubelnde Walliser über den Zaun zu ihren Spielern. Einige werden frivol und rennen Richtung Heimkurve, um den Sieg noch etwas fieser auszukosten. Das reicht dann aber einem kleinen Bataillon Blau-weisser. Vorschriftsgemäss vermummen sie sich und rennen den Wallisern entgegen. All das unter teilnahmsloser Beobachtung der Securitas, die unterdessen den Spielerausgang bewacht. Nach ein paar Tritten und Flätteren ist die Sache gelaufen, der letzte Walliser weggeschickt und das Territorium verteidigt. Dann kommt doch noch die Securitas. Sie hatte so lange gebraucht, weil sie sich erst noch neongelbe Signalwesten besorgen musste.

Draussen bleibt es ruhig. Am schönsten Wasserwerfer der Schweiz vorbei besteige ich den Bus. Dann den Zug. Ich bin froh, hab ich die Allmend noch einmal lebend gesehen.

“Singende Beine” in Luzern

Monday, January 5th, 2009

Ein Tröpfchen Werbung in eigener Sache: Diesen Donnerstag lege ich in der Zone5 in Luzern (Bundesplatz 9) ein paar schöne und viele weniger schöne Fussballschallplatten auf und sage etwas dazu. Was es halt so zu sagen gibt zu Fussballschallplatten. Der Anlass läuft wie immer unter dem Titel “Singende Beine”. Zu hören sein wird unter anderem diese Zeile: “Oh oh Friedel, Friedel, oh Friedel Rausch, mit Ine hed me eifach de grööschti Plausch.” Allen, die sich das antun wollen, danke ich jetzt schon ganz herzlich. Pascal

Entlassen wegen Schiedsrichterentscheid

Tuesday, November 4th, 2008

“Hätte am Samstag (gegen Xamax, Anm. Kd) der Schiedsrichter nicht den Penalty gegen uns gepfiffen, wäre Morinini noch unser Trainer.” 

Walter Stierli, Präsident des FC Luzern, in der NZZ am Sonntag vom 2. November. Das nennt man professionelles Personalmanagement. Rolf, hüte dich vor Schiedsrichterpfiffen!

33 Stadionverbote nach 1.Liga-Spiel

Tuesday, November 4th, 2008

Einen exemplarischen Fall von ins Kraut schiessenden Sicherheitsmassnahmen und Sanktionen erzählt das Luzerner Fanzine “Stelzbock” in seiner aktuellen Ausgabe nach, die als PDF heruntergeladen werden kann. Im April dieses Jahres wurden 33 Fans des FC Luzern beim 1. Liga-Spiel ihrer U21 in Biel aus bis heute schleierhaften Gründen festgenommen, angezeigt und mit Stadion- und Rayonverboten belegt. Seither wehren sich die Angeschuldigten und Ausgeschlossenen mit vereinten Kräften und teilweisem Erfolg. Die Lektüre ist auch all jenen empfohlen, die der festen Überzeugung sind, wer nichts verbrochen habe, habe auch nichts zu befürchten.