Vereine und Spieler würden sich immer weniger für die Menschen auf den Rängen interessieren, sagt Michael Gabriel, weshalb die Leute auf den Rängen auch zunehmend ihre eigene, vom Spiel losgelöste Party feierten. Der Leiter der deutschen Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) in Frankfurt spricht in einem ausführlichen Interview mit der Süddeutschen Zeitung über Ultras und Fussball und macht dabei deutlich, wie hilfreich es sein kann, wenn Leute ausgebildet werden, um eine Ahnung zu haben. Eine Ahnung von den Abläufen in der Fanszene zum Beispiel. In der Schweiz sind Ansätze vorhanden, doch die Rückschläge lassen nicht lange auf sich warten: So kürzt die Stadt Luzern ihren Beitrag an die dortige Fanarbeit um 45’000 auf 20’000 Franken, was nicht nur die Fanarbeit an sich, sondern auch das Fanlokal Zone5, in dem die Fanarbeit eingemietet ist, existentiell bedroht. Die lakonische Begründung für die Sparmassnahme: die meisten Fans wohnten ohnehin nicht in der Stadt. Mit dieser Logik könnte Luzern auch gleich seinen ÖV einstellen, wird er doch auch nur zu einem Teil von Stadtbewohnern genutzt.
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Bin beim Surfen zufälligerweise (Ausgangspunkt: Offside-Tor gegen FCZ) auf diesen Kommentar gestossen. Die Schlussfolgerung ist ein Rohrkrepierer: der ÖV wird von einem Zweckverband finanziert, an dem alle Gemeinden beteiligt sind, die davon profitieren. Auf die Fanarbeit übertragen heisst das also: die anderen Luzerner Gemeinden sind herzlich eingeladen, auch mitzuzahlen. Die steueroptimierten Nachbarkantone ebenso.
Danke, Steuerzahler. Eindeutig korrekt. Auch mit grosser Verspätung.