Archive for February, 2009

“Buben”

Monday, February 16th, 2009

Die NZZ am Sonntag portraitierte in ihrer letzten Ausgabe die Feltscher “Buben”. Rolf (19) spielt für den GC, Frank (20) neuerdings für Bellinzona, nachdem er im Sommer vom GC nach Lecce in die Serie A gewechselt hatte, dort aber nie zum Einsatz kam. Die Lehren aus diesem Abstecher seien, dass man im Fussball angeblich nur für sich schauen müsse und jeder nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht sei. Das ist auch notwendig, wenn man dereinst 700’000 bis eine Million Franken verdienen soll, wie es offenbar der Stiefvater der beiden Brüder fordert. Da fragt man sich heutzutage, ob die variablen Lohnkosten da schon inbegriffen sind. Zum Beispiel eine 100’000 Franken Trostprämie, falls sie mal mit irgendeiner Mannschaft absteigen sollten.

Das Stadion-von-oben-Quiz/18

Saturday, February 14th, 2009

Eine kurze Entschuldigung vorab an die Rätselnden von Nummer 17, vor allem an jene, die es herausgefunden haben, deren Kommentare aber noch nicht freigeschaltet waren. Der Grund: Ferienabwesenheit. In diesen Ferien habe ich, auf dem Skilift, eine schöne Geschichte gehört: Ein Paar aus Oberiberg bekommt zwei Söhne. Es gefällt den Eltern sehr in ihrem Dorf. Doch je grösser die Söhne werden, desto wichtiger wird ihnen das Tschutten. In Oberiberg hat es aber praktisch keine ebene Fläche und deshalb wohl einen Ski-, aber eben keinen Fussballclub. Weil die Söhne nun aber drängen, entscheiden sich die Eltern, ihr geliebtes Dorf talabwärts zu verlassen, damit die Söhne beim FC Einsiedeln ihrer Leidenschaft nachgehen können. Als der Vater das Pensionsalter erreicht hat, zieht er endlich wieder heim. Heim nach Oberiberg. Und da fährt er jetzt wieder am Skilift Roggen. Nun zu Nummer 18, grad vom Start weg mit einem Tipp, der heisst: Nelly Wengers Schachteltraum(a).

Skifahren ist lustiger

Saturday, February 14th, 2009

Wenn man sich bei eisiger Kälte und fiesem Wind im Februar zusammen mit einer Handvoll anderer Wahnsinniger ein höchst durchzogenes Spiel der Super League im Stadion anschaut, dann gehen einem vor allem drei Dinge durch den Kopf: 1. Sommermeisterschaft, sofort! 2. Soll ich mir den Orangenpunsch über die Füsse leeren um diese zu wärmen? 3. Sollte man bei solch garstigem Wetter nicht besser in der warmen Stube bei Tee und Guetzli sitzen und wie früher Skirennen gucken?

Setzt man Überlegung 3 dann um, bereut man es nicht. Sooo spannend, dass es mich dafür aufs Sofa ziehen würde, ist Skifahren dann doch nicht – auch nicht wenn WM ist und die Schweiz plötzlich wieder so gut ist wie zu Zeiten von Zurbriggenmahrerheinzeralpigermüller – aber es reicht immerhin, um das Rennen der Slalomdamen über Tagi-Online und manchmal wilmaa.com zu verfolgen.

Nur schon, dass unsere besten Stangenakrobatinnen tatsächlich Bonjour und Feierabend heissen, ist einfach köstlich. Das kommt schon fast an die Geflügelbank des VfB mit Arie Haan und Willi Entenmann ran.

Und dann meldet Tagi-Online in seinem Liveticker:

Tanja Poutiainen: Die Finnin macht Boden gut. 1:52,89. Poutiainen führt vor den Augen des französischen Präsidenten.

Dritte waren zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich die Ohren des schwedischen Königs.

Danke, Skirennen! Ich komme wieder. Zumindest bis es entweder warm wird, die Sommermeisterschaft eingeführt ist oder ich genügend Geld habe, dass ich es mir leisten kann, mir im Fünfminutentakt Orangenpunsch über die Füsse zu leeren.

Die Auswirkungen der Personenfreizügigkeit

Monday, February 9th, 2009

Wie fest Sport und Politik manchmal verbunden sind, wurde dieses Wochenende einmal mehr klar. Die SVP hat davor gewarnt, dass bei einem Ja zur Ausweitung der Personenfreizügigkeit auf die neuen EU-Länder in Kürze Hundertschaften von gierigen Osteuropäern unsere Grenzen überschreiten würden. Und tatsächlich: Gestern Sonntag erst war die Abstimmung, nun werden wie von der Rechtspartei vorausgesagt anscheinend schon am Mittwoch die ersten Bulgaren in Genf erwartet.

Stadionverbot für Campus-Schläger?

Saturday, February 7th, 2009

Die Geschichte ist bekannt: Hooligan Spielervermittler trifft Journalisten bei Trainingsspiel auf dem GC-Campus in Niederhasli, Austausch von Nettigkeiten, Spielervermittler wird tätlich, Journalist erstattet Anzeige. Gestern nun hat der Tages-Anzeiger, auf dessen Sportredaktion der Journalist arbeitet, den Vorfall in einem längeren Text abgehandelt und vor allem: bebildert! Ein Fotograf des Tages-Anzeigers war nämlich ebenfalls zugegen und Profi genug, die gute Story über kollegiale Solidarität zu stellen, also abzudrücken vor dem Einschreiten.

Die Aufnahme ist, bei aller Anteilnahme, ein Glücksfall. Sie liefert dem Tages-Anzeiger nämlich eines dieser so heiss begehrten, leider aber viel zu seltenen Hooliganbilder. Endlich erhält der (auch vom Tagi) dutzendfach wiederverwertete Schnappschuss vom Cupspiel Schaffhausen-FCZ, den die Agentur Keystone seit Jahren anbietet, ernsthafte Konkurrenz. Wurde ja auch Zeit. Dem Spielervermittler, inzwischen auch als “Campus-Schläger” bekannt, droht nun Stadionverbot. So erwägt laut Tages-Anzeiger der FC Aarau, dem Manne künftig den Zutritt zum Brügglifeld zu verwehren (Sportchef Hächler: “Es ist höchste Zeit, dass etwas unternommen wird.”). Ein Stadionverbot wäre auch absolut vertretbar und völlig reglementskonform. Gewalt gegen Leib und Leben am Rande eines Fussballspiels – das reicht sogar locker für die Hooligandatenbank. Wir bleiben dran.

Ja und übrigens: Was passiert ist, ist natürlich

hundsmiserabelgrottenschlimm.

FC Wii

Saturday, February 7th, 2009

Zu Weihnachten haben wir diese Flasche Wein geschenkt bekommen: FC Wil, bärenstark. Jetzt haben wir sie getrunken, zusammen mit ein paar Freunden zu einer Bündner Gerstensuppe. Hat gepasst. Ein ziemlich rustikaler Italiener, den der Challenge-Ligist seinen Freundinnen und Sympathisanten hier mit auf den Weg gegeben hat, aber absolut in Ordnung. Im Abgang sogar etwas bergholzig.

Hoffnung für Litti?

Saturday, February 7th, 2009

Schafft Vaduz also doch den Klassenerhalt? Es scheint so, denn: Rot gewinnt – das zumindest legen die Resultate mehrerer Studien nahe. Bleibt die Hoffnung auf die Ausnahme, die die Regel bestätigt.

Das Stadion-von-oben-Quiz/17

Friday, February 6th, 2009

Urania Genf ist übrigens allein der Tribüne wegen einen Besuch wert. Heute jetzt ausnahmsweise einmal sehr schwierig:

Herr Reimann

Friday, February 6th, 2009

“Letzte Reduzierstufe” las ich gestern auf einem Schaufenster in Luzern. Die letzte Reduzierstufe in dieser schönen Geschichte zwischen Herrn Jungnationalrat Reimann und einer halblustigen Auswanderer-Webseite ist doch die: Herrn Reimanns Blog und die Seite www.adolf-hitler.ch (inzwischen husch vom Netz genommen) haben denselben Betreiber, einen Geschäftspartner Reimanns. Viel mehr muss dazu ja eigentlich nicht gesagt werden. Oder? 

Und was das alles mit Fussball zu tun hat? Lukas Reimanns Onkel ist… aber nein. Das wäre dann wirklich eine Reduzierstufe zu tief.

Sinnvoll beauftragt

Wednesday, February 4th, 2009

Heute stand in den Zeitungen, die Wirtschaftsprüfer von Deloitte hätten ermittelt, dass die Premierleague-Vereine in der Wintertransferperiode 2008/2009 Spielermaterial im Wert von 160 £ eingekauft hätten. Sinnvoll beauftragt, wie ich finde. Also Deloitte. Ich meine: Das kann nicht jeder, einen Monat lang alle Transfermeldungen sammeln und dann mit dem Taschenrechner die Transfersummen addieren. Das ist nun mal einfach nicht jedem gegeben. Aber denen von Deloitte schon! Bei denen ist das in guten Händen. Da kommt kein Penny zu viel oder zu wenig dabei heraus, wenn die anfangen zu zählen. Deloitte hat übrigens nicht nur addiert, nein nein. Sie haben auch einwandfrei nachgeprüft, dass 60% der errechneten Gesamtausgaben von Chelsea und Manchester City getätigt wurden. Na das soll mal einer nachrechnen, bitteschön. Das kann doch heute niemand mehr ausserhalb der vier Glaswände eines Wirtschaftsprüfungsunternehmens. Prozentrechnen – wenn ich das nur schon höre! Gerade auf Sportredaktionen grassiert bekanntermassen eine wilde Dyskalkulie. Die können von Glück reden, hat man Deloitte beauftragt.

Nun habe ich auch gelesen, Deloitte biete künftig zudem das Addieren der Rückennummern pro Saison an. Und zwar multifunktional, man kann als Liga also wählen: Gesamtsumme zu Saisonende, oder aber aufgesplittet in einzelne Vereine. Da kommt dann endlich Ordnung in den Salat, wenn sich da die Wirtschaftsprüfer dahinter machen. Sie lachen jetzt, schon klar. Aber 17 plus 3 plus 22 plus noch 21 weitere ein- und zweistellige Zahlen zusammenzählen und dann vielleicht sogar noch den Schnitt ausrechnen: Hand aufs Herz, sind wir Pisa-Opfer aus dem untergehenden Abendland nicht froh, wenn uns das von kompetenter Seite abgenommen wird? Eben.

Ab 2010 ist Deloitte dann auch offizieller Fifa-WM-Partner. Für Südafrika wurde das Unternehmen beauftragt, bei sämtlichen Spielen die Anzahl Akteure zusammenzuzählen und bis Turnierende den Durchschnitt pro Spiel auszurechnen. Deloitte sucht zurzeit noch einen geeigneten indischen Informatiker, der errechnen soll, bei wie viel Prozent der eingesetzten Spieler es sich um Torhüter handelt. Wenn das gelingt, wird das punkto Statistik alles Bisherige in den Schatten stellen. Aber garantiert.