Sind Zugfahrer/-innen eigentlich erfolgreichere Menschen? Erlebt man mit der Bahn mehr als auf der Strasse? Und gibt es heute überhaupt noch ernsthafte Fussballteams, die im Speisewagen an einen Match fahren?
Zuerst zur letzten Frage: Erstaunlicherweise reiste der FC Naters heute per Eisenbahn vom Wallis nach St.Gallen zur Cuppartie gegen den SC Brühl. Der Grund: Der Reisecar kann nicht auf den Autozug durch den Lötschberg verladen werden und der Umweg auf der Autobahn über den Genfersee lohnt sich nicht. Zur Frage nach dem Erfolg: Naters vergibt in der zweiten Halbzeit erstklassige Chancen zum Ausgleich und scheidet mit 0:1 aus dem Cup aus.- Nun zur schwierigsten Frage: War die beschwerliche Anreise mit dem Zug schuld an der Naterser Niederlage, wurde die Mannschaft abgelenkt durch Handygeplapper oder Jugendliche auf dem Weg zur Streetparade? Wurde den Oberwallisern gar der Speisewagen zum Verhängnis? – Wir wissen es nicht. Aber eines ist sicher: Es wäre jammerschade, wenn der FC Naters die schöne Zug-Tradition nach dem Misserfolg in St.Gallen wieder aufgeben würde. Denn auch die SBB könnten die Gelegenheit nutzen und statt den ewig gleichen Schauermärchen über Fussballfans in Extrazügen eine Werbekampagne lancieren mit Fussballern der ersten Mannschaft des FC Naters. Szenen dazu gibt’s genug. Man braucht nur mit jenen zu reden, die ein Leben lang mit der Bahn unterwegs waren zu Fussballpartien in der ganzen Schweiz, zum Beispiel der 90-jährige ehemalige FCSG-Spieler Röbi Engler: „Wir mussten mit dem Zug nach La Chaux-de-Fonds an ein Auswärtsspiel, und der Hugo wollte unbedingt mit, aber für ihn gab es neben Mannschaft und Trainer kein Billet mehr. Der Hugo Heilig, unser Masseur! Der hat die Beine mehr gekitzelt als geknetet und mit seinen Wässerli eingerieben, aber das war ein lieber Kerl. Da ging er in den Speisewagen und fragte, ob sie noch einen brauchen können. Mit Erfolg. Der Hugo hat Teller abgewaschen, bis wir in La Chaux-de-Fonds waren.“ – Sollte das den Werbern der SBB doch zu verstaubt vorkommen und zu sehr an „Mein Name ist Eugen“ erinnern , dann können sie sich auch einfach auf dem Bahnhof in Brig aufstellen, zum Beispiel gerade jetzt und die Gesichter der geschlagenen Naterser Cup-Helden festhalten, die kommen jetzt dann gerade an, Abfahrt in St.Gallen war um 21.11 Uhr, Ankunft in Brig ist um 1.20 Uhr.

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Très très beau. Erinnert mich an die Geschichte mit dem FCB, als er nach dem Tunnelbrand im Gotthard mit der SBB ans Auswärtsspiel ins Cornaredo fahren musste. War anscheinend nichts, was der Herr Gross für wiederholungswürdig befand. Erinnert mich aber auch ein bisschen an die Band Jellyfish Kiss, die zu Lebzeiten immer mit den ÖV angereist waren, das kleine Schlagzeug auf einem Wägeli befestigt.
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