Archive for June, 2010

Effiziente Schnellgerichte

Friday, June 18th, 2010

Das St. Galler Schnellgericht für Fussball-Übeltäter (oder laut SDA “gewalttätige Hooligans”) wurde eingeführt, um bei eindeutiger Beweislage für beide Seiten rasch Klarheit schaffen zu können. Gross und breit war die Zustimmung, als in dieser Saison den Ostschweizern die ersten Fische ins Netz gingen. Nach dem Spiel St. Gallen – FCB waren es sechs Basler Anhänger, die vor dem Stadioneingang wegen Mitführens pyrotechnischer Gegenstände herausgepflückt wurden. Was mit ihnen passiert ist? Sie wurden alle freigesprochen, wie das St. Galler Kreisgericht heute mitteilt.

Nachtrag 24. Juni: s. auch Artikel dazu in aktueller WOZ.

Pleonas- und Hooliganismus

Friday, June 18th, 2010

Die seit dem Ableben der Schweizer AP als Agentur-Monopolistin ihr Unwesen treibende SDA macht heute mit einer verblüffenden Verdoppelung auf die Gewalt im Fussball aufmerksam:

Trotz intensiven Ermittlungen sei es noch nicht gelungen, mehrere Dutzend weitere gewalttätige Hooligans zu identifizieren,

wird sie von BaZ bis NZZ zitiert. Na, wenigstens haben sie die friedfertigen schon erwischt.

Buenos Dias

Friday, June 11th, 2010

DSC01871Im Zuge räumlicher Neuausrichtung fiel mir dieses Diapositiv in die Hände, das mir die hoch geschätzte Frau R. vor einigen Wochen hatte zukommen lassen. Das Bild heisst “Fussballplatz” und zeigt – eben nicht. Es sind ein paar Leute zu sehen, Männer vor allem, zwei Mofas, ein Auto, es sieht nach 60er Jahre aus. Die Leute stehen auf einem braun-schwarzen Stück Feld. Was tun sie da? Entscheiden sie gerade, dass sie hier, auf dieser Wiese, den neuen Fussballplatz bauen? Ich weiss es leider nicht. Aber wem immer dieses Dia einst gehörte, er – oder sie – wusste es. Das ist alles sehr interessant und geheimnisumwittert und deshalb jetzt zum Glück hier für die digitale Ewigkeit festgehalten.

Müde. Ja, er ist müde. Müde ist er.

Friday, June 11th, 2010

Aus der Rubrik “Wie wir unsere WM-Extra-Seiten” füllen, heute: die Neue Zürcher Zeitung, S. 26:

Lionel Messi ist müde. Das sagt Argentiniens Fitness-Coach Fernando Signorini. Messi sei nach einer langen, harten Saison mit dem FC Barcelona müde.

The beautiful game – auch in Honduras?

Friday, June 11th, 2010

EdwinFajardoHeute wird Sepp Blatters Karneval der Völkerverbindung angepfiffen, und alle dürfen dabei sein. Während vier Wochen symbolisieren Nationalflaggen nur noch Fussballmannschaften, die gesellschaftlichen und politischen Realitäten in den Teilnehmerländern werden als Spassbremsen verdrängt. Gerade in Honduras aber, wo einer der Schweizer Gruppengegner herkommt, beschäftigt die Leute anderes als eine mögliche Achtelfinalqualifikation im fernen Südafrika.

Vor einem Jahr wurde der demokratisch gewählte Präsident von Honduras, Manuel Zelaya, vom MilCLAUDIA_BRIZUELAitär entführt und ausser Landes gebracht. Seither herrscht in Honduras ein Klima der Repression und der Angst, mehrere Regime-kritische Medienleute wurden ermordet. Mit Panini-Bildchen der Ermordeten und Verschleppten wird deshalb rund um die Partie Schweiz-Honduras vom 25. Juni in mehreren Schweizer Städten auf die Zustände im zentralamerikanischen Land aufmerksam gemacht. Damit vor lauter Fussball das Leben nicht in Vergessenheit gerät.

Weiterführende Informationen bietet der Blog des Zentralamerika-Sekretariates ZAS.

panini titel

Zweiklassengesellschaft

Thursday, June 10th, 2010

Die Medien übertreffen sich im Vorfeld der WM jeweils gerne selber in Bezug auf “total heisse News”, die wirklich niemand wissen will. Jedem Schritt der Spieler in einer Hotellobby, jedem Stolperer auf dem Trainingsplatz und jedem Furz, den einer aus dem Nati-Umfeld von sich gibt, wird ein Artikel gewidmet. Online sowieso.

So findet sich bei Blick-Online der packende Bericht mit dem Titel “Wer sitzt neben wem: So fliegt die Nati nach Südafrika“. Im Gegensatz zu vielen anderen Berichten, lässt sich daraus allerdings Schockierendes herauslesen. Da fliegt die Nati in ein Land, das bis vor Kurzem noch schrecklich unter der Apartheid, einer besonders schlimmen Form der Zweiklassengesellschaft, zu leiden hatte, und macht nix anderes, als genau da weiterzumachen, wo die Südafrikaner selber Anfang der 90er aufgehört hatten!

Man schaue sich doch mal die Sitzordnung genauer an: Dass niemand neben Magnin sitzen will, kann man ja noch verstehen, wenn man weiss, wie er sich auf dem Feld manchmal gebärdet. Dass Herr Hitzfeld in der Business-Class thront, umgeben von seinen Vasallen – klar. 8 Spieler haben es ebenfalls in die Business Class geschafft, 15 flogen Economy – darunter mit Ausnahme vom Goldfüsschen Yakin, der zurecht eine Sonderstellung hat, sämtliche Secondos! Und beide Schwarzen.

Die Zweiklassengesellschaft innerhalb der Nati? Werden wir während der WM Streitereien auf dem Feld erleben wie einst bei den Holländern zwischen der Boeren-Fraktion und den Seedorf-Surinamern? Wir sind gespannt. Hauptsache Yakin geht dabei nicht kaputt.

Just remember the pitch in december

Monday, June 7th, 2010

Endlich ein WM-Song zum Hören. Mit einer Refrainzeile, wie sie nur wenige hinkriegen. Thank you very much, Mr Smith.

“Kanntest du etwa diesen Xam Abegglen?”

Sunday, June 6th, 2010

Unsere Helden. Mein Fernsehen.

Hart, hart, hart. Mann oh Mann.

Immerhin: ein schöner Lachkrampf einer der drei Heinz-Hermann-Töchter, im Bildhintergrund während des Chappi-Interviews.

Deutschland total kaputt

Friday, June 4th, 2010

Ballack verletzt. Adler verletzt. Westermann verletzt. Rolfes verletzt. Kafi Träsch verletzt. Horst Köhler verletzt (im Innern). Deutschland total kaputt. Kindheit Vater Pils Mutter putzen. Alles – total kaputt.

pars pro toto

Tuesday, June 1st, 2010

NZZ Online, 30. Mai:

Europameister Spanien und das deutsche Nationalteam sind mit Siegen in die Testphase vor der WM in Südafrika gestartet. Während Deutschland auf hochkarätige Spieler weitgehend verzichten musste, wurden die Katalanen von Saudi-Arabien gefordert.

Richtig, die sprachliche Abwechslung kommt immer vor irgendwelchen nationalstaatlichen Befindlichkeiten! Vielleicht hätte aber Iberer doch besser gepasst. Zumindest hätte es sich im journalistischen Stilistik-Fundus finden müssen.