Hier sehen Sie ein Bild aus dem Jahr 1967. Es zeigt die französische Beat-Band “Les Menestrels de l’an 2000″, assistiert von einem gemischten Chor. Das ist schon an und für sich schön zu sehen: junge Menschen, die Alt und Neu ungezwungen verbinden, ein Duett des links-urbanen mit dem rechts-ruralen Milieu sozusagen, freudige kulturelle Zweisamkeit.
Und was hat das mit Fussball zu tun? Was hat das tami nomal mit Fussball zu tun? Bin ich hier im Kulturplatz-Blog oder was? Selbstverständlich nein. Wobei: nichts gegen den Kulturplatz. Ein interessantes Gefäss. Haben Sie die Jahresrückblickssendung gesehen mit Hanspeter Müller-Drossaart und Pedro Lenz als Studiogäste? Hätten ihre Kulturfavoriten 2010 – Musik, Film, Theater und so weiter – nennen müssen und sprachen dann doch immer nur über die Ausschaffungsinitiative. Die Moderation machte dabei nicht unbedingt einen links-unterwanderten, eher einen apolitisch-überforderten Eindruck. Wobei: War sicher alles inszeniert. Vom Kameramann mit RAF-Vergangenheit clever kadriert, von der ETA-nahen Cutterin revolutionär zurechtgeschnitten.
Aber zurück zum Bild, zurück und hin zum Fussball: Wer hier singt, begleitet von den “Menestrels de l’an 2000″ (quel nom!), ist der Fanchor des Racing Club de Lens. Es macht sich ja auch auf den hiesigen Stehplätzen eine gewisse Betonung der äusseren Erscheinung bemerkbar. Wenns um Stilfragen geht, sollte man sich aber als singender Fan künftig an diese Damen und Herren halten. Allez Lenz! Bzw. Lens!


Hochkarätige Ausgrabung!
Damit andere linguistisch minderbegabte, aber interessiert-urbane individuen, denen es gleich geht wie mir, ihr französischwörterbuch im bücherregal lassen können:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ménestrel
interessiert-urban: benibunny, den merk ich mir! danke (heisst merci)
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