Fico vs. Gyurcsany
Tuesday, November 18th, 2008Wenn sich zwei Regierungschefs treffen mit dem erklärten Ziel der Annäherung, am Ende der eine dem andern aber vorwirft, ein Problem mit Rechtsextremen zu haben, und dieser dem andern wiederum, ein Problem mit seiner Polizei, die an Fussballspielen wahllos ebendiese Rechtsextremen zusammenknüppelt, dann muss es sich fast um slowakisch-ungarische Verbrüderungsversuche handeln. Dazu NZZ Online:
(sda/dpa) Die beiden Ministerpräsidenten trafen sich in der südslowakischen Grenzstadt Komarno. In den vergangenen Wochen hatten ungarische Rechtsextremisten mehrfach in der Slowakei demonstriert, um ihre territorialen Ansprüche gegenüber dem einst zu Ungarn gehörenden Land zu unterstreichen.
Fico warf der ungarischen Regierung vor, dem Treiben solcher Gruppen tatenlos zuzusehen. Die Regierung in Budapest kritisierte wiederum das brutale Vorgehen der slowakischen Polizei gegen aus Ungarn angereiste Rechtsextremisten bei einem Fussballspiel im südslowakischen Dunajska Streda.
Gyurcsany wiederum will nicht hinnehmen, dass der slowakische Nationalist Jan Slota, dessen Partei in Bratislava mitregiert, immer wieder ungarische Politiker beleidigt.
Wer es etwas genauer haben will, lese den ausführlicheren, informativen und recht objektiv anmutenden Artikel in der deutschsprachigen Budapester-Zeitung. Darin ist unter anderem zu erfahren, dass sich iranische Geschäftsleute slowakische Zweitligavereine kaufen.
Wer dann immer noch Zeit hat und so recht auf den Geschmack gekommen ist, etwas über osteuropäische Völker, Grenzziehungen, Hooligans und alte offene Rechnungen zwischen Slovan Bratislava und Ferencvaros Budapest zu lernen, darf sich den teils skurrilen, teils lesenswerten, teils haarsträubenden, sicher aber nie langweiligen Thread im FCB-Fanforum zu Gemüte führen (Achtung: Es wird dort u.a. mit historischen Landkarten und Völkerwanderungsdarstellungen operiert!).





