Archive for August, 2009

Pyro-Schlacht: Verband ohnmächtig

Wednesday, August 19th, 2009

“In einem Vorbereitungsspiel im Belgrader Marakana lieferten sich Fans von Roter Stern und Hajduk Split auf den Rängen einen wüsten und lebensgefährlichen Wettbewerb mit Pyrotechnik. Etliche der gezündeten, bis zu 1000° heissen Fackeln landeten auch auf dem Feld (s. Bild). Ein Sprecher des serbischen Fussballverbandes gab gegenüber der Nachrichtenagentur SNR an, dem Phänomen machtlos gegenüber zu stehen. Trotzdem werde der gastgebende Verein Roter Stern für die Vorkommnisse gebüsst.” (AT-Press, 19.8.09)

Das

ist

natürlich

ein

Witz.

Das hier

aber

nicht – von der NZZ-Frontseite von heute:

Hier spricht die Polizei!

Wednesday, August 19th, 2009

“Nötig sei Gamma, weil die Gewalt in Stadien ständig zunehme.” Das sagt Robert Soos, Sprecher von Esther Maurers (SP) Polizeidepartement, heute im Tages-Anzeiger.

“Die Aufmerksamkeit der Medien führt dazu, dass man das Gefühl hat, die Gewalt steige. Tatsächlich nimmt sie nicht zu.” Das sagt Christoph Vögeli, Leiter der Zentralstelle Hooliganismus, am 14. Mai dieses Jahres im Tages-Anzeiger.

Wer am 27. September in Zürich seine Stimme zur geplanten Präventiv-Datenbank Gamma abgeben will, tut angesichts dieser “Faktenlage” gut daran, sich unabhängig zu informieren. Denn wenn die Polizei spricht, kommt man oft nicht draus.

Der GC-Artikel

Saturday, August 15th, 2009

Konsequent verwirrt die NZZ den Leser seit jeher mit der korrekten Artikel-Verwendung für den Grasshopper Club. Eine neue Dimension erreicht die Online-Schlagzeile von heute, in der Jeff Strassers Wechsel in der GC verkündet wird.

Auch der Untertitel erstaunt. Jeff Strasser auf Torejagd? Wir haben ihn jedenfalls eher als Meister der wirklich hinterhältigen Fouls in Erinnerung, der sich gut in der Kamerun-Defensive von 1990 gemacht hätte. 12 Tore in 17 Profijahren sind jedenfalls nicht besonders eindrücklich. Da wünscht man sich fast schon Mark Strudal zurück.

Denkfabrik FCB

Saturday, August 15th, 2009

Wer befürchtet hatte, der Abgang Ivan Ergics beim FC Basel komme einem totalen Braindrain gleich, sieht sich womöglich getäuscht. Die geschätzten Kollegen des runden Luders runden Leders weisen freundlicherweise auf ein Interview des Medienmagazins Klartext mit Benjamin Huggel hin, das doch, man möchte fast sagen: aufhorchen lässt:

Wenn zum Beispiel zur Europameisterschaft selbst in der „Tagesschau“ ein Bericht aus dem Camp der Schweizer Nati kommt, dann muss ich sagen: Jetzt reichts. Man kann doch wegen Fussball nicht das Weltgeschehen auf die Seite stellen.

Ja, also, ist denn nun doch nicht alles verloren? Fast möchte man es glauben. Lesen Sie unbedingt und scheuklappenfrei das ganze Gespräch. Es lohnt sich (diesmal wirklich!).

Adrian Nigq?

Friday, August 14th, 2009

Jetzt ist mir nach langem wieder einmal das FCZ-Sammelalbum “Total FCZ” aus dem Jahr 2003 in die Hände geraten. Beim Durchblättern dieses Werks von doch hohem dokumentarischen Wert habe ich auf S. 49 bei der U15 einen Buben namens Adrian Nigq entdeckt, den ich einwandfrei als heutigen Kaderspieler der 1. Mannschaft und Torschützen von Maribor identifiziere. Aber weiss jemand, warum der sich heute anders schreibt?

Ein Kontingent Kontingenz

Friday, August 14th, 2009

Man lernt nie aus. Vor allem bei Fremdwörtern. Trotzdem ein Versuch, zusammenzufassen, was Simon Rothöhler im Freitag geschrieben hat: Dass der Fussballfan nämlich das Profane am Fussball sucht und es deshalb lächerlich ist, wenn

Schriftsteller und Kulturtheoretiker wie Javier Marías (All unsere frühen Schlachten. Fußball-Stücke) oder Klaus Theweleit (Tor zur Welt. Der Fußball als Realitätsmodell) der tieferen philosophischen und gesellschaftspolitischen Bedeutung dieses Sports hinterherschreiben.

Und dann geht es irgendwann um die Kontingenz und warum die auch von Systemfanatikern immer stärker gesucht werde. Irgendwie grossartig, wie hier einer hart am Rand der Verständlichkeit verständlich zu machen versucht, warum der Fussball viel einfacher ist, als ein paar Intellektuelle ihn haben wollen. Aber vielleicht habe ich ja auch einfach nichts verstanden.

Nachtrag: Erstaunlich, aber sie lesen mit! Hier der online-Freitag von heute Samstag:

Seien Sie bitte so frei

Friday, August 14th, 2009

Ich wollte es eigentlich noch am Abend nach dem Länderspiel machen, aber da las ich dann doch lieber schnell das Interview mit Elmer und Burri Burki im neuen ZWÖLF (dessen Homepage hoffentlich bald geliftet wird). Deshalb jetzt mit Verspätung: Hätte vielleicht mal jemand die Güte, jetzt, wo er wieder unter uns ist, einen schönen Alex-Frei-Verriss zu schreiben? Ich würde ihn dann hier reinhängen, evt. noch ergänzt. Warum kommt der Mann immer ungeschoren davon? Wo er ja auch am Mittwoch zu den Schlechtesten der Schwachen gehörte? Schiesst in den späten 90ern mit dem FCL gegen Basel ein Tor, stellt sich mit Kubi vor den FCB-Auswärtsblock und mimt den Onanierer – und in Basel scheint sich keiner zu erinnern. Obwohl damals alle gekocht haben. Petric musste mal kurz zeuseln, um für den Rest seines Lebens am Rhein aussätzig zu sein, aber Frei bleibt frei. Überhaupt Petric. Warum genau wollte der nicht für die Schweiz spielen? Und dann Portugal. Ich spucke einen an, und Schuld ist das Schweizer Fernsehen. Und so weiter. Und überhaupt diese Strenge, zu sich selber, zu allen. Woher kommt das? Fühlen Sie sich bitte frei.

Penalty Goal!

Wednesday, August 12th, 2009

Gestern fand ich in meinem Briefkasten eine Sendung von hocherfreulichem Inhalt, ein unerwartetes Geschenk: Die Vinyl-Single der Ganglords aus dem EM-Jahr 2008, “Penalty Goal”, die leider völlig an mir vorbei gegangen ist. Die Ganglords hatten schon 2006 mit “Köbi Cool” einen sehr guten inoffiziellen Beitrag abgeliefert, doch wurde die Verbreitung des Songs damals von den Boney-M.-Anwälten verboten (es handelt sich, wie unschwer zu erraten ist, um eine Adaption von Daddy Cool). “Penalty Goal” schafft nun aber jede rechtliche Hürde, geht in seinem altersgerechten Tempo und dem sehr eingängigen Bläserthema sofort in den Bauch, verzichtet mit Ausnahme einiger Samples (u.a. Beni T.) auf Gesprochenes und sieht zudem noch super aus (s. Bild mit Etikette). Ach, kaufen Sie das Lied doch einfach, es ist auch digital zu haben: und zwar hier. Merci, Philipp!

Fi-Fa-Fair-Play

Saturday, August 8th, 2009

Fürs Wochenende eine schöne Szene aus Holland, Sparta-Twente. Wenn einer genug hat von der Zeitschinderei an der Cornerfahne. Von der Zeitschinderei eines Mitspielers wohlverstanden. Wobei Zeitschinden beim Stand von 0:1 (man sieht es zu Beginn kurz eingeblendet) ein etwas seltsames Unterfangen ist.

Gwaltbereiti Alti

Friday, August 7th, 2009

Sehr geehrte Damen und Herren, das ist ein Musiktipp. Manuel Stahlberger, der das wunderbare FCSG-Kolumnenbuch “Hutter&Mock” von Daniel Kehl ebenso wunderbar illustriert hat, hat vor kurzem ein Album veröffentlicht unter dem Namen Stahlberger, und es ist, richtig, noch wunderbarer. Es heisst “Rägebogesiedlig“. Texte von sarkastischer Nonchalance oder nonchalantem Sarkasmus, über die Schweiz, die Ostschweiz, das Leben, das Leiden daran, und Musik, die die textlich geschaffene Atmosphäre unaufdringlich verdichtet. Ich möchte diese CD an dieser Stelle jedem und jeder ganz dringend empfehlen. Sowas ist hierzulande selten zu hören. Das Bild zeigt übrigens das erwähnte Buch, das Sie bei dieser Gelegenheit auch gleich kaufen könnten.