Archive for the ‘FCB’ Category

FCZ-FCB

Wednesday, May 11th, 2011

Ich habe zwei Söhne. Wenn der Jüngere (sieben Wochen alt) schreit, dann sagt der Ältere (3 Jahre alt) zum ihm: „Gang uf Basel!“ Ich schwöre beim Grab meiner Grossmutter selig, dass ich sowas nie sagen würde.

Moral, Heuchelei, Lohn, Kunst, Architektur

Monday, May 2nd, 2011

Im neuen NZZ-Folio, das heute im Briefkasten lag, sagt Benjamin Huggel:

Ich halte die Diskussion für heuchlerisch, ob 15 oder 20 Millionen Franken Jahreslohn für Ronaldo oder Messi pervers sind. Könnte man ethische oder moralische Massstäbe anlegen, wäre etwa die Arbeit einer Pflegerin viel mehr wert. Aber der Massstab ist der Markt.

So. Haben wir wieder etwas gelernt. Wäre vielleicht auch schwierig, als Spieler, der Woche für Woche ein Novartis-Trikot trägt, zu sagen:

Jahreslöhne von 15 oder 20 Millionen Franken werfen schon ethische oder moralische Fragen auf. Soll der Markt allein entscheiden, wie eine Pflegerin für ihre Arbeit entlöhnt wird und wie ein Fussballer oder ein Manager?

Einen anderen interessanten Satz las ich am Samstag im “Magazin”. Max Küng fragt sich dort in seiner Kolumne, wo eigentlich Ai Weiwei steckt und ob die Geschichte um den verschleppten chinesischen Künstler auch mitgemeint ist, wenn China als spannende Tourismusdestination angepriesen wird. Küngs Kolumnenkollege Thomas Held, der circa wöchentlich den Schweizer Fortschrittskritischen die Innovationskraft Chinas um die Ohren haut, würde sagen: Ja! Die Länder stehen im internationalen Wettbewerb! Es mag ja schön und gut sein, wenn Künstler ihre Heimat kritisch hinterfragen, aber wer weiter kommen will, kann sich diese Art von Zersetzung nicht mehr leisten. Schauen Sie nach China! Für jeden Verschleppten wird dort ein Wolkenkratzer hochgezogen, für jeden Dissidenten ein Dorf umgesiedelt. So geht’s in die Zukunft! Und weg wären die Künstler (ausser Andreas Thiel).

Wo ist eigentlich Ai Weiwei? Was ich mich frage: ob sich Herzog & de Meuron das auch fragen. Ai Weiwei hat ihnen ja recht geholfen auf dem Weg zum Olympiastadion, dem Vogelnest, das “eine radikale Freiheit ausdrückt” (Jacques Herzog, NZZ, 7. Juni 2008). Ja, mit dem lustigen Ai Weiwei haben Herzog & de Meuron unter anderem lustige Türme aus Weingläsern gebaut. Man kann es nachsehen in einem Film über ihre Arbeit am Stadion (Herzog: “Es ist eine begehbare Skulptur in der Art des Eiffelturms.”). Wo ist Ai Weiwei? Darf man in einem Land bauen, das seine Künstler, nachdem sie europäische Architekten nützlich beraten haben, verschwinden lässt unter Nennung dubioser Gründe? Man darf. Sagt Herzog:

“Man kann sagen, in einem Land, das nicht unsere gesellschaftlichen, wirtschaftlichen oder moralischen Standards hat, engagiere ich mich nicht. Dann könnte man aber an vielen Orten nicht bauen, im Grunde nicht einmal im Amerika der Bush-Administration.”

Und noch etwas gelernt – sagenhaft! Das ist eigentlich fast noch besser als “Wenn wir es nicht gemacht hätten, hätte es ein anderer gemacht.” Herzogs Vergleich ist ohnehin gut, denn im Amerika der Bush-Administration haben Herzog & de Meuron ja auch gebaut. Aber eben: Wo ist Ai Weiwei? Das würde ich auch gerne fragen, aber leider kann man keine ethischen oder moralischen Massstäbe anlegen. Leider, leider, leider.

Schwierige Legendenbildung

Sunday, January 9th, 2011

Gestern bebilderte der Tages-Anzeiger einen Text zu den Polizeikosten bei Fussballspielen in Zürich mit einer Aufnahme aus dem Jahre 2008, die es offenbar in sich hat. Schwer zu deuten ist. Probleme bereitet. Die Bildlegende im Tagi heisst:

Damals war es noch günstiger: Polizeieinsatz auf der Duttweilerbrücke im August 2008 nach einem Spiel zwischen dem FCZ und dem FC Basel.

Dasselbe Bild findet sich in der neuen FCZ-Chronik, auf Seite 327, in einem Kapitel namens “Der Kampf gegen die Gewalt”. Dort lautet die Legende:

FCB-Fans werden auf dem Weg in den Letzigrund von der Polizei gestoppt.

Beide Bildlegenden suggerieren, die Basler Fans hätten der Polizei grosse Probleme bereitet: Im Tagi formieren sie sich NACH dem Spiel und provozieren so einen Polizeieinsatz. Im Buch müssen sie von der Polizei gestoppt werden, weil sie offenbar weiss ich was vorhaben. Schaut man sich das Bild in Ruhe an, ist zu sehen, dass die Basler vom Kreis 5 her über die Duttweilerbrücke Richtung Letzigrund marschieren, die letzten Meter ihres traditionellen Marsches vom Bahnhof zum Stadion und deshalb mit ziemlich grosser Sicherheit vor dem Spiel. Es ist auch nicht anzunehmen, dass die Polizei den Marsch stoppen will, wie es in der Chronik steht, sondern lediglich die Herdernstrasse für die Basler sperrt, damit sie via Hohlstrasse zum Gästesektor gelangen und nicht die Ecke Herdern-/Baslerstrasse passieren, wo sich vor Schlachthof und Zic-Zac die FCZ-Fans versammeln. So gesehen eine ganz normale Massnahme im Interesse ziemlich aller. Aber offenbar schwer nachvollziehbar.

Ein Herz für Rowdys

Wednesday, September 29th, 2010

Oder waren es Hooligans? Chaoten? So genannte Fans? Wie dem auch sei, die Basler Polizei zeigte sich bei der Einkesselung der angereisten Münchner von ihrer herzerwärmendsten Seite.

Nachtrag vom 1. Oktober: Um hier nicht dem Vorwurf der Saloppheit (Saloppung? Saloppiertheit?) ausgesetzt zu werden, hier der Link zu Stellungnahme der Schickeria München. Das sind nämlich die, die sich hier im Herz befinden.

Effiziente Schnellgerichte

Friday, June 18th, 2010

Das St. Galler Schnellgericht für Fussball-Übeltäter (oder laut SDA “gewalttätige Hooligans”) wurde eingeführt, um bei eindeutiger Beweislage für beide Seiten rasch Klarheit schaffen zu können. Gross und breit war die Zustimmung, als in dieser Saison den Ostschweizern die ersten Fische ins Netz gingen. Nach dem Spiel St. Gallen – FCB waren es sechs Basler Anhänger, die vor dem Stadioneingang wegen Mitführens pyrotechnischer Gegenstände herausgepflückt wurden. Was mit ihnen passiert ist? Sie wurden alle freigesprochen, wie das St. Galler Kreisgericht heute mitteilt.

Nachtrag 24. Juni: s. auch Artikel dazu in aktueller WOZ.

Alex F. feat. Strahlenmeer

Sunday, May 2nd, 2010

Es hat uns heute eine Videolink-Zusendung aus dem Raume Basel erreicht mit Bemerkungen zu Herrn Alex Frei, die wir hier gerne unterschlagen, denn: Schauen Sie sich einfach mal das hier an:

Das Hochrisikospiel

Friday, April 9th, 2010

Am Sonntag um 16 Uhr spielt der FC Zürich im Letzigrund gegen den FC Basel. Die Partie wird als so genanntes Hochrisikospiel eingestuft. Völlig zurecht.

Am Ostermontag kesselte die Polizei nach dem Derby 250 GC-Fans ein und nahm ihre Personalien auf. Es war zuvor zu keinen Gewalttätigkeiten gekommen, es ging ums Sammeln von Daten eventueller Gewalttäter. Die GC-Anhänger sind erbost. Den Anhängern des FC Basel ist etwas Ähnliches seitens der Zürcher Polizei schon einmal widerfahren, nur etwas intensiver: Man nennt es den “Kesssel von Altstetten” – über 400 Verhaftungen, am Ende 5 Anzeigen. Die Fans des FC Basel haben seither Einkesselungen nicht mehr so gerne. Doch sie sollten mit allem rechnen, schliesslich wohnen sie einem Hochrisikospiel bei.

Vielleicht sind die Fans des FC Basel, wenn es dann zum Kessel kommt, ja sehr entspannt und nehmen es mit Humor. Vielleicht sind sie aber auch ein bisschen angesäuert. Sie werden während des Spiels im Letzigrund nämlich von einer Sicherheitsfirma bewacht, die Leute anstellt, die gerne auf Fussballfans oder Demonstranten eindreschen (bzw. diese “ficken”, um im O-Ton zu bleiben). Das letzte Mal war dies in St. Gallen der Fall, als der FC Basel zu Gast war. Die Sicherheitsleute haben dort so gründlich “gefickt”, dass mehrere Basler Verletzungen davon trugen. Die Staatsanwaltschaft hat reagiert – und zehn Basler dem Schnellrichter zugeführt. Am Verhalten der Sicherheitsleute konnte der Staatsanwalt nichts Falsches erkennen. Und so wird es mit Sicherheit ein freudiges Wiedersehen beim Eingang zum Gästesektor, wenn der Sicherheitsmann dem FCB-Fan mit der Autorität des integren Berufsmannes befiehlt: “Beine spreizen, Jacke öffnen, Taschen leeren.”

Wer Hochrisikospiele will, bekommt sie. Ob mit oder ohne Zutun der Fans.

“This is Bagdad!”

Tuesday, December 29th, 2009

Leser Etoile Carouge hat uns verdankenswerterweise auf folgenden fünfminütigen Videobeitrag hingewiesen, in dem der Schweizer Fussball in den seltenen Genuss einer unvoreingenommenen Aussensicht kommt. Vom zwischenzeitlich geäusserten und hier als Beitragstitel verwendeten Urteil “This is Bagdad, this is Central Bagdad!” sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. Es ist im Gegenteil davon auszugehen, dass die amerikanischen Matchbesucher wieder kommen werden. Und Freunde mitbringen. Viele Freunde. In diesem Sinne: Here we go!

3 neue Stadionpostkarten

Wednesday, December 23rd, 2009

Kurz vor Festbeginn sind drei weitere Stadionpostkarten aus der Knapp-daneben-Serie fertig geworden: Hardturm (Kd 06), Cornaredo (Kd 07) und Joggeli (Kd 08), alle 50er Jahre s/w.

Karte kostet 1.50/Stk zzgl. Porto (bis 10 Karten 1.-, ab 11 Karten 1.30).

Ebenfalls weiterhin erhältlich: Maladière 2002 (Kd 01), Hardturm 2008 (Kd 04), Charmilles 1951 (Kd 05). Ausverkauft: Letzigrund by night (Kd 02), Letzigrund by day (Kd 03).

Bestellungen an knappdaneben ( at ) gmail.com

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Witz komm raus

Friday, December 11th, 2009

… beide Nati-Stürmer (gesprochen: Nazi-Stürmer) …

Es musste wieder mal sein, es waren schon zu viele Wochen vergangen seit dem letzten Mal. Im aktuellen 11freunde-Magazin hat sich Christoph Ruf, Autor des Fussballbuchs des Jahres 2008, den FC Basel vorgenommen – und eine im Grunde lesenswerte Aussensicht abgeliefert. Diese auf Teufel komm raus lustige Pointe wäre allerdings nicht nötig gewesen. Im Artikel geht es u.a. um das Verhältnis der 125712_hugeBasler zu ihren deutschen Nachbarn, und eigentlich auf gutem Niveau. Der Nazi-Nati-Witz aber, herrgott. Bruno Ziauddin hat in seinem Buch beschrieben, dass sich viele Schweizer v.a. über die Verniedlichung alles Schweizerischen durch einige Deutsche ärgern. Dass sie alles Schweizerische so putzig finden, so süss. Genau das spielt beim Nazi-Nati-Witz: Die Schweizer sind so herzig-unbedarft, dass sie sogar, ohne es zu merken, aus ihren Nationalspielern Nazis machen. Dass aber eben niemand Schweizer Naaazi sagt, sondern Natzi mit kurzem a, fällt leider dem Humor zum Opfer. Vor diesem Hintergrund nervt es dann grad auch ein bisschen mehr, ein paar Zeilen später zu lesen:

Tranquillo Barnetta, Diego Benaglio, Ivan Rakitic, Mladen Petric oder Eren Derdiyok heissen die Spieler, die derzeit in der Bundesliga spielen. Sie wurden samt und sonders beim FC Basel ausgebildet.

Thesen, Thesen, putzige Thesen. Nun denn.

(Ernsthaft putzig dagegen: das Augsburg-Stadionposter in der selben 11freunde-Ausgabe. Spiegelverkehrt. U.a. mit dem Effekt, dass auf der Anzeigetafel der FCA zum Gästeverein degradiert wird.)