Archive for October, 2009

Knapp daneben: 2 x Lesung

Friday, October 30th, 2009

Gerd-Mueller_Dann-macht-es-bummKurz vor Wintereinbruch gibt es noch zwei Abende rund um das Buch “Knapp daneben – Aus den Randgebieten des Fussballs”, wie immer mit Fussballmusik und sonstigen Abgründen:

17. November, 20.30 Uhr, Gasthaus Grünenwald bei Engelberg (Halt auf Verlangen, ZB-Linie Luzern-Engelberg)

21. November, 21 Uhr, Transit Imbiss, Basislager, Binz, Zürich

Es würde mich freuen.

Groundhopping: Procida IT

Friday, October 30th, 2009

Insel Procida vor Neapel4Unser Leser und regelmässige wissenschaftliche Zulieferer Fabian weilte kürzlich vor Neapel auf der Insel Procida und sah sich dort das Spiel der Einheimischen gegen Real Suessola an. Ein schöner und gelassener Anlass, wie die Bilder nahe legen. Die Insulaner rufen also nicht nach Schnellgerichten und fordern Schadenersatz, wenn einer einen Rauchtopf zündet. Sie verwerfen einfach abschätzig die Hände und drehen sich ab. Bis sich der Rauch verzogen hat. Wenn sich bei uns der Rauch verzogen hat, finden wir uns im Fussball-Disneyland wieder. Nun denn, Herr Fabian schreibt:

Auf das Spiel wurde ich aufmerksam, als ich das Foto machen wollte, wo man das Matchplakat neben der Todesanzeige sieht. Es war alles sehr familiär. Die Polizei war nur da, um nach dem Match den Verkehr zu regeln, da die Gassen auf der Insel so eng sind, dass eigentlich nur Einbahnverkehr möglich ist. Nett war auch der Getränkestand in Form einer Plastikkugel. Es war etwas irritierend, als ich ein Bier bestellte, es aber keines im Angebot hatte, obwohl der Kühlschrank ein tipp topp Bier-gebrandeter war. Aber auch mit einem klasse Espresso war der Match angenehm zum schauen. Die Zuschauer waren zufrieden. Die Einheimischen lagen zur 2. Halbzeit 0:2 hinten, schafften dann aber noch den Ausgleich zum Endresultat von 2:2.

Insel Procida vor Neapel1

Weltmeistertitel in Gefahr!

Tuesday, October 27th, 2009

Immer sind sie eins schneller, eins besser, unsere Nachbarn. Da dachte ich eben noch, in Sachen vorsorglich Ölen mache uns keiner so leicht was nach, schon belehrt uns Herr Müllender in der taz eines besseren. Zum ersten alkoholfreien Bundesligaspiel Gladbach-Köln schreibt er:

Natürlich funktionierte die Null-Komma-null-Strategie nicht wirklich. In den Zügen galt vorsorgliche Druckbetankung. Parole: Schnell zuschütten bis der Bahnhof kommt. Bei der Prohibitionspremiere kamen wohl mehr betrunkene Fans zu einem Spiel als je zuvor.

Abgesehen von der kleinen Ernüchterung (sic!) über die Saufkonkurrenz aus dem Norden ist der ganze Artikel aber ein Genuss. Druckbetankung! Mein Gott! Ich wünschte mir mehr tazen, Müllenders und überhaupt mehr deutsche Fussballjournalisten in der Schweiz. Einwandern bitte!

Pulver gut

Tuesday, October 27th, 2009

fcs-pulverHerr Netz (nicht Noz) weist uns freundlicherweise auf einen grossartigen Fanartikel eines grossartigen Vereins, des FC Solothurn, hin: das “FC-Solothurn-Wöschpulver”. Nicole N. zum Beispiel, die Mutter eines Juniors, sei absolut begeistert von der Waschkraft des rot-weissen Wundermittels, lesen wir auf der Homepage. Plastiksitze aus der alten Maladière, die wiederverwendet werden, ein Stadion, das einfach “Stadion” heisst und jetzt ein Waschpulver. Der FCS gehört in in die Challenge League. Oder in die Eredivisie, zu Ajax.

“Die Single”

Monday, October 26th, 2009

Freundinnen und Freunde unguter Musik können sich ab sofort auf der redesignten Zwölf-Homepage ein paar Schweizer Fussballperlen anhören. Und zwar just die, die im Zwölf jeweils als “Die Single” vorgestellt werden. Hebed nech am Bänkli!

A beautiful book

Monday, October 26th, 2009

cover_matchdayAm Samstag habe ich mir ein Fussballbuch gekauft, das glücklich macht: MATCH DAY von Bob Stanley und Paul Kelly versammelt Titelblätter von englischen Matchprogrammen von 1945 bis etwa 1991, und zwar von sämtlichen englischen Profivereinen. Auf über 200 Seiten über 450 Abbildungen. Ein nostalgisches Sehvergnügen sondergleichen. Darauf aufmerksam gemacht von der aufmerksamen NZZamSonntag, habe ich mir MATCH DAY hier bestellt und gekauft. Man kanns glaub aber auch direkt beziehen. Und: Ja, es kostet ein bisschen was, etwa so viel wie eine Busse für Schwarzfahren. Nur dass man sich nachher nicht ärgert, sondern sehr sehr freut.

Nitrianskeho

Friday, October 23rd, 2009

nitraGrau, Nieselregen – es ist wieder mal Zeit für erwärmende Ostblock-Fussballgrafik. 70 Jahre Nitra hab ich in Trnava in einem Antikvariat (wie es dort glaubs heisst) gefunden, eine sehr schöne Broschur, um nicht zu sagen: hübsch! 1979, als das Büchlein erschien, hiess der Verein gerade “Plastika Nitra”. Insgesamt hat er seinen Namen in 70 Jahren rund ein halbes Dutzend Mal geändert. Konstant war aber immer die enge Verbindung zur chemischen Industrie.

So So Soccer

Friday, October 23rd, 2009

Freund Martin schickt uns aus der grossen Welt diese Nachricht mit Bild:

“Jede freie Ecke im Central Park wird für Fussball genutzt. Football und Baseball sind out. Die Baseballfelder im Norden des Parks wurden in Fussballfelder verwandelt. Alle wollen tschutten. Eine Handvoll Mexikaner versucht den Kindern reicher New Yorker die Grundlagen beizubringen. Aber die Nachfrage ist einfach zu gross.”

Wer also einen Job sucht … (Koller, Gross und wie ihr alle heisst)

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Caput Liberum

Friday, October 23rd, 2009

DSC01697Sie haben zwar einen Kunstrasen (in diesem Zusammenhang zur Meinungsbildung bitte das hier konsultieren), das Stadion gehört aber dennoch in die Top of the Pops: 180° Aus- und Meersicht und zum Trainieren einen Sonnenuntergang, der Brooke-Shields-Fantasien anregt: Die Spieler der USD Elba 2000 Capoliveri, wie der Verein heisst, sind zu beneiden. Ausser dass es bei so einem Namen wenig verwundert, dass keine Fangesänge zu hören sind: “Forza USD Elba 2000 Capoliveri alé”, das führt nirgends hin. Das kann man von keinem verlangen.

Auf Sonntag 11 Uhr ist das Juniorenspiel angesetzt, ich nehme den Weg unter die Sandalen. Gut 70 Väter, Mütter, Geschwister und Freundinnen haben sich auf derDSC01699 mit zum Trocknen aufgehängten Trikots des A-Teams geschmückten Tribüne eingefunden, um entweder die Jünglinge Capoliveris oder eben jene aus der Nähe von Pisa zu unterstützen. Pisa – eine schöne Auswärtsfahrt für 16-Jährige. Bei Anpfiff um 11 müssen die vermutlich um 6 losgefahren sein. Zu dieser Zeit wirft noch nicht einmal der Turm einen schiefen Schatten. Sie scheinen aber ausgeschlafen und dominieren die viel kleiner gewachsenen und schmächtigeren Insulaner von Beginn weg. Napoleon hat hier also eindrückliche Spuren hinterlassen, als er mal ein Jahr lang Inselkaiser sein durfte.

In der Pause möchte ich im Stadionkiosk etwas konsumieren, aber das Angebot ist nicht gut und die Schlange zu lange. So spaziere ich schnell ins Städtchen hoch. DSC01695Ein vermutlich in den Ferien weilender Sienese hat es mit Graffiti verziert, und er hat es allen gezeigt, die im Verdacht stehen, nicht rechts zu sein: Viola Merda auf dem Container, Cosenza Boia auf dem Trafohäuschen und Livornesi Fischverkäufer ebenfalls. Ich finde es gut, wenn man die Ferien nicht nur zum Abschalten nutzt sondern sich auch einbringt am Gastort, mit seinem ganzen Wesen und seinen ganzen schöpferischen Möglichkeiten. Also: Bravo Siena Ultrà, das hast du gut gemacht. Sogar die korrekte Typo kommt zum Zug mit dem lustigen L. L wie Lappi. Beim  Tabacchi gibts ein Pacchi MS DSC01696(Marlboro Siciliani) und den Corriere dello Sport mit den Länderspielergebnissen vom Vorabend. Die studiere ich zur zweiten Halbzeit. Sie bringt ausser einer roten Karte für einen Elbaner – so heissen sie gemäss Fremdenführer – nicht mehr viel, es bleibt bei einem traurigen 0:3. Caput Liberum nannten die Römer die Bewohner der Siedlung auf dem Hügel, weil sie störrisch waren und unabhängig. Von Freien Köpfen konnte die USD Elba diesmal aber nur träumen: Kam mal eine hohe Flanke, stand da immer ein baumlanger Festländler.

Applaus gabs trotzdem für alle, von allen. Sie haben tapfer gekämpft. DSC01707Auch die technisch weniger Beschenkten. Für sie ist der Kunstrasen ein Graus: springende, schnelle Bälle die ganze verdammte Zeit und gegnerische Schönspieler, die sich durch die Reihen doppelpassen, bevor man weiss, wo Norden und Süden ist. Da nützt auch der Delfin im Klubwappen nichts. Da bräuchte es die Beine eines Kraken. Bzw. die Arme. Oder gleich die von dreien.

Schaut “Las Pelotas”

Wednesday, October 21st, 2009

pelotas_posterUnd zwar am 29.10.2009 um 21 Uhr im Kino Uto in Zürich. Die Schweizer Produktion “Las Pelotas” gewann dieses Jahr in Locarno einen Leoparden für den besten Kurzfilm. Man kann verstehen warum: eine höchst entzückende argentinische Viertelstunde über den Versuch, fussballerisches Talent zu zeugen. Im eigentlichen Sinne.