Das hat es so noch nie gegeben: Der “Blick” baut einen Artikel auf Unmutsäusserungen von Ultras (vom selben Blatt gern auch als “Hooligans”, “Chaoten”, “Krawallanten” oder dergleichen betitelt) auf und pflichtet ihnen zwischen den Zeilen gar noch bei. Der Anlass: Der Stimmungsboykott des Sittener Kop Nord beim Heimspiel gegen Vaduz aus Protest gegen die Irrungen des Präsidententrainers. Online-Lesende dürfen sich sogar das Flugblatt herunterladen, das die drei Gruppierungen Freaks, Ultras Sion und Red Side gemeinsam verfasst und verteilt haben. Weht da ein neuer Wind? Oder hat es mit “Blick”-Sportredaktoren zu tun, bei denen die eigene Fanvergangenheit ultramässig durchdrückt?
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Flachpass – das Buch

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Glaube doch eher, es “weht ein neuer Wind” auf der Blück-Sportredaktion. So hat der jetzige Chefredaktor – zuvor bei der Weltwoche für substanzielle Fussballberichterstattung und im El Lokal für entsprechende Fussball-Talks-verantwortlich – und mehr als ein Mitarbeiter der Fussball-Redaktion eine Vergangenheit im Zürcher Linksalternativen-Kuchen, und spielen aktuell auch noch in der dortigen Alternativ-Liga. (Frau Tedesco Eva wurde übrigens auch mal vom oben erwähnten Chef gerüffelt, weil sie mehr oder weniger 1:1 ein Artikel vom knapp-daneben-Macher PC kopiert hat…)
Dass diese Redaktion jetzt aber grad auf die “Pro-Kontrollierte-Pyro”-Fraktion fällt, ist schon nicht zu erwarten. Wäre trotzdem ok, wenn der Blück-Fussball wie seit kurzem weiterhin einer differenzierteren Berichterstattung über die Fan- resp. Ultra-Szene folgen würde. Denn redaktionsintern sind eben bestimmt gewisse Sympathien für die (Gewalt ablehnende) Szene vorhanden.
Mal weiter beobachten.
Naja. Mal halblang. auch wenn der sportscheff alternativliga spielt – so dienen fussball talk und em sondersendungen mehr der demonstration des neuesten italienischen schuhmaterials denn dem fussball. in diesem fall gehts wohl leider eher um boulvardeske aufgabe, den topf am kochen zu halten.