Archive for October, 2009

Red Bull und Radieschen

Monday, October 19th, 2009

phpThumbWie immer gerne weisen wir auf die neue Ausgabe des österreichischen ballesterer-Magazins hin, erhältlich am guten Kiosk und mit einem interessanten Inserat auf Seite 2: Das Bundesministerium für Gesundheit wirbt für gutes Essverhalten. “Tomaten oder Radieschen schmecken auch wirklich gut”, sagt der Mann auf dem Bild, “hätte ich nicht gedacht.” Gutes Heft, wie immer, nur: mit welcher Zielgruppe? Der Ü-80kg?

Doppelte Bicicletta

Monday, October 19th, 2009

Auch noch nicht wahnsinnig oft gesehen:

Der Neues-Stadion-Blog

Monday, October 19th, 2009

Diesmal soll alles gut werden und viereckig. Zu diesem Zweck hat die Stadt Zürich einen Neubau-Stadion-Zürich-Blog eingerichtet, auf dem Fussball- und andere Interessierte ihre Wünsche und Vorstellungen platzieren können. Leser Pauletta hat uns freundlicherweise darauf hingewiesen. Wie schwierig auch der zweite Anlauf werden könnte, zeigen die Meinungen, die bisher geäussert wurden. So soll das Stadion wahlweise 20’000 (maximal), 22’000, 25’000 oder gar 30’000 Zuschauer fassen. Aber sehet selbst.

Wenn das rote Blut spritzt

Monday, October 19th, 2009

“Gewaltbereite Hooligans sollen in St. Gallen künftig einheitlich bestraft werden”, leitet die NZZ heute einen halbseitigen Artikel zur Harmonisierung der Strafmasse ein. Nächste Woche soll dann ein grösserer Text zur anderen Gruppe folgen, den friedfertigen Gewalttätern. Sie zu harmonisieren dürfte dann etwas leichter fallen.

Gewalttätige Griechen?

Monday, October 19th, 2009

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Nein, feiernde Wahlsieger in der NZZ vom 5. Oktober 2009.

(Bitte die Verspätung des Beitrags zu entschuldigen.)

“Entscheiden Sie selbst!”

Sunday, October 18th, 2009

Immer noch schenkt mir die Fifa monatlich ihr Magazin. Es ist gar nicht so schlecht. In der aktuellen Nummer wird eine neue Rubrik präsentiert: “Entscheiden Sie selbst”, heisst sie, und sie stellt im Multiplechoicemodus Fragen zu den Spielregeln. Mitmachen dürfen Schiedsrichter und solche, die es besser wissen. Im Grunde wären alle 9 Fragen hier erwähnenswert, ich beschränke mich aber auf eine, Nummer 7:

In einem Stadion ohne Zaun werden Sie von langsam sprechenden Zuschauern auf Italienisch beschimpft. Wie reagieren Sie?

a) Sie ignorieren die Schmähung

b) Sie zeigen den Leuten den Mittelfinger

So, so viel dazu. Jetzt aber die richtige Frage 7. Wirklich kein Witz:

Ein Spieler zündet sich während der Partie auf dem Feld eine Zigarette an. Was tun Sie?

a) Sie verwarnen den Spieler wegen unsportlichen Betragens und verhängen einen indirekten Freistoss für die gegnerische Mannschaft.

b) Nichts, da dieser Fall in den Spielregeln nicht vorgesehen ist.

Und? Hätten Sie’s gewusst?

Das Bermudadreieck der Langeweile

Sunday, October 18th, 2009

Anfang Oktober war ich zwei Tage in Nürnberg, Franken. Die Franken wechselte ich in Euro, die Euro gab ich aus. Für Kaffee mit Kirschkuchen im Café am Fluss, dessen Namen ich mir nicht merken konnte. Aber Nürnberg ist schöner als sein Ruf. Hat es überhaupt einen Ruf? Ich war angereist über München. Es war das letzte Wiesn-Wochenende. Der Schnellzug aus der Schweiz ein einziger Testosterontransport mit gute-Laune-Wettbewerb. Männer jeden Alters türmen Biere vor sich auf, die sie noch vor der Ankunft getrunken haben wollen. Um dann auch richtig Mass halten zu können im Paulanerzelt. Eine grosse Gruppe welscher Bauern in Edelweisshemd, Ehering und Filz-Gilet macht sich breit. Pro Viererabteil gibts ein Fässchen Feldschlösschen, bis Lindau bleibt davon nur Alu übrig.  Dann kommt der Weisswein und die Frauen werden begrüsst. Mit dem Charme, den ein welscher Bauer nach einem Viertelfass Bier eben so parat hat. In München sind geschätzte 78% der EC-Passagiere bedient. Ich bedaure, nicht dazu zu gehören.

Für je einen Euro kaufe ich mir einen guten Milchkaffee und einen grossen Butterbrezel am Münchner Hauptbahnhof. Es ist interessant: Zuhause herrscht ein Kampf um die Preisobergrenze, Kaffee unter vier Franken am Bahnhof wird schwierig. Ein paar Reisestunden weiter werben alle Buden mit den tiefsten Preisen. Aber zwei Euro für einen Kaffee mit Brezel, was gibt das wohl für einen Stundenlohn, Herr Hartz?

BiermeisterIn Nürnberg lerne ich die Hersteller des an diesem Abend preisgekrönten Fanzines zur Alemannia Aachen kennen. Und schätzen. Sie sagen Sachen wie “Hannover, Wolfsburg, Braunschweig – das  Bermudadreieck der Langeweile” oder “Von dir will ich mich in Ernährungsfragen nicht länger bevormunden lassen!” Am nächsten Morgen geht es vor die Tore der Stadt. Nach Fürth. Nach einer Nacht mit Vollbier bin ich als Vollzahler Gast bei der SPVGG im leider nicht mehr Playmobil genannten Stadion. Es ist ein selten hässliches Flickwerk aus nicht weniger als acht verschiedenen Tribünenelementen, wobei der Klotz mit den Logen als besonders misslungen hervorzuheben ist. Wer sich hier als VIP niederlässt und dafür auch noch bezahlt, sollte sich freiwillig bevormunden lassen. Das Spiel ist in der zweiten Hälfte gut, die vielen mitgereisten Fortunen friedliche Menschen. Als ein paar die Fürther Fürthverhöhnen mit “Für ein Heimspiel – seid ihr ganz schön laut”, meint der Capo: “Na gut, viel lauter sind wir auch nicht.” Zurück gehts nach Nürnberg. In der S-Bahn kommentiert ein Düsseldorfer den Look einer dem Zug entsteigenden Mutter: “Frauen ab 40 sollten sich kein Metall mehr aus dem Gesicht wachsen lassen.” Sein Kumpel sagt: “Wenn Quelle zumacht, ist hier nix mehr.” Ich glaube, er hat recht.

Bei einer schönen böhmischen Wirtin schaue ich, wie der Club in Leverkusen auf die Nüsse bekommt. Ein paar ältere Franken schauen mit. Ich esse dazu ein mir bis dahin unbekanntes Gericht: KnaipeEin grosses Schnitzel, eingeklemmt zwischen zwei Rösti-artigen Kartoffeldeckeln. Dazu ein Blatt Salat und zwei grosse Pilsner. Dann fährt der Regio nach Buchloe. Er ist hoffnungslos überfüllt. Eine Frau hält das schlecht aus. “Schatzi, das ist so Scheisse hier”, sagt sie ihm ins Telefon. Schatzi kann auch nichts machen in dem Moment. Aber er darf sich schon mal freuen auf das Wiedersehen. In Buchloe dann ist meine Vorfreude gross auf den EC aus München. Und ich werde nicht enttäuscht: Die Wiesn auf Schienen. Was ich zuvor noch nie gesehen habe: Die Minibar ist mit reduziertem Angebot, dafür mit einer Zapfsäule unterwegs (Heineken). Für Güter die Bahn. Gute Nacht.

Postkarte Charmilles 1951

Sunday, October 18th, 2009

charmillesIn Zusammenarbeit mit dem Sportmuseum Schweiz hat knappdaneben eine neue Postkarte einer verlassenen Spielstätte herstellen lassen. Diesmal ist es die Genfer Charmilles während des Länderspiels Schweiz-Frankreich 1951. Die ersten fünf, die sich hier per Mail melden (Adresse irgendwo rechts unter “Seiten”), erhalten eine Karte per A-Post zugeschickt inklusive Ehrenwort, dass ihre Adresse nicht an Adresshändler verhökert oder sonst wie missbraucht wird. Alle andern können die Charmilles für 1.50/Stk. hier bestellen. Weiterhin erhältlich, zum selben Stückpreis, sind der alte Letzigrund (wenige Restexemplare), der Hardturm und die Maladière.

Ball flach halten

Sunday, October 18th, 2009

“Das war’s dann. Gesehen auf einer Jurawanderung, zwischen La Sagne und La Chaux-de-Fonds”, schreibt Leserin Regina und schickt uns dieses Bild, das mich auch ein bisschen an Europa erinnert, oder den südwestlichen Teil davon. Der Pilz wäre dann Irland. Es lohnt sich übrigens sehr, von La Sagne nach Chaux-de-Fonds zu wandern. Vor allem auch im Winter. Oder umgekehrt, und dann im Von Bergen abzusteigen.

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Litanei ins Abseits

Wednesday, October 14th, 2009

Nicht mehr ganz frisch, aber erst jetzt richtig gelesen (und anhaltend komisch): SFL-Sicherheitschef Ulrich Pfister liess sich letzte Woche im Neuen Zürcher Tages-Anzeiger (NZTA) folgendermassen zitieren:

 In den modernen Stadien wie dem Letzigrund, dem Stade de Suisse, dem St.-Jakob-Park, der Maladière oder der AFG-Arena können sich die Chaoten nicht mehr entfalten. Auf den anderen Plätzen ist die Gefahr des Gewaltausbruchs wesentlich grösser.

Ach ja? Wie war das am 13. Mai 2006 oder bei den Fackelwürfen von und zu Basel und Zürich oder beim Feuerzeugwurf in Bern? Nun, die Vorbeter aus Muri verkünden ihre Litanei „neue Stadien = keine Probleme“ neuerdings ja vehement mit dem Zusatz „aber nur, wenn viel Polizei im Stadion“, allerdings weiterhin mit wenig Faktentreue.

Das Brügglifeld in Aarau gehört jedenfalls nicht zu den Prügelstuben der Schweiz. Das Stade de Genève zugegebenermassen auch nicht.