Betr. Comments
Monday, July 27th, 2009Beim Löschen von Spam-Comments sind mir leider auch ein paar richtige darunter geraten. Unwiderruflich. Ich entschuldige mich und gelobe Besserung. Also bitte nicht persönlich nehmen.
Beim Löschen von Spam-Comments sind mir leider auch ein paar richtige darunter geraten. Unwiderruflich. Ich entschuldige mich und gelobe Besserung. Also bitte nicht persönlich nehmen.
“Als ich 13 war, habe ich eine Ton-Steine-Scherben-Biografie gelesen. Darin tauchte Paul Breitner auf. Der war damals wohl ein Revoluzzer, auch wenn er jetzt in der CSU ist. Die Scherben sind damals voll durchgedreht und haben ihm ihre erste selbst gepresste Platte geschickt. Dann haben sie irgendwann in ihrem Von-Rauch-Haus mit ihren 40 Strichern und Chaoten rumgehangen. Da klopfte es an der Tür, und die haben die tägliche Polizeikontrolle erwartet. Sie machen auf, und da steht Paul Breitner vor der Tür. Der hatte da ein Spiel gegen Hertha und wollte hallo sagen und sich bedanken. Das finde ich derbe.”
Das und mehr erzählt der Beginner Jan Delay im Interview mit dem inzwischen als Online-Dingsbums weitergeführten Magazin RUND.
Nein, es war natürlich nicht alles gut in der Sowjetunion. Aber die Fussballgrafik liess sich sehen. Das zeigt auch dieser kleine Saisonplaner aus der Ukraine aus dem Jahr 1974, den mir mein Vater vom Flohmarkt in Lwiw mitgebracht hat. Oleg Blochin, der ja auch für diesen Bloch Blog schreibt, ist darin übrigens in einem bezaubernden Dynamo-Kiew-Dress zu sehen. In diesem Büchlein hat es auch ein paar lustige Bilderwitze. D.h. ich nehme an, dass sie lustig sind. Leider kann ich aber die kyrillischen Bildlegenden nicht lesen. Vielleicht stelle ich sie mal hier rein, und Kyrillen wie Herr Borimirow oder Herr Sinkender Stern Belgrad übersetzen sie dann.
Der an dieser Stelle angekündigte Rundschau-Beitrag zur Pyro-Problematik war allerdings ganz in Ordnung. Auffallend sachlicher Ton, gute Auslegeordnung und sogar eine Prise Selbstkritik (Archivaufnahmen mit Dani Wyler 1994 als Pyro-Fan und zehn Jahre später als -Verteufler). Und es haben sich ja dann doch noch Fans und Fanarbeiter finden lassen, die sich äussern. Wer wollte, konnte sich hier während zehn Minuten einmal ein nüchternes Bild der Lage machen, ohne hysterische Unterfütterung. Der Beitrag machte deutlich, dass die gegenwärtig herumgereichten Rezepte und Forderungen, die allesamt in Richtung Nulltoleranz zielen, unbrauchbar sind. Die SFL und ihr neuer Präsident täten gut daran, dies zur Kenntnis zu nehmen. Wie es weitergehen kann und soll, lässt die Rundschau offen. Es ist aber auch nicht die Aufgabe der Massenmedien, pfannenfertige Lösungen für solche Probleme zu präsentieren. Ein bisschen Aufklärung tut schon gut. Hier jetzt schauen.
Ein Artikel im heutigen NZZ-Feuilleton verweist auf eine seltsame kleine Fussballepisode von historischer Dimension. Unter dem Titel “Die Sache mit dem U – In den Ländern Ex-Jugoslawiens wird mit den Mitteln der Sprache weiterhin provoziert” schreibt Lidija Klasic vom Fussballteam eines “kroatischen Provinzkaffs nahe der bosnischen Grenze”, das mit dem Sponsorenlogo “gUj” (s. Bild) einen mittleren Wirbel ausgelöst hat. Das “U” wird in Ex-Jugoslawien mit der Ustascha assoziiert und von kroatischen Ultranationalisten gerne gezielt eingesetzt.
Beim Provinzkaff-Klub handelt es sich offenbar um Slivno Imotski südöstlich von Split. Das Team musste auf Druck von oben und aus Angst vor “EU-Inkompatibilität” dieser Art von Logo den Aufdruck ändern. Statt “gUj” schrieb man den Sponsorennamen daraufhin aus, als “Gojko und Jure”, mit deutschem “und” wohlverstanden. Bevor ich mich hier aber in wirren Zusammenfassungen verliere: hier der ganze, lesenswerte Text.
Leser Franz Biberkopf (hoffentlich ein Pseudonym, und sonst: pardon!) schickt uns folgendes Bild mit der Bemerkung: “Da soll noch einer sagen, es gäbe keine Klubtreue mehr. Emile Mpenza zeigt schon bei seinem ersten Einsatz für den FC Sion, wie sehr er seinen neuen Verein liebt. (Torjubel beim 2:0 gegen Luzern).”
Weiss nicht, ob das ein alter Hut ist, war leider in den Ferien. Aber egal, zur Sicherheit hier der Zappelphilipp aus Visp:
Wer heute nicht gerade in einem Stadion steht und Fackeln zündet, kann ja z.B. um 20.50 auf SF1 die Rundschau schauen. Es geht um Leute, die im Stadion stehen und Pyro zünden. Und um die Liga, die dagegen vorgehen will (mit aller Härte).
So viel ich weiss, hat sich der zuständige Redaktor übrigens bemüht, Fan-Stimmen einzuholen. Natürlich vergeblich. Das nur, falls der Bericht etwas einseitig ausfallen sollte. Was ja aber nicht sein muss. Das Bild übrigens zeigt die bisher eindrucksvollste Pyroaktion von Fussballfans in der Schweiz. Die Verantwortlichen Ultras nennen sich “Commando Primo Agosto” und sind laut Szenekennern allesamt über 40.
Ferienzeit – seichte Zeit! Sie merken es, der Ernst macht Urlaub, es hat Platz für Leichtigkeiten und Humor. So hat mir zum Beispiel der vorbildliche Plattenhändler Ernst (nicht der, der Urlaub macht) kürzlich diese Single von Flamengo Rio de Janeiro verkauft. So ein Cover hab ich bisher noch nicht gesehen: die Verbindung einer Klubhymne mit der Werbung für Halbschuhe! Qualidade 752! Auch den Teppich hätte ich sehr gerne, wenn man den irgendwo kaufen könnte.
Und noch ein Geschenk: Tex, der Mann, der jede Pizza beim Namen kennt, hatte beruflich in Sofia zu tun. Und hat mir vom dortigen Flohmarkt dieses schöne Spielerkärtchen mit aufgedrucktem Kalender auf der Rückseite mitgebracht. Es stellt sich nur die Frage: Was heisst das da? Rechts, das bedeutet Spartak. Aber das links?
Sachdienliche Hinweise bitte an den nächsten Pizza Hut oder an Sofia Loren.