Gutes zu Busacca

Von all dem, was über Busaccas Mittelfinger zu sehen, hören und lesen war, fand ich bis jetzt den heutigen Kommentar in der NZZ am besten. Als beinahe einziger verweist er auf eine grassierende Unkultur der Unhöflichkeit in den Stadien, OHNE die Vergangenheit zu verklären. So ist zum Vorfall u.a. zu lesen, er sei

Ausdruck einer Verrohung, die das Sportmilieu hinnimmt, weil es die Emotionen braucht und letztlich nur dank ihnen lebt. Diese Ausbrüche sind systemimmanent, ohne sie funktioniert der Fussball nicht, und nicht immer sind die Gefühlsausbrüche positiv und freudvoll. Das Überdruckventil unterscheidet nicht, ob es guten oder schlechten Emotionen freien Lauf lässt.

Das ist eine Analyse, die in erster Linie Fragen stellt (wenn auch implizit), statt verkrampfte Antworten zu liefern. Für Busacca habe ich übrigens plötzliche Sympathien. Der gläubige Tessiner, gutaussehend, stets gefasst, erfolgreich, integer, kurz: die Teflonpfanne des Schiedsrichterwesens, und dann bricht im Stadion Esp zu Baden einfach so der Sanguiniker durch. Ich hoffe, es hat ihm gut getan. Es wäre ihm zu gönnen.

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