Fussballfans als revolutionäre Akteure

Leser S. weist uns auf eine Passage aus einem Interview mit dem Philosophen Avishai Margalit hin, in dem dieser die Lage in Ägypten einzuschätzen versucht und auf die Frage nach den zentralen Akteuren der Revolutionsbewegung antwortet:

Es gab wohl mehrere, und es ist schwer zu sagen, welche entscheidend waren. Eine Gruppe, über die man derzeit wenig spricht, die aber sehr wichtig für den Ausbruch der Revolution war, sind zum Beispiel die Fussballfans von al-Ahly. Es gibt zwei Fussballklubs in Kairo: Der edle Klub, jener für die Reichen, ist Zamalek; und es gibt al-Ahly, den Klub für die Armen, den Arbeiterklub. Die Fans von al-Ahly sind sehr gut organisiert und haben eine lange Geschichte von Zusammenstössen mit der Polizei nach Fussballspielen gegen Zamalek. Sie hatten eine gewisse Übung in der Auseinandersetzung mit der Polizei und deshalb weniger Angst vor den Sicherheitskräften als andere Gesellschaftsgruppen.

Dass Fussballanhänger in politischen Kontexten auftauchen, ist nicht neu. Dass sie zu den treibenden Kräften von Reformen gehören, ist hingegen eher selten, las man doch in jüngster Vergangenheit eher von Fangruppen als reaktionäre Stosstrupps (Spartak Moskau, Casuals United).

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3 Responses to Fussballfans als revolutionäre Akteure

  1. blotto says:

    Dass der Sport Politik macht ist wirklich nicht neu, bleibt zu hoffen dass die Wirkung in diesem Fall nachhaltiger ist als so oft zuvor.

    Zamalek war mir btw. schon bei ihrem Gastauftritt in Winti unsympathisch. Spätestens als sie die gefühlten 200°C offensichtlich völlig unbeeindruckt wegsteckten.

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