Archive for November, 2009

Wahnsinn

Sunday, November 15th, 2009

Mega, sensationell. Historisch, für die Geschichtsbücher, epochal. Genial, grossartig, unglaublich. Mega. Mega wahnsinnig. Fantastisch, unbeschreiblich, einzigartig. Pfister, Blatter, Gilliéron. Amen.

Noch ein Rätsel, diesmal aber …

Friday, November 13th, 2009

… nur für Svon H: Finden Sie die 567 Unterschiede. Ansonsten sei Ihnen aber vergeben wegen ausserordentlicher Verdienste für das Gute im Fussball.

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Vorschnelle Schnellverfahren

Friday, November 13th, 2009

Wie (ausser der Tagesschau) vermutlich den meisten bekannt sein dürfte, wurden nach dem Spiel St. Gallen – GC vom 28. Oktober acht GC-Anhänger verhaftet und dem Schnellrichter zugeführt. Die Einsetzung eines Schnellrichters wurde von der St. Galler Justiz im Vorfeld damit begründet, an Ausschreitungen beteiligte Fans bei genügender Beweislage und vorliegenden Geständnissen sofort aburteilen und damit aus dem Verkehr ziehen zu können. Dagegen kann im Grunde niemand ernsthaft etwas haben, ist es doch für alle Beteiligten sinnvoller, wenn sich Verfahren nicht über Monate oder Jahre hinziehen. Wie ein Artikel auf fansicht.ch nun aber nachweist, ist es im Fall dieser acht GC-Fans mit der genügenden Beweislage offenbar nicht sehr weit her: ein Fan wurde vorzeitig entlassen, ohne dass ihm etwas nachgewiesen werden konnte, bei einem anderen läuft das Verfahren noch, und zwei weitere haben gegen ihren Strafbescheid (Verurteilung wegen Landfriedensbruchs) Einsprache erhoben – sie hatten nie eine Straftat gestanden.

Schön, wenn die Justiz am Sportpublikum neue repressive Instrumente testet, und es darf auch mit Spannung erwartet werden, was die KKPJD heute der Öffentlichkeit für Lösungsvorschläge unterbreitet. Nur wäre es mir etwas wohler, wenn sich dies alles in einem rechtsstaatlich nachvollziehbaren Rahmen bewegte.

Ein Stück Stadtkultur

Friday, November 13th, 2009

Die Kulanz des Hier+Jetzt-Verlages macht es möglich, dem blossen Hinweis auf das eben erschienene Hardturm-Buch nun auch eine kurze inhaltliche Würdigung folgen zu lassen. Man hält mit den “Erinnerungen an ein aussergewöhnliches Stadion”, wie es im Untertitel heisst, ein schönes Werk in den Händen. Die Fotosammlung des GC-Fans Jens Fischer bildet die Grundlage der Publikation, und es wird an vielen Stellen deutlich, dass hier weniger der Profi mit dem Sinn für Kompositionen und als Moment erfassten Geschichten als eben der Anhänger mit dem Auge fürs Detail an der Arbeit war. Seine Heimat waren zweifelsohne die Stehplätze im Heimsektor, Aufnahmen der Haupt- oder Gästetribüne während eines Spiels fehlen. Das ist zwar bedauerlich, aber verständlich bei einer Publikation, die weniger auf einem Konzept als auf dem Fundus eines “Archivars” basiert.

155_0_umschlag_gross“Der Hardturm” ist ein unverzichtbares Erinnerungsstück für alle, die in diesem Stadion eine Heimat gefunden hatten. Er versetzt aber mit Sicherheit auch jene in Rührseligkeit, die jahrelang skandierend drohten, das Stadion dereinst anzuzünden. Denn so sehr der Hardturm bei Gästefans als verhasste und schwer einzunehmende Festung galt, so deutlich wurde nach seiner Schliessung, welch grosse Lücke in der Stadionlandschaft er hinterlässt. In einem der 20 kurzen Textbeiträge schildert der Autor denn auch prägnant, welche Chance mit dem Abriss vertan wurde. Die alte Haupttribüne zeitgemäss ersetzen, und viele Diskussionen um Euro, Quartierverträglichkeit und Urbanität wären hinfällig geworden.

Nicht immer reicht die Kürze der Texte für so viel Klarheit. So wird die temporäre Besetzung des Hardturm im Sommer 2008 auf irritierende Weise verurteilt und implizit für den späteren Abriss verantwortlich gemacht. Hier hat man offiziellen Verlautbarungen zu sehr Glauben geschenkt: Ob mit oder ohne “Brotäktschen”, wie die Besetzung damals hiess, eine Sanierung des alten Stadions stand nie ernsthaft zur Debatte. Man müsste sich vielmehr glücklich schätzen, atmete der Hardturm vor seinem Ende noch einmal etwas Leben.

Spieltage in Zürich-West waren immer etwas Besonderes, die Erinnerungen an Fantrauben vor dem Restaurant “Stadion” und nach dessen Abbruch vor dem “Hobo”, an die Ansammlungen der Gästefans vor dem “Herdern”, das kurz nach der Stadionschliessung aus lauter Wehmut explodierte – sie sind wach und schmerzen zuweilen. Dass die Grundmauern heute einer reichen Stadtflora Boden bieten, ist ein kleiner Trost. Genau wie das Buch selber. Ein kleiner Trost, der seinen Preis allemal wert ist.

Jens Fischer: Der Hardturm. Erinnerungen an ein aussergewöhnliches Stadion. Hier+Jetzt, Baden 2009. 38 Sfr

Barilla testa di funghi

Thursday, November 12th, 2009

bambinoHerr Pan A. Thin Aikos verhilft uns zu folgendem kleinen Rätselspass: Wer ist dieser kleine Pilzkopf, der hier so stolz posiert? Die Auflösung:

Tipp 1: Man lernte ihn kennen, als Erwachsenen, d.h.: Er wurde Profi und berühmt. Es heisst aber auch: Man lernte ihn kennen im Sinne von fürchten. Seine Aussetzer sind berüchtigt.

Tipp 2: Er fand das Glück, wo er es suchte, wie einst Herr Rossi

Tipp 3 (neu): Der Pfeil des Amor durchbohrt noch heute sein Herz: amoR-Roma.

Es handelt sich um Herrn Daniele De Rossi, dessen Klubtreue angesichts dieser Aufnahme doch beeindruckend ist.

Lahm, aber lustig

Wednesday, November 11th, 2009

Wenn er sagt, der Uli und der Kalle hätten kein Konzept, schafft er es auf die Titelseiten und in die Tagesschau. Wenn er aber erzählt, wie lustig das Fussballerleben ist, hört ihm keiner zu:

Bei mir kann man sehr weit gehen. Beim Essen hört der Spaß aber auf. Beim Dessert, es gab Zwetschgenkompott, hat man mir mal die Schokosoße gegen Balsamico-Essig getauscht. Da wurde ich säuerlich.

Solches und weitere Schenkelklopfer der Extraklasse erzählt Philipp Lahm dem Herrn Fritsch in der bezaubernden Rubrik “Alles ausser Fussball”.

Gegen den Abschaum!

Tuesday, November 10th, 2009

Dass die Lektüre eines durchschnittlichen Hooligan-Artikels eine intellektuelle Selbstverstümmelung bedeutet, nimmt man mittlerweile in Kauf. Wer es sich aber nun einmal richtig geben möchte, also wirklich richtig, ohne jede Rücksicht auf Langzeitschäden, tue sich bitte dieses Elaborat auf 20min-online an. Ein Auszug:

Müssten nicht Stehplätze längst verboten werden? Wenn die Tickets teurer sind, wenn es nur noch gut kontrollierbare Sitzplätze gibt wie in Nordamerika, dann wird auch die soziale Struktur der Zuschauer nach und nach verbessert.

Nach und nach verbessert? Die soziale Struktur? Come on baby light my fire.

Karlsson vom Dach

Tuesday, November 10th, 2009

Leser Fabian hat eine Kollegin, und die hat einen Helikopter, und mit dem ist sie neulich über die Ostschweiz geflogen und hat abgedrückt. Danke, Frau C!

AFG-Arena2

Probleme unserer Zeit

Tuesday, November 10th, 2009

Letzte Woche war Hirschmann dran, diese wird es Stanic sein.

Nächste Station: Hier und Jetzt

Monday, November 9th, 2009

155_0_umschlag_grossAngesichts eines Defizits von 10 Millionen Franken und der Aussicht, sich noch bis 2019 mit Boris Smiljanic herumschlagen zu müssen, wird es Anhängerinnen und Anhänger des Grasshopper Club sicherlich freuen, dass auch gute Nachrichten möglich sind in diesen durch und durch trüben Zeiten: Beim Hier+Jetzt-Verlag ist soeben ein Buch über den Hardturm erschienen, das zu kaufen sich sicherlich lohnt. Es ist schon lobenswert genug, dass jemand ein Buch zu einem dahingeschiedenen Stadion macht (wir erinnern uns sehr gern ans Espenmoos-Buch und, Achtung: Ende November kommt ein dicker Ziegel zur Luzerner Allmend). Dass es gerade hier und jetzt erscheint, zeugt zusätzlich von grossem Mut, haben viele GC-Fans ihren letzten Groschen doch dem Verein gespendet. Aber vielleicht kauft ja der Boris mit einem Bruchteilchen seiner zehn noch ausstehenden Jahresgehälter die ganze Auflage (2500) auf und verschenkt sie dem Volk. Das wäre einmal eine Geste.

Übrigens: Beim googeln von “hier jetzt hardturm” stiess ich auf einen Tagi-online-Artikel vom 4. September 2009, der das Kunststück fertig bringt, dem “Stadion” dreimal orthographisch zu huldigen, und zwar auf zwei verschiedene Arten. Bonne nuit.

Tagi-Hardturm

Tagi_Hardturm2