Fussball in Zeiten der Diktatur
Und noch ein Buch ist erschienen, das zu lesen wahrscheinlich keine Zeitverschwendung wäre: “Zweimal Juni” des Argentiniers Martin Kohan. Bis jetzt kann ich mich nur auf die ausführliche Rezension in der NZZ stützen, aus der zu entnehmen ist, dass sich Kohans Roman wohl an der Grenze des Erträglichen bewegt:
Das in kleine und kleinste Abschnitte gegliederte Buch nimmt die Zeugnisse der damaligen Fussballbegeisterung auf. Die argentinische Nationalmannschaft, geordnet nach all den Kriterien, die dem Boulevard wichtig sind: nach Trikotnummern, Körpergrösse, Geburtsdatum, Heimatverein, Aufstellung – die grandiose Nichtigkeit des Fussballs, vor dem Hintergrund der Diktatur hier aber ins unerdenklich Vulgäre projiziert.
Martin Kohan: Zweimal Juni, Roman. Suhrkamp 2009, 183 Seiten, Fr. 34.30