Archive for August, 2009

Da kommt wirklich Freude auf

Monday, August 31st, 2009

Das Buch “Knapp daneben – Aus den Randgebieten des Fussballs” landete in der Wahl zum “Fussballbuch des Jahres 2009″ in Deutschland auf dem beachtlichen beschaulichen 5. Platz. Gewinner der 12 nominierten Titel ist Péter Esterhàzys “Keine Kunst”. Herzliche Gratulation an dieser Stelle. Und wer “Aus den Randgebieten des Fussballs” noch nicht hat: Es hat noch ein paar. Aber nicht mehr so viele. Hier rechts im Blog zu bestellen.

Gekürt wurde wie jedes Jahr auch das beste Fanzine, und da heisst es diesmal völlig zurecht: “In der Pratsch”. Auch nach Aachen also freundliche Grüsse.

Da kommt Freude auf

Monday, August 31st, 2009

Im Wirtschaftsteil der aktuellen NZZamSonntag geht es um die stets steigende Attraktivität des europäischen Spitzenfussballs. Unter anderem wird dabei das Hamburgische Weltwirtschafts-Institut HWWI erwähnt, das im (deutschen) Fussball noch viel mehr Vermarktungspotenzial sieht:

Mit der Aufspaltung der Spieltage und veränderten Anstosszeiten, Austragungen von Bundesliga-Spielen im Ausland, einer Play-off-Runde um die Meisterschaft oder der Nutzung neuer Medien lässt sich der ökonomische Ertrag verbessern. Und sobald sich künftig Schiedsrichterteams zur Entscheidungsfindung dank Videoaufzeichnungen kurz zurückziehen werden, dürften dies Werber sofort nutzen und der Industrie eine erkleckliche zusätzliche Geldquelle offenbaren.

Yeah! It’s just great! I’m loving it! Just do it! For the good of the game! For the beautiful game! The world is not enough! That’s the way I like it baby!

Photoshoppers

Monday, August 31st, 2009

Ein dem Grasshopper Club Nahestehender weist uns freundlicherweise auf das aktuelle GC-Mannschaftsfoto hin (zu finden hier) und fragt dabei ratlos: “Feltscher auf Ailton, Strasser auf Jaggy?” Tatsächlich verfügt hier der junge Herr Feltscher (dritter von oben rechts) über einen beachtlichen Kasten, und der Herr Strasser (dritter von mitte links, glaube ich) hat vielleicht ein wenig dunkle Arme.

Max über Alex

Saturday, August 29th, 2009

Das ist jetzt ein schöner Zufall, dass sich im heutigen Magazin Kolumnist Max Küng (alias MK, sic!) mit Alex Frei befasst. Und zwar so, unter anderem:

Ich schämte mich, und es stimmte mich traurig, denn: Ein jeder Spieler — auch ein noch so beschränkter, doofer — ist in seinem Inneren doch auch ein Mensch. Irgendwo. Ein bisschen. Sogar Alex Frei.

Es geht um ein wüstes Lied, das die Basler Fans 2001 gegen Herrn Frei angestimmt haben. Es ist die bekannte Verhöhnung frecher Abtrünniger, wie sie zur Melodie von “Nice one Cyril” gesungen wird und wie sie oft auch Mario Cantaluppi erfahren hat. 

Eine kleine Klugscheisserei noch: Frei wechselte nicht von Thun nach Genf, sondern zuerst nach Luzern, wo er, eben, die Gelegenheit wahrnahm, sich beim FCB-Anhang sehr unbeliebt zu machen. Das ist eine nicht unwichtige Episode im Zusammenhang mit dem von Küng beschriebenen Lied. Leider ging sie im Magazin, ehm, vergessen.

31.8.09, Nachtrag: Wer die Kolumne von Max Küng online kommentieren will, muss sich registrieren lassen. Das soll wohl eine Schutzmassnahme sein gegen zu viel Unflätiges in den Kommentarspalten (wie wir es z.B. von tagi-online kennen). Wie viel sie bringt, ist allerdings offen, wie ein Kommentar zu einem Guggenbühl-Text im selben Magazin beweist:

LAIILA LADEN
Dieser Artikel ist Dreck, grosser Dreck.
Ich bin 22 Jahre alt und kann mit gutem Gewissen sagen, dass ich seit langer Zeit keine so grosse Scheisse mehr betreffend dieser “Thematik” gelesen habe. Dieser Artikel ist eine Beleidigung für denkende junge Menschen und alle Menschen überhaupt.

Anonyme Bizarrpropaganda

Saturday, August 29th, 2009

Eine irre Internetseite wirbt mit einem Bild aus dem Belgrader Marakana-Stadion für eine Zürcher Präventiv-Datenbank (Gamma). Dahinter steht eine “Überparteiliche Kampagne”, wie es heisst. Namen oder Gruppen sind aber keine zu finden. Das ist ziemlich dreist: Sich anonym für eine De-Anonymisierungsdatenbank einzusetzen; dafür, dass Leute fichiert werden, ohne eine Straftat begangen zu haben.

Noch dreister wird es, wenn man sich auf eine kleine Spurensuche begibt. Dann wird nämlich ersichtlich, dass der Domain-Holder dieser Seite ein Zürcher SP-Mann ist. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle!

Nachtrag heute, 30. August: Der SP-Domain-Holder hat über die Gamma-Nein-Homepage erfahren, dass hier über seine Bildwahl geschrieben wird. Da hat er jetzt natürlich sofort und immer noch anonym reagiert:

Die GegnerInnen behaupten auf ihrer Internetseite, uns würden die Argumente ausgehen. Als Grund für diese Behauptung nehmen sie das Krawallplakat, welches wir auf dieser Website gepostet haben, obwohl GAMMA ja gar keine Hooligandatebank sei.
Würden die GegnerInnen etwas mehr als das Bild auf dieser Website anschauen, sähen sie, dass wir genug Argumente für die GAMMA Datenbank haben.

Ja, würden die Gegner etwas mehr als das Bild auf der Website anschauen. Es ist halt leider so, dass es einem grad auf Anhieb ablöscht, wenn einer im Zusammenhang mit Gamma so ein Bild verwendet. Und zwar so ablöscht, dass man leider grad gar nicht mehr viel anderes auf dieser Website lesen oder anschauen möchte. Ausser zum Beispiel ein paar Namen hinter der Kampagne, aber die sucht man ja dann wie gesagt vergeblich.

Nachtrag 2, 31.8.09: Im heutigen Tagi (letzte Seite unten links) ist das oben abgebildete Inserat mit dem berüchtigten Bild (Roter-Stern-Ultra versengt serbischen Zivilpolizisten) UND unterstützenden Institutionen abgedruckt: FCZ, GC, ZSC, Weltklasse Zürich u.a.

Steherinnen und Steher abgespempelt

Friday, August 28th, 2009

Ein Nachtrag noch zum letzten Eintrag. Ich bewahre seit der Letzigrundräumung 2006 noch diesen Stehplatz-Stempel auf. Er lag noch im Büro des Platzchefs, zusammen mit ein paar andern Reliquien. Relikten. Oder doch Reliquien. Diesen Stehplatzstempel würde ich dem Verein gerne zur Verfügung stellen, wenn er sich wieder mal umbesinnen möchte (mithilfe der Stadt natürlich). Aber wer heute stehen will, ist ja eher von gestern. Frau Keller-Sutters Sondereinsatzkommando hat ja in Freiburg i.B. nun herausgefunden, was wirklich glücklich macht: die Austrocknung der Ultrakultur. In der Schweiz heisst das: der Fankultur, denn die ist überall ultra-dominiert. Also braucht es mittelfristig wohl keine Stehplatzstempel mehr. Bleibt nur noch das Museum, wo all der Krempel von gestern versorgt werden könnte. Herr Canepa hat ja sowas im Sinn. Oder mal gehabt. Da würde ich dann grad das ganze Stempelset hergeben. Natürlich mit einem nostalgischen Seufzer.

Sitzplätze und Windschutz

Friday, August 28th, 2009

“Nur noch Sitzplätze und Windschutz im Letzigrund”, titelt heute die NZZ. Das ist eine, gerade für diese Zeitung, reichlich merkwürdige Aussage. Nur noch Sitzplätze und Windschutz? Nebst Stehplätzen auch keinen Fussball mehr, keine Pausenunterhaltung, keine Bratwürste, kein Bier, kein Coci, keine Weltklasse Zürich, kein gar nichts? Nur noch Sitzplätze und Windschutz? Wie will man denn so den Betrieb dieses Stadions aufrechterhalten? Wer zahlt denn 25 Franken Eintritt für Sitzplatz und Windschutz?

Im Text zur Zürcher Gemeinderatsdebatte dann immerhin noch von Interesse: das Stimmenverhältnis. Mit 60 zu 48 wurde das Postulat der Family-Parteien E- und CVP gutgeheissen. Komisch dann aber: Ein Postulat der SD (ja, sie ist noch in letzten molekularen Beständen existent) zur Einrichtung von Stehplatzsektoren wurde bloss mit 54 zu 57 Stimmen abgelehnt. Was machen die eigentlich so im Gemeinderat? Übrigens: Sportvorsteher Gerold Lauber war gegen das Sitzplatzpostulat. “Die Fans in der Südkurve wollen keine Sitzplätze”, habe er laut NZZ argumentiert. So so. Kommt ihm auch noch früh in den Sinn. Nun denn. Jetzt kommt ja das reale Madrid. Also andere Sorgen. Oder?

Fanzufriedenheit II

Monday, August 24th, 2009

Sie hatten sich ja wieder mal aufgemacht Richtung EU, um die Integration Serbiens ein wenig voranzutreiben, die Fans von Roter Stern Belgrad in der Hauptstadt Tschechiens. Leider wurde daraus einmal mehr nichts. Die Pragerinnen und Prager hatten keinerlei Verständnis für diese Art proklamierter Völkerverständigung (fliegende Tische, klirrende Scheiben) und riefen die Polizei. Die kam dann auch und nahm fest fest fest. Angesichts dieses doch eher missglückten Vorspiels zur Europacup-Partie gegen Slavia scheinen sich die im folgenden Beitrag auftauchenden, übrig gebliebenen Anhänger von Roter Stern aber einer unerschütterlichen Fanzufriedenheit (sic!) zu erfreuen. Der herzige tschechische TV-Reporter Lubos Rosi, der nach all dem Gescheppere vom Nachmittag ja bloss ein bisschen Atmosphäre wollte, wird die kleine Live-Schaltung auf alle Fälle nicht so bald vergessen. 

Fanzufriedenheit

Monday, August 24th, 2009

An der Maximilians-Universität in München wurde eine Analyse der Fanzufriedenheit im Profifussball durchgeführt. Die Idee dahinter ist, dass betriebswirtschaftliche Aspekte im Fussball wichtiger werden und damit auch die Fanzufriedenheit an Bedeutung gewinnt. Wenn nämlich keine Zufriedenheit, dann keine Zuschauer, dann keine Einnahmen und dann adieu Betriebswirtschaft. Die Autoren des Beitrags stellen ein Instrument vor, mit dem man die Fanzufriedenheit messen kann und wenden das entwickelte Instrument bei einem namhaften deutschen Bundesligisten an. Die Resultate sind sehr aufschlussreich: den grössten Einfluss auf die Fanzufriedenheit übt der Faktor STADION aus (Ausprägung 0.245). Anschliessend folgen weniger wichtige Einflüsse wie z.B. die Zufriedenheit mit der MANNSCHAFT (0.162) der FANBETREUUNG (0.143) oder der VEREINSFÜHRUNG (0.141). Noch unwichtiger (aber immer noch signifikant) sind das atmosphärische ERLEBNIS im Stadion und die INTERNETSEITE des Vereins. Einen negativen Einfluss auf die Fanzufriedenheit hat die BEGLEITENDE UNTERHALTUNG (-0.102). Die Autoren bezeichnen letzteres zwar als unplausibles Ergebnis; persönlich finde ich das aber sehr plausibel. Ich besuche aber auch nicht die Spiele eines namhaften Bundesligisten. Interessant sind auch die nicht signifikanten Einflussfaktoren. So hat z.B. die TRADITION und IDENTITÄT des Vereins einen positiven Einfluss auf die Fanzufriedenheit – leider könnte dieser Zusammenhang aber auch rein zufällig sein. Witzigerweise hat der Faktor SICHERHEIT im Stadion eine negative Ausprägung. In der Tendenz hiesse das: je mehr Pyro desto besser. Auch der Faktor ERREICHBARKEIT mit dem ÖV oder dem Auto haben einen negativen Einfluss auf die Fanzufriedenheit.

Ich ziehe aus dieser Studie zwei Folgerungen: a) der namhafte Verein, bei dem das Stadion der wichtigste Faktor ist und die Vereinsführung als fast genau so wichtig für die Fanzufriedenheit angesehen wird wie die Mannschaft, kann nur der FC Bayern sein. b) der Versuch, den Fussball in betriebswirtschaftliche Konzepte einzubinden, endet damit, dass alle Vereine so aussehen werden wie Hoffenheim. Da bin ich richtig froh, dass der Schweizer Fussball in absehbarer Zeit so oder so defizitär bleiben wird.

(Quelle: Analyse der Fanzufriedenheit im Profifussball – Entwicklung und Validierung eines Messinstruments. Wirtschaftswissenschaftliches Studium (WiSt), Zeitschrift für Ausbildung und Hochschulkontakt, Heft 7, 38. Jahrgang, S. 334-339).

Robbie Fowler neu Bodenturner

Friday, August 21st, 2009

Er war schon immer etwas origineller als die meisten seiner Kollegen. In Australien verschiesst Robbie Fowler nun aber keine Elfmeter mehr absichtlich (weil sie seiner Meinung nach ungerechtfertigt gepfiffen wurden) und zieht sich auch keine Out-Linie die Nase hoch. Vielmehr übt er sich als Bodenturner, nachdem er von seinem Gegenspieler etwas rüde zu Fall gebracht worden war. Und er legt dabei eine erstaunliche Beweglichkeit an den Tag: