Archive for September, 2010

Ein Herz für Rowdys

Wednesday, September 29th, 2010

Oder waren es Hooligans? Chaoten? So genannte Fans? Wie dem auch sei, die Basler Polizei zeigte sich bei der Einkesselung der angereisten Münchner von ihrer herzerwärmendsten Seite.

Nachtrag vom 1. Oktober: Um hier nicht dem Vorwurf der Saloppheit (Saloppung? Saloppiertheit?) ausgesetzt zu werden, hier der Link zu Stellungnahme der Schickeria München. Das sind nämlich die, die sich hier im Herz befinden.

Drei Franken

Tuesday, September 28th, 2010

“Was ist Ihnen ein Tor des FC Aarau wert?” Mein Bekannter Ernst hat sich das nicht gefragt, als er sich gestern aufs Brügglifeld begab. Er wollte einfach wieder einmal wissen, warum er Fussball mag. Und er wurde nicht enttäuscht. Obwohl sein Kumpel und nicht er die “Scharfe Kurve” ass, die Wurst mit hot Chili drin. “Was ist Ihnen ein Tor des FC Aarau wert?”, das wird man gefragt, wenn man das Matchprogramm auf Seite 12 aufschlägt. Hinter der Frage steckt eine Art Gönner-Trophy: Wer sich bereit erklärt, einen beliebigen Betrag (ab 2.-) pro Tor zu zahlen, das der FCA in dieser Saison erzielt, unterstützt den Verein und nimmt an einem Wettbewerb teil, wo es vom unterschriebenen Fussball bis zum iPad so ziemlich alles zu gewinnen gibt, was der Markt hergibt. Und wie Ernst so die Namen der bisherigen Spender durchging, stolperte er in der Abteilung “Fr. 3.- pro Tor” plötzlich auf ein prominentes Stirnband: Petar Alexandrov, Kölliken. Drei Franken! Drei Franken vom “Patriot, der mit den Bulgaren an der Weltmeisterschaft sogar die Bronzemedaille” gewonnen hat. Brügglifeld olé!

Knapp-daneben-Stadionpostkarten

Tuesday, September 28th, 2010

Wieder einmal ein Hinweis auf die Knapp-daneben-Stadionpostkarten-Edition. Zurzeit erhältlich sind Postkarten von acht Schweizer Stadien, die es, mit Ausnahme des Cornaredo, so heute nicht mehr gibt. Im Bild von oben links nach unten rechts: Maladière Neuchâtel 2002 (wenige Restexemplare), Charmilles Genf 1951, Hardturm Zürich 2008, Hardturm Zürich 1954, St. Jakob Basel 1954, Allmend Luzern 2009, Cornaredo Lugano 1954, Letzigrund Zürich 2006.

Die Karten sind über knappdaneben (a) gmail.com zu bestellen. Eine kostet 1.50 Sfr. zzgl. Porto. Ab 10 Stk. pro Sujet gibts Rabatt. Ein Set aller 8 Karten gibt es für 13 Sfr. inkl. Porto. Schenken Sie keinen Alkohol – schenken Sie ein Stadionpostkartenset von Knapp daneben!

Singende Beine

Friday, September 24th, 2010

Am Samstag, 2. Oktober, gibt es wieder einmal eine Knapp-daneben-Lesung mit Musik, und zwar im Plattenladen Spooky Sound, der dann sein 10-jähriges Jubiläum feiert. Der vulgärkulturelle Anlass wird zwischen 16 und 18 Uhr über die nicht vorhandene Bühne gehen. Davor macht Ladenbesitzer Netz einen lohnenswerten Schallplatten-Flohmarkt. Getränke hat es dort auch. Und nebenan ist ein Wurstgeschäft.

Und hier zum Mitschreiben: Sa. 2.10.10, ab 12 Uhr (Beginn Vortrag ca. 17 Uhr), Spooky Sound, Zweierstr. 56, 8004 Zürich

Und wer dann schon mal da ist: Der Laden verfügt über eine ausgezeichnete 2nd-Hand-Fussball-Ecke, die nicht nur die hier abgebildeten Devotionalien bereit hält, sondern z.B. auch Servette-Gläser, FCSG-Kissen, GC-Trikots aus den 80er Jahren und ein FC-Wettingen-Kartenspiel.

“Der souveräne Markus Gilli”

Thursday, September 23rd, 2010

Zum etwas eigenen journalistischen Selbstverständnis liefert uns Tamedia heute ein weiteres Beispiel: das Binnenlob. In einem als TV-Kritik betitelten Format wird die Leistung des SF während der gestrigen Bundesratswahl mit jener des Tamedia-Haussenders Telezüri verglichen. Der Autor kommt zum wirklich überraschenden Schluss: Der Lokalsender mit dem “souveränen Markus Gilli” geht “als Sieger hervor”.

Ich kann nicht beurteilen, wie schlecht Reto Brennwald wirklich war. Ich war am Arbeiten. Ich kann mir aber vorstellen, wie es so ist, wenn man in der Kantine zusammen Zmittag isst, den Plausch hat, sich lässig findet und auch seinen Arbeitgeber, um sich dann wieder an seinen Arbeitsplatz zu setzen und eine TV-Kritik zu schreiben. Eine unvoreingenommene. Für die Newsplattform eines Blattes, dessen Chefredaktor in einem Kommentar zur Imhofschen Medienkritik unlängst fand, um die journalistische Qualität sei es doch gar nicht so schlecht bestellt.

In Viert- und Fünftliga-Vereinen ist es üblich, dass ein Vorstandsmitglied zuhanden des Lokalblattes einen Matchbericht verfasst. Das ist dann auch nicht wahnsinnig objektiv. Behauptet aber wenigstens auch niemand.

Sonntag in Cham

Tuesday, September 21st, 2010

Von Zug fährt der Bummler los Richtung Rotkreuz. Der erste Halt folgt nach geschätzten 120 Metern, er heisst “Schutzengel”. Wer auch immer sich diesen Haltestellennamen ausgedacht hat, ich möchte kein Pendler sein, der jeden Morgen beim Schutzengel einsteigt und jeden Abend aus. Da wird das Leben doch langweilig. Jede Gefahr wird von einem fern gehalten. Da finde ich die Haltestelle Hellbühl besser.

In Cham wartet ein Bus, der ins Caco hinaus fährt, zum Sportplatz Eizmoos. Da will ich hin. Der Tag ist schön, Hunger in der Grössenordnung einer Bratwurst meldet sich an, Durst ebenfalls. Von weitem sind die wehenden Fahnen der mitgereisten Thuner zu sehen. Ansonsten: Sonntagsidylle. Drei Kinder haben einen Klapptisch aufs Trottoir gestellt und drehen den Matchbesuchern selbstgemachte Popcorn an, 50 Rappen die Tüte. Ich wechsle die Strassenseite – gegen den Frühkapitalismus! 20 Hämmer knüpfen sie einem ab für diesen Cupschlager, aber gut, der SC Cham muss schauen, wie es weiter geht. Eben noch Nati B, winkt schon bedrohlich nah die Zweite Interregio, trotz Ronny Hodel auf der Aussenbahn.

Es ist sehr gemütlich auf dem Rasenhügel hinter dem Tor und angenehm warm. Gemütlich, zu gemütlich findet es auch der Thuner Vorsänger, der seine rund 40 Vasallen per Megafon dirigiert: Lauter, tami siech, wir sind hier nicht in der Kirche! Und das am Eidgenössischen Buss- und Betttag. Ich wusste gar nicht, dass die so antiklerikal verstimmt sind im Oberland. Z’Oberland schteyt hinger Dir, singen sie dann, und es tönt ein bisschen wir “s’Zogerland”, was doch sehr passt zur entspannten Atmosphäre an diesem Nachmittag auf dem Sportplatz Eizmoos zu Cham.

Sie kommen nicht recht in die Gänge, die Männer von Murat. Murat sagt im Matchprogramm auf die Frage nach seinem Vorbild: “Gelegentlich schaue ich auch mal in den Spiegel”. Was für ein scharfer Hund. Zur Pause steht es null zu null, aber auch nur, weil Thuns Da Costa einen Freistoss gekratzt hat, aber wirklich gekratzt. Wie Jakupovic zu seinen besten Zeiten, sagt ein Thuner seinem Kollegen und nennt ihn dabei niederträchtig “Du Chamhaar”. Das ist schon mal ein ordentliches Wortspiel für eine durchschnittliche Schweizer Fankurve. Als er dann aber nachdoppelt und meint, seine Mannschaft spiele so mies, es treibe ihm die Chamröte ins Gesicht, verneige ich mich ein bisschen. Andreas Thiel kann in Island bleiben fortan.

Scarione, sie rufen ihn liebevoll Oski, erlöst die Thuner dann endlich, und es rattert dreimal innert zehn Minuten. Ich breche auf. Der grosse Becher drückt angenehm auf meine Lider. Der nächste Bus fährt in einer halben Stunde, also gehe ich zu Fuss. Es ist ein interessanter Spaziergang durch eine Gegend, die tiefe Steuern zu bieten hat und, eben, tiefe Steuern. Architektur, wie sie Gölä als schön empfindet. Braucht den Vergleich mit deutschen Innenstädten nicht zu fürchten. Immerhin gibt es öffentliche Verkehrsmittel, gibt es den Weg raus. Null zu vier.

Das hier sind Dramen

Friday, September 17th, 2010

Hamburg zum Letzten: Wer vor dem 31. Oktober noch in die Hansestadt reist, dem empfehle ich die geistreiche 100-Jahr-Ausstellung des FC St.Pauli aufs Wärmste. Auf dem Vorplatz der neuen Tribüne wird in 31 Schiffscontainern allerlei Schönes und Lustiges aus der Vereins- und Fangeschichte ausgestellt. Eine Fussballausstellung ganz ohne Pokale, dafür mit viel Kunst und Ästhetik. Und hier dann noch der Schnulze- Soundtrack dazu.

Noch eins, leichter

Friday, September 17th, 2010

So haben Sie sich selten die Zähne ausgebissen wie an diesem Stadion bzw. an der Frage, wo es steht. Richtig war: Rangun, Myanmar (Burma). Nun noch ein zweites, letztes des Lesers Wi xeit, der schon recht herumgekommen ist auf der Welt, wie man sieht, dabei aber offenbar das Wesentliche nie aus den Augen verliert.

Faneigener Wasserwerfer

Friday, September 17th, 2010

Jetzt, wo P.K. gefasst ist, kann ich diesen hier bringen: 150 Fans des FC  St. Pauli haben sich in Polen einen alten Wasserwerfer gekauft und diesen völlig legal (als Lastwagen) in Verkehr genommen. Damit bieten sie nun Rundfahrten im Viertel an. Beim ersten Hamburger Derby der Bundesliga-Geschichte, das am Millerntor stattfindet, soll er am Sonntag auch als Abschreckung vor dem Stadion patrouillieren. Um ein schönes Nummernschild zu erhalten, haben die Pauli-Fans ihr Vehikel übrigens in Aachen eingelöst.

Ich attackiere auf Sie!

Friday, September 17th, 2010

File under: Gute Laune im Newsroom