Ein Nachtrag noch zum letzten Eintrag. Ich bewahre seit der Letzigrundräumung 2006 noch diesen Stehplatz-Stempel auf. Er lag noch im Büro des Platzchefs, zusammen mit ein paar andern Reliquien. Relikten. Oder doch Reliquien. Diesen Stehplatzstempel würde ich dem Verein gerne zur Verfügung stellen, wenn er sich wieder mal umbesinnen möchte (mithilfe der Stadt natürlich). Aber wer heute stehen will, ist ja eher von gestern. Frau Keller-Sutters Sondereinsatzkommando hat ja in Freiburg i.B. nun herausgefunden, was wirklich glücklich macht: die Austrocknung der Ultrakultur. In der Schweiz heisst das: der Fankultur, denn die ist überall ultra-dominiert. Also braucht es mittelfristig wohl keine Stehplatzstempel mehr. Bleibt nur noch das Museum, wo all der Krempel von gestern versorgt werden könnte. Herr Canepa hat ja sowas im Sinn. Oder mal gehabt. Da würde ich dann grad das ganze Stempelset hergeben. Natürlich mit einem nostalgischen Seufzer.
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Lieber Herr knappdaneben
Du kennst dich ja ziemlich aus mit Fussball und dem ganzen drum herum. Deshalb gelange ich mit einer Frage an dich, und vielleicht kannst Du mir weiterhelfen. Das Bild zum Sondereinsatzkomando-Artikel (neinei, nöd Atalanta. Sondern dieses hier: http://www.tagblatt.ch/storage/pic/newsml-sda/schweiz/260206_1_20090821115335.jpg) hat mich wieder mal ins Grübeln gebracht: Warum zum Geier rütteln ‘Gewalttäter Sport’ immer an diesen Gittern?! Die gehen nicht so schnell kaputt. Das ist doch für jeden Vollidiot ersichtlich! Warum also so lange daran rütteln, wenn man in wenigen Sekunden drüber klettern könnte? Vielleicht kannst du mir ja weiterhelfen. mfg
Lieber Stallo
Mir gefällt der sehr technische Ton deiner Frage. Und so möchte ich denn auch antworten. Grundsätzlich bin ich der Auffassung, dass das Rütteln am Zaun quasi eine Selbstvergewisserung darstellt: Ich bin wütend und zeige es! Darüberklettern wäre kein Problem, in der Tat, doch wäre es mit grösseren Konsequenzen verbunden, weshalb es die meisten meistens beim Rütteln belassen. Im Prinzip also eine Form erfolgreicher Triebkontrolle. Im gegebenen Fall – ich stand per Zufall in unmittelbarer Nähe – war es aber so, dass es sich um ein “weiches” Gitter handelte, dass sehr wohl eingerissen werden kann und auch eingerissen wurde (mit erstaunlich wenig Aufwand). Interessant dann aber wiederum, dass sich trotz dieses Erfolges kaum jemand in den benachbarten Sektor begab. Auch hier sprach laut das Über-Ich. Zäune dienen demzufolge in erster Linie der Entladung und nicht der Trennung, denn diese hat sich mittlerweile als Konditionierung in den Köpfen eingenistet. Das war jetzt, zugegeben, ein sehr gewagter Exkurs. Aber eben auch eine sehr anregende Frage.