Polizectas, Fanarbeitsgruppierungen
In einem recht schön gross bebilderten und aufgemachten Artikel schrieb die NZZamSonntag gestern von “Schnellverfahren gegen Hooligans” bzw. dass die jetzt flächendeckend eingeführt werden sollen. Wie vieles andere auch. Und dass bis Ende Februar mit den Vereinen und den Lokalbehörden alles geklärt sein sollte. Oder etwas in der Art. Ebenfalls soll bis dann vereinbart sein, dass als Option die Polizei ins Stadion kann, wenns wirklich hart auf hart kommt. Um das auch entsprechend zu bebildern, hat sich die Bildredaktion ein Föteli aus Basel ausgesucht, wo vier Leute drauf sind, die auch wirklich polizeimässig daherkommen. Und in der Legende steht dann auch: “Polizisten im Stadion sollen national konform sein. (Basel, 20. November 2009)” Gut, damals waren wohl tatsächlich Polizisten im Stadion, aber auf dem Bild da, also, ich müsste mich schon täuschen, aber schimmern da nicht die drei roten Protectas-Punkte hinter dem Schild hervor?
Dann hat es noch eine sogenannte Infobox unter dem Bild, die etwas zum Runden Tisch gegen Gewalt an Sportanlässen sagt. Nämlich zum Beispiel:
“Unter Federführung von Sportminister Ueli Maurer haben Vertreter von Verbänden, Bund, Kantonen, Städten und Fangruppierungen ein Konzept erarbeitet, um Ausschreitungen an Sportveranstaltungen zu verhindern.”
Nur ist es eben so, dass noch nie ein Fan, geschweige denn eine Fangruppierung, geschweige denn mehrere Fangruppierungen am Runden Tisch teilgenommen haben. Es ist, im Gegenteil, ein Markenzeichen des Runden Tisches, dass er ohne Fans auskommt. Teilgenommen hat ein Vertreter der Fanarbeit. Das war eigentlich überall zu lesen. Zum Beispiel auch in der offiziellen Medienmitteilung. Was denke ich jetzt als Leser der Infobox? Aha, da sitzen die Fans mit am Tisch. Da bestimmen die mit. Dann müssen die aber nachher nicht blöd kommen. Danke NZZamSonntag, danke Infobox.
February 9th, 2010 at 11:23 am
Eine weitere Präzisierung bez. der Falschinformation “Fan-Vertreter am Runden Tisch”: der Fanarbeiter an diesem “Runden Tisch” verkauft(e) sich den dort Teilnehmenden als Fan-Vertreter.
Die NZZaS ist also einer doppelten Fehlinformation aufgesessen – Desinformationsstrategien à la Kalter Krieg also?