Es ist der einzige heitere Moment des Abends: Der Speaker verkündet den angesäuerten Anwesenden, wie viele sie seien: 9705. Hätte man sich zuvor darüber ausgelassen, man hätte vielleicht grosszügig auf die Hälfte getippt.
Es gibt verschiedene Arten, dem Elend zu begegnen. Der Trainer wählt den Weg, seine Spieler, vor allem aber seinen Vorgänger öffentlich schlecht zu machen, damit ja nichts auf ihn selbst zurückfällt. Der Präsident verweist auf den schwierigen Standort, wo die Leute nicht so viel Fussball konsumieren mögen, wie es der Klub gerne hätte, weshalb nun Vater Staat einspringen soll mit Subventionen ähnlich den Kulturgeldern. Und der Speaker? Das Spiel kann er schlecht schönreden. Aber die Kulisse. Damit vielleicht auf irgendeinem Schalensitz irgendjemand doch noch das Gefühl hat, etwas Grossem beizuwohnen. Zwei Reihen vor mir schreit jemand “Pon-te raus!”

Frédy Chassot !
Die Vereine geben doch stets die Jahres-Abonnementenzahl plus effektive anwesende Zuschauer ohne Abo an, nicht?
Der Speaker sagt seit längerem schon “Abgesetzte Tickets”.
Das werden wohl sein; Saisonabos+Abendkasse+Verschenkte Tickets+”Sonstiges”.
Gut, vielleicht sagt er “abgesetzte Tickets” und ich hab das im euphorischen Getöse nicht richtig verstanden. Aber auf der Videowand, im Telegramm auf fcz.ch und in allen Zeitungen sind es nachher trotzdem 9705 Zuschauer. Und zuschauen kann man ja schlecht, wenn man nicht dort ist. Oder werden die Teleclub-Abonnenten auch mitgezählt?
@admin: “Sonstiges”… sag ich ja
Das kann schon stimmen mit den 9705. Der Arbeiterclub hatte doch schon immer mindestens doppelt soviele Zuschauer wie der Bonzenclub. Und ganz bestimmt auch jetzt noch – gell Freunde – oder garamend doch nicht?
Für mich gabs einen Neunzigminutenheiterenmoment… Den Fahnenschwinger mit seinem Assistenten auf der Westtribüne! Das einzige Sehenswürdige an dem Abend. Wenn die Spieler so Einsatz zeigen würden, wäre der FCZ nicht dort wo er zur Zeit ist…