Blick, Bild, billig

“BLICK lügt” – mit dieser Parole sind wir aufgewachsen. Heute Freitag könnte man zumindest sagen: “BLICK erzählt nicht die Wahrheit”.

“Wir haben diesen BLICK gemacht”, titelt das Boulevardblatt heute und präsentiert angeblich eine Ausgabe, für die Flüchtlinge als Reporter, Redaktorinnen und Fotografen verantwortlich sind. Das stimmt nicht, respektive: nur zur Hälfte. Der zweite Bund des BLICK, der Sportteil, ist wie immer von der Sportredaktion gemacht. Dabei hätte gerade die ein bisschen Durchzug nötig.

Im Sportteil leistet sich der BLICK Hetztiraden wie jene gegen Doppelbürger-Fussballer, in der einer wie der ehemalige FCZ-Verteidiger Heinz Barmettler als “Verräter” betitelt wird, weil er für die Nationalmannschaft der Dominikanischen Republik spielte und zur Schweiz nicht genügend Vaterlandsliebe aufbrachte, um dreissig Jahre lang vergeblich auf ein Nati-Aufgebot zu einem Qualifikationsspiel zu hoffen.

Um Bigotterie ist auch in Deutschland ein Streit entbrannt: Die BILD darf, eingeladen von der DFL, gratis und ohne ersichtliche Gegenleistung einen Spieltag lang auf den Trikots der Bundesligisten zu einer Imagekorrektur ansetzen und für eine Willkommenskultur werben: “Wir helfen – refugeeswelcome” heisst der Slogan, der auf den Ärmel soll. Das finden einige nicht so passend. Als erster Verein erteilte der FC St. Pauli der Aktion eine Absage, um vom BILD-Chef via Twitter postwendend gerügt zu werden: “Darüber wird sich die AFD freuen, beim FC St. Pauli sind refugeesnotwelcome.” Dumm nur: Laut Faszination-Fankurve sind es inzwischen sechs acht Vereine, die sich von einem notorischen Hetzblatt nicht vor den Karren spannen lassen wollen. Mehr dazu in einem lesenwerten Kommentar von Nicole Selmer, oder auch hier.

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