Archive for June, 2009

Durchkochen!

Tuesday, June 30th, 2009

Und gleich nochmals Essen: Der Laufpass, herausgegeben von Fans des FC Winterthur und mit Sicherheit eines der interessantesten, kritischsten und selbstkritischsten Fanzines des Landes, besticht in seiner aktuellen bzw. letzten Nummer nicht nur mit grandiosen Reportagen (Herr Sauerland im wilden Locarno), sondern auch mit der wohl ambitioniertesten Petition, seit es Fussball, Politik und Fussballpolitik gibt: Die “Petition für einen besseren Kartoffelsalat an der GV des FCW”!

Leider läuft die Sammelfrist exakt mit dem heutigen Tag ab, aber wahrscheinlich sind die nötigen 34 Unterschriften ohnehin schon lange beisammen. Konkret wird übrigens gefordert (mit der Androhung rechtlicher Schritte), dass

- die Kartoffeln, die zu einem Kartoffelsalat an der Generalversammlung des FC Winterthur verarbeitet werden, genügend durchgekocht sind.

- der FCW-Vorstand den Kartoffelsalat probiert, bevor dieser an die Vereinsmitglieder ausgegeben wird.

Und so soll es also niemals wieder vorkommen, dass, wie an der letzten GV, hungrige Mitglieder sich mit trockenem Fleischkäse begnügen müssen, weil der Verzehr des Salats zum sofortigen Tod durch Ersticken geführt hätte (denn so viele Fans hat der FCW nun auch wieder nicht, dass er das verkraften könnte).

Die missglückte Bananenflanke

Tuesday, June 30th, 2009

“Fair nicht nur im Fussball” titelt die aktuelle Coopzeitung und zeigt den fair lächelnden Kopf Tranquillo Barnettas, lebensgross. Im Heft dann das grosse Interview mit dem Bananenbotschafter von Bayer Leverkusen bzw. Max Havelaar. Das tönt dann z.B. so:

Coopzeitung: “Fair-Trade-Lebensmittel sind zunehmend auch biologisch hergestellt. Ist Ihnen das ebenso wichtig?”

Tranqui: “Ich persönlich habe Mühe, wenn etwas künstlich ist, chemische Zusätze enthält oder mit Pestiziden behandelt wurde. Deshalb finde ich naturnahe Lebensmittel besser.”

Aha. Ja gut. Also denn. “Aber was ist denn jetzt schon wieder Ihr offizieller persönlicher Sponsor, Herr Barnetta?” Das hat die Coopzeitung leider nicht gefragt. Leider leider. Dafür dies zum Abschluss:

Coopzeitung: “Was gibts heute zum Znacht?” 

Tranqui: “Weiss nicht. Hoffentlich etwas Faires!”

Ja! Hoffentlich im Fall!

Fussball in Zeiten der Diktatur

Monday, June 29th, 2009

Und noch ein Buch ist erschienen, das zu lesen wahrscheinlich keine Zeitverschwendung wäre: “Zweimal Juni” des Argentiniers Martin Kohan. Bis jetzt kann ich mich nur auf die ausführliche Rezension in der NZZ stützen, aus der zu entnehmen ist, dass sich Kohans Roman wohl an der Grenze des Erträglichen bewegt:

Das in kleine und kleinste Abschnitte gegliederte Buch nimmt die Zeugnisse der damaligen Fussballbegeisterung auf. Die argentinische Nationalmannschaft, geordnet nach all den Kriterien, die dem Boulevard wichtig sind: nach Trikotnummern, Körpergrösse, Geburtsdatum, Heimatverein, Aufstellung – die grandiose Nichtigkeit des Fussballs, vor dem Hintergrund der Diktatur hier aber ins unerdenklich Vulgäre projiziert.

Martin Kohan: Zweimal Juni, Roman. Suhrkamp 2009, 183 Seiten, Fr. 34.30

“Ultrakulturen und Rechtsextremismus”

Wednesday, June 24th, 2009

An dieser Stelle wurde vor ein paar Wochen eine Buchbesprechung von Jonas Gablers “Fussballkulturen und Rechtsextremismus” angekündigt. Ich hab das nun in einem andern Medium eingelöst: “Kein Ort für Demokraten?”

Wer sich diese Kritik schenken möchte, kann getrost auch ohne Umweg in die Buchhandlung wandern. Lohnt sich auf alle Fälle.

“Mein Tisch der hat keine Ecken …

Wednesday, June 24th, 2009

… keine Ecken hat mein Tisch.” Deshalb ist er rund. Zum wiederholten Mal fand gestern in Bern unter der Führung des Sportministers (er heisst jetzt Maurer) der RUNDE TISCH der Projektgruppe “Sicherheit im Sport” statt. Zum wiederholten Mal ohne Fans. Vier Massnahmen wurden beschlossen:

1. Konsequentes Vorgehen gegen Pyro

2. Konsequentes Vorgehen gegen Alkohol

3. Internetfahndung, wo nötig

und dann – viel Glück, runde Tischler – als letzter Punkt

4. eine intensivierte Zusammenarbeit mit den Fans

Die Umsetzung von Punkt 4 könnte dann in etwa so aussehen: Ueli Maurer: “Hallo Fan. Du sollst nicht zünden. Du sollst nicht trinken. Sonst kommst du an den Pranger. Machst du mit?” Fan: “Nein.” Ueli Maurer: “Wieso nöd?”

Der Hardturm und seine Anwohner

Friday, June 19th, 2009

Eine Art letzter Gruss ans alte Stadionprojekt. Für Nichtortskundige: Corine (Mauch) aktuelle Stadtpräsidentin, Elmar (Ledergerber) ihr Vorgänger, der in der ganzen Causa Hardturm ungefähr fünf Ecken ab hatte.

Stadionpostkarten FC St. Gallen (!)

Friday, June 19th, 2009

Gar nicht gewusst: Der deutsche Stadionpostkartensammler und -hersteller Burkhard Schulz (BS Postkarten) hat jetzt auch zwei Postkarten der AFG-Arena des neuen Stadions des FC St. Gallen 1879 herstellen lassen. Schön geworden, ausser dem farbigen Rahmen. Zu den Luftaufnahmen ist er offenbar über die Bauherrin gekommen, auf alle Fälle stehen deren Koordinaten hinten drauf. Interessierte melden sich deshalb hier. Oder bei uns, per Mail, dann gibts die Adresse von Burkhard.

Die Fotos sind übrigens schon scharf, nur meines hier ist es nicht, aus welchen Gründen auch immer (Schützengarten war es nicht).

Nöd as Pfiifli lange!

Friday, June 19th, 2009

Da lupft es dem Herrn Bosingwa bei der FA-Cupfeier doch glatt den Pokaldeckel vor lauter Zuneigung durch den Herrn Drogba:

 

Feier kippt ins Ungemütliche

Wednesday, June 10th, 2009

Die Brasilianer haben bekanntlich kein so glückliches Händchen beim Zelebrieren von sportlichen Erfolgen. Dass es bei dieser Feier in Sertaozinho offenbar nur Leichtverletzte gab, grenzt an ein Wunder:

Heute: Knapp daneben in Chur

Saturday, June 6th, 2009

Und hier ein letzter kleiner Veranstaltungshinweis in eigener Sache vor der grossen Sommerpause: Heute Mittwoch, 10. Juni, gibts in der Schmalspurbar in Chur (Untere Gasse 27) einen Abend rund um das Buch “Knapp daneben – Aus den Randgebieten des Fussballs”. Die Texte aus dem Buch werden vertont durch passende Musikbeispiele aus der Welt der Fussballschallplatten und ausgeschmückt durch Anekdoten und Halbwahrheiten aus dem Fundus von “Knapp daneben”. Beginn: 20.00 Uhr. Kühle Getränke mit Steinbockemblem an der Bar. Zuvorkommendes Servicepersonal. Innendekoration in den Klubfarben des EHC Chur. Herzlich willkommen!

Aus aktuellem Anlass ein kleiner Auszug aus dem Buch, entnommen dem Text “Eins weniger”, einem Abgesang auf das Hardturm-Stadion:

Die CS beteuert, am geplanten Fünfeck festzuhalten, doch glauben mag das kaum noch jemand. Die EM wird auf der anderen Seite der Geleise gespielt, und für GC und den FCZ braucht es keinen zweiten Vorzeigebau mit 30000 Plätzen. Noch spricht es niemand aus, doch ein einfacher Weg, das Beschwerdeduell mit den AnwohnerInnen unblutig zu einem Ende zu bringen, wäre die Projektierung eines maximal 20000 Plätze fassenden, viereckigen Fussballstadions mit schönen Stehplatzsektoren hinter den Toren. 

In diesem Sinne: Back to the future!