Das Hochrisikospiel

Am Sonntag um 16 Uhr spielt der FC Zürich im Letzigrund gegen den FC Basel. Die Partie wird als so genanntes Hochrisikospiel eingestuft. Völlig zurecht.

Am Ostermontag kesselte die Polizei nach dem Derby 250 GC-Fans ein und nahm ihre Personalien auf. Es war zuvor zu keinen Gewalttätigkeiten gekommen, es ging ums Sammeln von Daten eventueller Gewalttäter. Die GC-Anhänger sind erbost. Den Anhängern des FC Basel ist etwas Ähnliches seitens der Zürcher Polizei schon einmal widerfahren, nur etwas intensiver: Man nennt es den “Kesssel von Altstetten” – über 400 Verhaftungen, am Ende 5 Anzeigen. Die Fans des FC Basel haben seither Einkesselungen nicht mehr so gerne. Doch sie sollten mit allem rechnen, schliesslich wohnen sie einem Hochrisikospiel bei.

Vielleicht sind die Fans des FC Basel, wenn es dann zum Kessel kommt, ja sehr entspannt und nehmen es mit Humor. Vielleicht sind sie aber auch ein bisschen angesäuert. Sie werden während des Spiels im Letzigrund nämlich von einer Sicherheitsfirma bewacht, die Leute anstellt, die gerne auf Fussballfans oder Demonstranten eindreschen (bzw. diese “ficken”, um im O-Ton zu bleiben). Das letzte Mal war dies in St. Gallen der Fall, als der FC Basel zu Gast war. Die Sicherheitsleute haben dort so gründlich “gefickt”, dass mehrere Basler Verletzungen davon trugen. Die Staatsanwaltschaft hat reagiert – und zehn Basler dem Schnellrichter zugeführt. Am Verhalten der Sicherheitsleute konnte der Staatsanwalt nichts Falsches erkennen. Und so wird es mit Sicherheit ein freudiges Wiedersehen beim Eingang zum Gästesektor, wenn der Sicherheitsmann dem FCB-Fan mit der Autorität des integren Berufsmannes befiehlt: “Beine spreizen, Jacke öffnen, Taschen leeren.”

Wer Hochrisikospiele will, bekommt sie. Ob mit oder ohne Zutun der Fans.

6 Responses to “Das Hochrisikospiel”

  1. Kummerbube Says:

    Wär doch nett, wenn ich wenigstens erfahren würde, warum mein Post hier nicht erscheint, oder? Kritik sollte übrigens an beiden “Seiten” geübt werden dürfen. Denn solange auch nur ein Einziger unzufrieden ist, läuft die Revolution noch, sie ist nicht zu stoppen. Danke.

  2. admin Says:

    Was für ein Post? Es ist nicht immer die Zensur. Es ist manchmal auch die Technik.

  3. Kummerbube Says:

    Nochmals ein herzliches “Entschuldigung”, und ja, ich kann wohl für einmal der Technik die Schuld in die Schuhe schieben.

    Zum Thema: ich finde es falsch, die Ereignisse nach dem Derby mit dem “Kessel von Altstetten” zu vergleichen. Meines Wissens wurde damals aus dem Extrazug mit FCB Anhängern, eine Menge Glas, Stein und was halt so demontierbar ist in den alten SBB Zügen aus den Fenstern geworfen. Und dies bei Tempo 100 an belebten Mittellandbahnhöfen. Und dies sieht ausnahmsweise auch in anderen als Keller-Suter’s Augen gefährlich aus. So mit Tempo 100 eine Buddel Feldschlössli an der Rübe, da kann man sich aber getrost neben Roli Maag setzen danach, mindestens. Und dies ist ja wohl tatsächlich völlig unwitzig.

  4. Basler Says:

    @ Kummerbube: Das stimmt so nicht! Die Aktion war von Anfang an geplant, unabhängig was im Zug vorgefallen sein soll (…nämlich nichts!). Was du erzählst ist die offizielle Version der Polizei um die Aktion zu rechtfertigen.

  5. Kummerbube Says:

    Okay. Nehm ich so zur Kenntnis, war ja nicht persönlich im Extrazug.

    Grundsätzlich vermisse ich die friedlichen Samstage, als wir auswärts (sogar nach BS !!) fuhren, im GC Dress, um in den Städten und Städtchen umringt von Einheimischen das dazugehörende Hopfen-Malz-Gebräu zu kredenzen. Oder nach verlorenem Cupfinal auf dem Parkplatz von den Wallisern mit Fendant getröstet zu werden, auch sehr fein.

    Es gibt nur einen Weg dies Ungemach abzustellen: über die Kohle. Stein geworfen = 20’000 Fr., Polizisten anficken = 15’000 Fr., sich im Fanblock daneben benehmen und Pyros zünden = gratis. Pyros werfen = 50’000 Fr.

    Da wird sich dann maximal der Hirschmann Carli vieleicht noch 2/3 mal etwas erlauben, danach gibt’s wieder Bier mit Freunden.

  6. Leser Says:

    @Basler: Die Altstetten-Aktion so ziemlich in jeder hinsicht unter ferner Liefen. Das müssen wir hier kaum diskutieren. Aber jeder der nicht dabei war konnte bei den bewegten Bildern danach die Flaschen etc sehen, die richtung Polizei geflogen kamen. “Nichts” war das nicht. Dass die Aktion aber trotzdem geplant war, ist wohl mehr im Grund des basler-Auftrittes am Spiel zuvor zu finden. Ausser enorme “Spesen” brachte die gesamte Aktion aber nichts, wie wir wissen. Wie auch die Schlachthof-Aktion am Montag nichts ausser viel Aufwand und ein paar hundert Adressen in irgendwelche Datenbanken bringen wird. Darum kann man das schon etwas vergleichen.

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