Archive for March, 2009

Gegen ungemütliche Datenbanken

Tuesday, March 31st, 2009

In Zürich formiert sich Widerstand gegen die geplante Datenbank GAMMA (vormals Hooldat) der Stadtpolizei, mit der BesucherInnen von Sportveranstaltungen vorsorglich fichiert werden sollen. Einträge in GAMMA sehen u.a. vor, auch die “Freundschaften” des/der Fichierten aufzulisten, was letztlich bedeutet, dass eine ganze Fanszene in der Datenbank landet. Denn wer kennt schon nicht jemanden, der jemanden kennt, der…

Zum neuen Namen GAMMA hat übrigens k@rli o. aus dem FCB-Forum eine originelle und vielleicht gar nicht so abwegige Erklärung:

interessant, diese Umbenennung kannte ich noch nicht.
Gamma = das griechische C, also C-Fans. Man schafft sich einen neuen Euphemismus und eliminiert dadurch das ungeliebte “HOOL” aus der Bezeichnung, man hofft wohl durch diese Verschleierung auf noch mehr Akzeptanz in der Bevölkerung.

Als admin von knappdaneben.net unterstütze ich namentlich das überparteiliche Gamma-Nein-Komitee.

Der moderne Fan

Monday, March 30th, 2009

“Ich habe 25 Euro für die Karte bezahlt, also habe ich auch das Recht zu pfeifen.” Ungern zitieren wir hier aus der Bild-Zeitung, doch umreisst dieses Portrait von Mario-Gomez-Auspfeifer Ralf den Fan von heute so trefflich, dass es sein muss.

Knapp daneben – Das Buch

Sunday, March 29th, 2009

Wieder einmal etwas Eigenwerbung, diesmal für ein Buch:

Pascal Claude: Knapp daneben – Aus den Randgebieten des Fussballs

Sammlung der Knapp-daneben-Kolumnen aus der WOZ, 120 Seiten, mit Cartoons von Ruedi Widmer. Erscheint am 6. April, kann hier bestellt werden (siehe künftig auch rechts nebenan unter “Seiten”: Knapp daneben – Das Buch)

Drei Löwen auf Leinen

Saturday, March 28th, 2009

Allen LiebhaberInnen britischer Fussballtextilien bietet der Guardian anlässlich der Lancierung des neuen, betörenden englischen Nationaltrikots eine hübsche Bildstrecke, von 2009 rückwärts zählend bis 1932. My all time favourite: Admiral 1982.

Öngól

Friday, March 27th, 2009

Ungarisch lernen mit knappdaneben.net! Ungarisch ist ja eine schwierige Sprache, wenn man sie lernen muss. Aber eine schöne, wenn man sie erst mal kann! Was gibt es in Ungarn nicht alles für herrliche Ausdrücke und Ortsnamen. Ich bin zum Beispiel einmal in Füzesabony umgestiegen, auf dem Weg von Eger nach Miskolc.

Eigentor heisst bei den Magyaren Öngól, und wie so ein richtiges Öngól geschossen wird, zeigt uns die Repubblica, worauf uns wiederum Herr Filippo freundlicherweise hingewiesen hat. Sör!

Moldova

Friday, March 27th, 2009

Im Stadion, in dem die Nati sich gerade auf das morgige Quali-Spiel vorbereitet, hab ich einmal ein Spiel der Ersten Moldawischen Liga gesehen, Dynamo gegen ZSKA, im Herbst 2006. 0:8 hiess es am Ende, ab Nummer 6 hatte der Junge an der hölzernen Anzeigetafel ein Problem. Das brachte das kleine Bataillon moldawischer Rekruten, die sich auf der Tribüne zur Unterstützung ihres Klubs ZSKA eingefunden hatten, sehr zum Lachen. 

Wir wohnten damals direkt neben dem Dynamo-Stadion. Tagsüber fand dort Schulsport statt, abends kickten die Jungen auf den Beton-Nebenplätzen. Ein schöner Ort, gut ausgelastet. Und mit wunderbaren Reliquien aus der Zeit vor dem Chinaplastik, der heute die Märkte Chisinaus und der ganzen Welt dominiert. So zum Beispiel das schmiedeiserne Stadiontor mit dem Dynamo-D oder die von Hand gemalten Matchplakate rund ums Stadion. Überhaupt ist der Beruf des Schriftenmalers/der Schriftenmalerin in Moldawien noch immer ein sehr attraktiver. In den Strassen schmücken riesige, handgemalte Unikate die Häuserwände und werben für Konzerte oder sonstige Veranstaltungen.

Gestalterisches und darstellerisches Geschick und einen Sinn für klare Botschaften beweisen die MoldawierInnen aber auch bei Sakralbauten und Kruzifixen, wie ich bei einem Ausflug zu einem Klosterkomplex ausserhalb der Hauptstadt erfahren durfte. Zuguterletzt sei auf die grosse Liebe der Einheimischen zu ihrem Lokalbier (”Chisinau”) verwiesen, das Jung und Alt bereits ab den Morgenstunden in den Parks konsumiert. Verpönt ist das keineswegs, verkaufen doch alle paar Meter kleine Kioske das hervorragende Brauerzeugnis.

Das Stadion der Gurkentruppe

Thursday, March 26th, 2009

Wozu Kunst gut sein soll? Dazu! Bravo Herr Helmut Smits. Und Dank an Lenz Burger für den Hinweis.

Kuhn, uno di noi

Thursday, March 26th, 2009

Heute öffnet eine kleine, feine Ausstellung über Jakob Kuhn im Ortsmuseum Wiedikon ihre Pforten.  Zu sehen sind unter anderem ein paar wunderbare Original-Leibchen: Eines vom FC Liverpool vom Meistercup-Halbfinal 1977, ein zeitloses FCZ-Shirt der Marke Le Coq sportif und das erste Nati-Shirt von Kuhn von 1962. Dazu jede Menge Fotos aus seinen privaten Alben. Nicht nur für Leibchen-Fanatiker interessant also.

Vedi Diego e poi muori

Thursday, March 26th, 2009

Immer wieder Maradona. Diesmal ein wunderbares Kurzporträt von 1985. Eine Stadt im Diego-Wahnsinn und ein Blick hinter die Kulissen der wachsenden Schwarzmarkt-Fanartikel-Industrie. Diego hier sehen.

Blick auf den Elfmeterpunkt

Wednesday, March 25th, 2009

«Das darf es nie mehr geben!», titelte der BLICK nach der fehlerhaften Elfmeterentscheidung zugunsten von Basel im Cup gegen den FCZ. Und weil die Zürcher kurz darauf gegen YB gleich nochmals zwei höchst fragwürdige Elfmeter gegen sich verhängt bekamen, machte sich das Ringier-Blatt auf, um zumindest den Schützen eine Anleitung zum perfekten Penalty liefern zu können. Und stiess dabei auf Tim Cable von der John Moores Universität in Liverpool, der endlich herausgefunden hat, wie man einen unhaltbaren Elfmeter schiesst. Nämlich so: «Fünf bis sechs Schritte Anlauf, 20- bis 30-Grad-Winkel zum Ball. Der muss auf mindestens 104,5 km/h beschleunigt und je einen halben Meter unter der Latte und neben dem Pfosten platziert werden.»

Oder einfach gesagt: Dresch den Ball einfach mit vollem Karacho in den Winkel. Warum früher niemand darauf gekommen ist, ist wohl nicht nur mir schleierhaft. Früher hat man es viel komplizierter probiert.

Und weil uns der BLICK diese lange gesuchte Lösung gefunden hat, können wir auch mal ein Auge zudrücken, wenn er in seiner aufwändig gestalteten Online-Übersicht unserer Auslandprofis Mario Cantaluppis belgischen Verein VV St. Truiden kurzerhand in die holländische Liga eingliedert. Das ist nichts anderes als Vorausdenken: Früher oder später gibt’s dort ohnehin eine Benelux-Liga, die dann mit der Alpenliga, der Skandinavischen Liga und der Liga Iberia der Europaliga Konkurrenz machen kann.