Die guten Menschen von Glencore

Wir können wirklich froh sein, denn: “Ich sagte einem Bundesrat, der sich um die Preisentwicklung bei den Rohwaren Sorge machte, dass er beruhigt sein könne, Glencore ist da und hat die Kapazitäten.” Uff!

Glencore-Konzernchef Ivan Glasenberg, der Heiland des Rohstoffhandels, spricht so in einem langen Interview mit der NZZ am 30. Juni 2011. Er sagt auch noch anderes: “In Kongo bauten wir ein Fussballstadion und Spitäler für unsere Mitarbeiter und die lokale Bevölkerung (…). Wir tun zum Teil das, was die Regierung nicht in der Lage ist, ihrer Bevölkerung zu geben.” Oh Gnade! Geheiligt werde dein Geist.

Es ist nun leider nicht so einfach. Was dem NZZ-Journalisten als kritischer Einwand leider nicht über die Lippen wollte, holte Antonio Hautle, Direktor des Fastenopfers, kurz darauf in einem Leserbrief nach: “Glencore baut Schulen, Spitäler und Fussballstadien für die Angestellten und die lokale Bevölkerung, da die Regierungen dazu nicht in der Lage seien. Wie eine Studie von Fastenopfer und Brot für alle gezeigt hat, basiert der ‘Erfolg’ des Systems Glencore wesentlich darauf, in den Rohstoffabbau-Ländern wie Kongo-Kinshasa oder Sambia die Gewinne mittels Transferzahlungen zu minimieren, um vor Ort möglichst wenig Steuern bezahlen zu müssen. Genau diese Steuererträge fehlen den Regierungen, um ihrer Bevölkerung grundlegende Dienstleistungen im Gesundheits- und Bildungsbereich bereitstellen zu können.”

 

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