Archive for the ‘Aarau’ Category

Stadionverbot für Campus-Schläger?

Saturday, February 7th, 2009

Die Geschichte ist bekannt: Hooligan Spielervermittler trifft Journalisten bei Trainingsspiel auf dem GC-Campus in Niederhasli, Austausch von Nettigkeiten, Spielervermittler wird tätlich, Journalist erstattet Anzeige. Gestern nun hat der Tages-Anzeiger, auf dessen Sportredaktion der Journalist arbeitet, den Vorfall in einem längeren Text abgehandelt und vor allem: bebildert! Ein Fotograf des Tages-Anzeigers war nämlich ebenfalls zugegen und Profi genug, die gute Story über kollegiale Solidarität zu stellen, also abzudrücken vor dem Einschreiten.

Die Aufnahme ist, bei aller Anteilnahme, ein Glücksfall. Sie liefert dem Tages-Anzeiger nämlich eines dieser so heiss begehrten, leider aber viel zu seltenen Hooliganbilder. Endlich erhält der (auch vom Tagi) dutzendfach wiederverwertete Schnappschuss vom Cupspiel Schaffhausen-FCZ, den die Agentur Keystone seit Jahren anbietet, ernsthafte Konkurrenz. Wurde ja auch Zeit. Dem Spielervermittler, inzwischen auch als “Campus-Schläger” bekannt, droht nun Stadionverbot. So erwägt laut Tages-Anzeiger der FC Aarau, dem Manne künftig den Zutritt zum Brügglifeld zu verwehren (Sportchef Hächler: “Es ist höchste Zeit, dass etwas unternommen wird.”). Ein Stadionverbot wäre auch absolut vertretbar und völlig reglementskonform. Gewalt gegen Leib und Leben am Rande eines Fussballspiels – das reicht sogar locker für die Hooligandatenbank. Wir bleiben dran.

Ja und übrigens: Was passiert ist, ist natürlich

hundsmiserabelgrottenschlimm.

Mit Hosenträgern im Cornaredo

Friday, September 5th, 2008

Es heisst “Das Fanbuch”, erschien 1988 im strohalm-Verlag und umfasst über 340 authentische Beiträge aus dem Leben von “Fans und Hooligans”. Wir werden hier tröpfchenweise Perlen aus diesem einzigartigen, 800-seitigen Kompendium der Fanszene veröffentlichen und beginnen mit einem der wenigen Berichte aus der Schweiz. Es handelt sich um die Auswärtsfahrt des Aarauer Fanclubs “Adler ‘86″, der noch heute aktiv ist. Viel Vergnügen bei der Lektüre dieser Huldigung an Anführungszeichen und Hosenträger:

 

Lugano – Aarau

Als unser Fahrer Marcel alle Leute im Kleinbus hatte, konnte die Fahrt Richtung Lugano losgehen. Die meistend der zehn Anwesenden sahen noch ziemlich verschlafen aus. Im Kleinbus herrschte schon bald eine gute Stimmung. In Ambri legten wir eine Frühstückspause ein. Für die Weiterfahrt waren wir gut gerüstet: Bier, Fressalien und – Hosenträger. Fast alle waren scharf auf Chäschpis Hosenträger. Die Fahrt konnte ohne grosse Hindernisse fortgesetzt werden. In Lugano gut angekommen, suchten wir ein einigermassen akzeptables Restaurant. Leider war das Essen mangelhaft und die Getränke viel zu teuer (3 dl Cola kosteten 4,50 Franken!). Dank Hurnis tollen Italienisch-Kenntnissen konnte der Preis noch um einen Franke reduziert werden.

Hinterher vergnügten sich einige im Park, beim Pedalo-Fahren oder mit Hosenträgersuche in der Stadt. Leider fand nur ich die passenden… Nachher vergnügten sich Adi, Markus, Dani und ich an den weiblichen Wesen (sagenhaft!). Dann kam Regine noch auf die Idee, mir die Hosenträger anzumalen. Phänomenal!

Als es 17 Uhr war, marschierten wir zum Stadion Cornaredo. Dort suchten wir uns zuerst einmal unseren Standplatz aus. Danach warteten wir auf die Leute vom offiziellen Fanclub. Als wir auch noch unsere «Tücher» ans Gitter «montiert» hatten, konnte das Spiel beginnen. Das Spiel war «beschissen». Durch ein «saudummes Tor» in der 87. Minute verloren wir 0 :1. Einige verdauten diese Niederlage sehr schlecht (Chäschpi und ich). Unser Entschluss war, sofern wir absteigen sollten, Cornaredo zu sprengen und dann mit einem FCA-Leibchen und einem englischen Schal zu sterben…

Als uns Widmer endlich gefunden und uns Trost gespendet hatte, konnten wir die Heimfahrt  «in Angriff nehmen». In unseren Kummer hinein mussten wir auch noch das Bier trinken, welches wir am Morgen gekauft hatten und was den ganzen Tag im Wagen gelegen hatte. Köstlich… Bei einem späteren Halt kaufte Eric noch ein «Playboy»-Heft, was die Stimmung wieder gewaltig ansteigen liess. So kamen wir dank unserem Superchauffeur Marcel wieder gut in unserer Heimat an.

 

Fredy, FC Aarau-Fanclub «Adler ‘86»