“Mein Tisch der hat keine Ecken …

… keine Ecken hat mein Tisch.” Deshalb ist er rund. Zum wiederholten Mal fand gestern in Bern unter der Führung des Sportministers (er heisst jetzt Maurer) der RUNDE TISCH der Projektgruppe “Sicherheit im Sport” statt. Zum wiederholten Mal ohne Fans. Vier Massnahmen wurden beschlossen:

1. Konsequentes Vorgehen gegen Pyro

2. Konsequentes Vorgehen gegen Alkohol

3. Internetfahndung, wo nötig

und dann – viel Glück, runde Tischler – als letzter Punkt

4. eine intensivierte Zusammenarbeit mit den Fans

Die Umsetzung von Punkt 4 könnte dann in etwa so aussehen: Ueli Maurer: “Hallo Fan. Du sollst nicht zünden. Du sollst nicht trinken. Sonst kommst du an den Pranger. Machst du mit?” Fan: “Nein.” Ueli Maurer: “Wieso nöd?”

8 Responses to ““Mein Tisch der hat keine Ecken …”

  1. Flo Says:

    gute Frage(n): Wieso nöd? Und warum wird hier und in Fanforen immer so getan, als schulde die Öffentlichkeit den Fans etwas und nicht umgekehrt?

  2. admin Says:

    Warum? Ich weiss nicht, ob es hier um Schulden geht. Um Erwartungen vielleicht. Und da erwarten die einen von den andern klar mehr als umgekehrt. Das muss man nicht einmal werten. Fragt sich nun, was gute Wege sind, damit sich Erwartungen erfüllen.

  3. Dani Says:

    Es ist ja auch eine unglaubliche, schon fast unverschämte Erwartung, von einem Matchbesucher zu erwarten, dass er sich zwei Stunden lang wie eine halbwegs zivilisierte Lebensform verhält, nicht?
    Schliesse mich Flo an und ergänze: Ein bisschen etwas schuldet man der Gesellschaft halt einfach von Grund auf. Einfach nur vor sich hin stinken reicht nicht.

  4. Dani Says:

    Es ist ja auch eine unglaubliche, völlig unverschämte Erwartung an einen Matchbesucher, sich zwei Stunden lang wie eine halbwegs zivilisierte Lebensform zu verhalten, nicht? Schliesse mich Flo an und ergänze: Ein bisschen Respekt schuldet halt jeder auch der Oeffentlichkeit – nicht nur umgekehrt.

  5. admin Says:

    Dani: sicher. Da sage ich kein Wort dagegen. Ausser vielleicht: Ist der Fussballfan tatsächlich der einzige, der mehr von der Gesellschaft nimmt, als er ihr gibt? Haben wir es in diesem Zusammenhang heute nicht noch mit ganz anderen Auswüchsen zu tun, die vielleicht weniger sichtbare, aber viel verheerendere Konsequenzen haben? Mir liegt es fern, einen Steineschmeisser in Schutz zu nehmen. Aber an Scheingefechten möchte ich mich auch nicht beteiligen.

  6. Dani Says:

    Scheingefechte? Naja, ich bin jetzt lange genug an Schlägereien und Tränengaseinsätzen vorbeigekommen, um mir da eine eigene Meinung machen zu können. Mir geht es nur darum, mit meinen Kindern vielleicht mal an ein Spiel gehen zu können. Im Moment hab ich da eher ein mulmiges Gefühl.
    Es ist kein Argument, einfach zu sagen, anderswo läufts noch viel schlechter. Wir haben allesamt grössere Probleme. Aber das soll doch wohl nicht heissen, dass man die Spinner rund um Fussballplätze nun gewähren lässt, oder?

  7. admin Says:

    Nein, das ist natürlich kein Argument bzw. ein Totschlagargument, du hast recht. Es geht mir um die Frage der Verhältnismässigkeit auf der Skala der öffentlichen Empörung. Und zu den Scheingefechten: Lass mal Revue passieren, mit welcher Rhetorik und welchen Massnahmen seit 5-10 Jahren auf die Gewalt rund um den Fussball reagiert wird. Und dann schau mal, wie viel sich dadurch geändert hat.

  8. Dani Says:

    Yes, da muss ich dir eben leider Recht geben. Das Problem ist ja eben, dass man viel redet, sich massiv (vor allem die Medien) empört, und dann eben leider nichts macht.
    “Machen” würde m. E. eben auch mal “strafen” bedeuten. Das Schlimmste, was einem Randalierer passieren kann, ist, dass er die Personalien angeben muss, vielleicht gibts auch noch eine bedingte Geldstrafe dazu. Ich bin weiss Gott kein Ultraharter in dieser Diskussion, aber ich weiss: Ohne Strafandrohung und vor allem Strafe selber darf man nichts erwarten.
    Auf anderen Ebenen, z. B. Fanarbeit, läuft genug. Diejenigen, die sich jetzt die Schädel einschlagen, die bringt man mit Diskussionen nicht mehr zur Vernunft. Hier wäre mein Rezept: mal eine Woche in U-Haft vermodern lassen. Man trifft sie nur via Arbeit. Fordere ich übrigens seit zehn Jahren. Vielleicht kommts ja mal irgendwo an.

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