Raumschiff Enterprise in der Nationalliga A

In der Bäckerei Stiefel im St.Galler Harfenberg konnte man 1971 auch Fussball-Bildli kaufen. Bis die Bäckersfrau im Laden auftauchte, öffneten geschickte Freunde wie B.  die Papierverpackung der Fussball-Kaugummis und schauten, welcher Spieler drin war. Ich erinnere mich nur an zwei: Brenna vom FC Lugano im geheimnisvoll schwarzen Trikot mit dem weissem V auf der Brust, sowie Bionda von der AC Bellinzona in Weinrot.

stgallen71bVor ein paar Tagen bekam ich Post aus Luzern: „Habe noch ein paar alte St. Galler Bildli gefunden.“, schrieb ein Fussball-Freund  dazu. – Ich  suchte auf dem Mannschaftsfoto  bekannte Gesichter und erkannte sofort – Brander und Perusic! – Dann folgte der erste Nadelstich:  Das Bild war mit „St.Gallen 71b“ gekennzeichnet. Mögliche Interpretation: Der FCSG spielte 1970-71 nur in der Nati B, deshalb 71b. – Kaum verständlich bleibt dabei aber das Glänzen in den Augen der Spieler. Wurden die Fotos an der Feier nach dem Wiederaufstieg Ende Saison gemacht? Wo strahlte  der Himmel 1971 so blau? Weitere Fragen: Kannten die Spieler bereits die Fernseh-Serie „Raumschiff Enterprise“? Wer inspirierte sie zu den lockeren und doch eher braven Frisuren? Wie kam das biedere St.Gallen zu den südamerikanisch angehauchten Trikots mit den Längsstreifen? Weitere offene fussballerische Frage: Wie schaffte es ein Ostschweizer Provinzklub, den jugoslawischen Nationalspieler und Europacup-Sieger Zeljko Perusic (ganz unten rechts) von München 1860 zu verpflichten?

Nur, in der Saison 71-72 brachten sowohl der FC St.Gallen wie der FC Luzern wenig zustande. Sie waren am Ende punktgleich und mussten in einem Entscheidungsspiel den zweiten Absteiger ermitteln. Der Match fand vor 15‘000 Zuschauern im Hardturm statt. Er endete 4:1 für den FC St.Gallen.

 

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One Response to Raumschiff Enterprise in der Nationalliga A

  1. Daniel Kehl says:

    Nachtrag:
    Ein Leser bittet um die Namen der vier untersten Spieler der Enterprise-Crew, da er darunter auch seinen Onkel vermutet: Richtig, ganz links, das ist Dieter Rüefli.
    Daneben: Heinz Rütti, Max Vogel und ganz rechts der schon erwähnte Zeljko Perusic.

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