Witz komm raus
Friday, December 11th, 2009… beide Nati-Stürmer (gesprochen: Nazi-Stürmer) …
Es musste wieder mal sein, es waren schon zu viele Wochen vergangen seit dem letzten Mal. Im aktuellen 11freunde-Magazin hat sich Christoph Ruf, Autor des Fussballbuchs des Jahres 2008, den FC Basel vorgenommen – und eine im Grunde lesenswerte Aussensicht abgeliefert. Diese auf Teufel komm raus lustige Pointe wäre allerdings nicht nötig gewesen. Im Artikel geht es u.a. um das Verhältnis der
Basler zu ihren deutschen Nachbarn, und eigentlich auf gutem Niveau. Der Nazi-Nati-Witz aber, herrgott. Bruno Ziauddin hat in seinem Buch beschrieben, dass sich viele Schweizer v.a. über die Verniedlichung alles Schweizerischen durch einige Deutsche ärgern. Dass sie alles Schweizerische so putzig finden, so süss. Genau das spielt beim Nazi-Nati-Witz: Die Schweizer sind so herzig-unbedarft, dass sie sogar, ohne es zu merken, aus ihren Nationalspielern Nazis machen. Dass aber eben niemand Schweizer Naaazi sagt, sondern Natzi mit kurzem a, fällt leider dem Humor zum Opfer. Vor diesem Hintergrund nervt es dann grad auch ein bisschen mehr, ein paar Zeilen später zu lesen:
Tranquillo Barnetta, Diego Benaglio, Ivan Rakitic, Mladen Petric oder Eren Derdiyok heissen die Spieler, die derzeit in der Bundesliga spielen. Sie wurden samt und sonders beim FC Basel ausgebildet.
Thesen, Thesen, putzige Thesen. Nun denn.
(Ernsthaft putzig dagegen: das Augsburg-Stadionposter in der selben 11freunde-Ausgabe. Spiegelverkehrt. U.a. mit dem Effekt, dass auf der Anzeigetafel der FCA zum Gästeverein degradiert wird.)



