Wenn man zum Beispiel ein Jahr ins Ausland geht, was Menschen manchmal machen, kann man als Destination die Stadt Chicago wählen. Wir von der Beratungsstelle knappdaneben möchten wichtigen Menschen bei wichtigen Lebensschritten unterstützend zur Seite stehen. Deshalb haben wir uns kundig gemacht, mithilfe unseres Maulwurfs vor Ort, Johnny Mc Hadn’steif, wie es um den Fussball in Chicago steht. Und wir können sagen: Es ist gar nicht so schlimm.
Wer zum Beispiel dieses Wochenende in Chicago ankommt, braucht nur eine Woche zu warten, da steht schon das erste Heimspiel der örtlichen Equipe an. Sie heisst Chicago Fire. Es kommt aber nicht jedes Mal die Feuerwehr, wenn Chicago spielt. Die wissen, dass das einfach nur der Name des Klubs
ist. Die Fans, von denen die heissblütigsten in der Gruppierung “Section 8″ organisiert sind, die wiederum nach einer militärischen Krankenstation für Soldaten mit mentalen Beschwerden benannt ist, die Fans also können laut rufen “Chicago – FIRE!”, auch im Wechselgesang, was häufig geschieht, ohne dass gleich die Feuerwehr ausrückt. Die hören das laute Rufen zwar, aber einer von ihnen, ein mexikanisch-stämmiger Fireman, der im Gegensatz zu seinen Kollegen schon einmal von Soccer gehört hat, weiss, dass es dann nicht brennt, sondern dass der Fussballklub Chicago Fire spielt (man kann es so aussprechen: Schigahgo Feier). Manchmal brennt es aber trotzdem, aber das sind nur die Fackeln von der Section 8 und die Feuerwehr bleibt gelassen. Und für Karin Keller-Sutter und Beat Hensler ist es auch zu weit nach Chicago.
Spielen tut das Team im Toyota-Stadium, benannt nach einem Autokonzern, der wiederum das Adjektiv “toyotistisch” hervorgebracht hat, das sich auf die post-fordistischen Produktionsbedingungen bezieht und was diese mit dem Arbeiter anstellen. Weil das nun aber zu weit führen würde, wechseln wir zum Kader. Es hat einige bekannte Spieler gegeben, die sich die Sohlen feurig gerannt haben für Chicago Fire: Wynalda, Unterhosen-Model Ljungberg, Piotr Nowak oder auch Hristo Stoichkov, der ja heute gemäss NZZamSonntag einen goldenen Bentley fährt. Der dienstälteste Spieler im aktuellen Kader, der gleichzeitig den besten Namen trägt, ist Logan Pause. Auf dem Rücken des Captains steht einfach “Pause”. Würde ich jetzt zum Beispiel ein Jahr nach Chicago Fire gehen, ich wüsste schon recht genau, welches Souvenir ich mit nach Hause bringen würde.
Noch ein abschliessendes Wort, um die zu Beginn geöffnete Klammer zu schliessen: Der Gegner am 17. September heisst Chivas USA, und es versteht sich von selbst, dass an diesem Spiel alle Beteiligten, also Trainer, Spieler, Funktionäre, Zuschauer, Sanitäter und Platzwart, stockbesoffen sind. Wir wünschen Ihnen eine gute Reise!
