Archive for October, 2008

The Roberto

Wednesday, October 22nd, 2008

Stimmt es eigentlich, dass der Bayern-Brasilianer mit bürgerlichem Namen “The Roberto” heisst, seit seiner Tätigkeit in Deutschland und aufgrund der dort herrschenden (fremd)sprachlichen Eigenheiten aber “Ze Roberto” genannt wird? Um ein paar klärende Antworten wäre ich froh. Und schliesse mit Herrn Mosleys Worten: “Ze need ze more punishment.”

Und jetzt hat mir ein Herr aus dem fernen England heute grad noch etwas Schönes geschickt in diesem Zusammenhang:

Benvenuto Alan (*19.10.2008)

Monday, October 20th, 2008

Das gute Fussballlied

Sunday, October 19th, 2008

Einfach in Melodie und Text und klar in der Botschaft: Das macht ein gutes Fussballlied aus. Raphi hat mir so eins geschickt, und für Micha, den Brauer, lad ichs rauf. 

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Storia degli Stadi d’Italia

Sunday, October 19th, 2008

Es ist auch schon ein halbes Jahr alt, dieses Buch, doch es ist mit Sicherheit zeitlos, weshalb eine Besprechung auch heute noch Sinn macht. Die Rede ist von Tijs Tummers’ “Storia degli Stadi d’Italia”, das auf der Postkartensammlung des Italieners Clino D’Eletto basiert. Gegliedert in Regionen, beschreibt das Buch anhand historischer Postkarten die Entwicklung des Stadionbaus in Italien. Grossartige Aufnahmen sinnvoll ausgewählt und wohltuend gelayoutet – diese Sammlung gehört zu den besten Publikationen ihres Genres.

Was “Stadi d’Italia” von ähnlichen Büchern wie “Ansichtssache Fussballplatz” unterscheidet und abhebt, ist der Textteil. Keine locker-lustigen oder dramatisch-ernsten Fussballtexte zwischen den Bildern, dafür kurze, kompakte und äusserst aufschlussreiche Notizen zur Geschichte des jeweiligen Bauwerks. So wird einem die prägende Rolle des italienischen Faschismus’ beim Bau von Sportstätten noch einmal vor Augen geführt oder man erfährt, weshalb die AC Perugia 1975 vom Stadthügel runter in die Ebene zügeln musste. 

“Stadi d’Italia” ist ein wunderschönes Buch und ideales Geschenk. Auf Nachfrage wahrscheinlich in jeder guten Buchhandlung zu bestellen, sicher aber zu finden im stets gut bestückten Zürcher Sportantiquariat.

Imagegewinn – was ist das?

Sunday, October 19th, 2008

Unter dem Titel “Ein Imagegewinn für die Stadt Bern” fasst die NZZ am 17. Oktober den Schlussbericht der Stadtberner Exekutive zur Euro08 zusammen. Im Artikel kommen Sätze vor wie “Aus ökonomischer Sicht ist man überzeugt, der Imagegewinn durch die erfolgreiche Ausrichtung der Euro werde sich kurz- und mittelfristig positiv auswirken.” Dass das Unfug ist, weiss die NZZ, denn sie hat es selber geschrieben. Bereits im Januar dieses Jahres erschien im Wirtschaftsteil ein Text mit der Überschrift “Keine nachhaltigen Standorteffekte der Euro 08″. Darin ist zu lesen, “dass die Euro 08 in der Schweiz und in Österreich kaum nachhaltige, messbare Auswirkungen auf volkswirtschaftliche Kenngrössen wie Wirtschaftswachstum, Beschäftigung oder Direktinvestitionen haben wird.”

Das alles ist im Grunde längst bekannt. Es gibt keine Studie, die die ökonomischen Auswirkungen von Fussball-Grossturnieren auf die Austragungsländer ernsthaft und umfassend geprüft hätte, und erst recht keine, die dabei zu positiven Resultaten gekommen wäre. Die ewige Leier vom Imagegewinn ist deshalb nichts anderes als ein peinlicher Versuch, angesichts fehlender Fakten die umstrittenen Steuermillionen doch noch halbwegs zu rechtfertigen. Image als Return on Investment – was für eine Rechnung, gerade in diesen Tagen! Die subventionierte Kunst wäre froh, sich für einmal auch nur halb so leicht aus der Affäre ziehen zu können wie der subventionierte Eventfussball.

Felder (9)

Friday, October 17th, 2008

Normalerweise finden sich unter “Felder” ja eher Äcker als Stadien, weil aber hier, in Ancona, das Stadion so wunderbar von Äckern gesäumt ist und der Fotograf, Rafaele Coppi, ein gutes Auge beweist, machen wir gerne eine Ausnahme.

Mit Regenschirmen und Leuchtmunition

Friday, October 17th, 2008

Und nun endlich wieder ein Auszug aus dem “Fanbuch” von 1988. Nach der Tessinreise der Aarauer Adler hier ein Blick in den Zürcher Hooliganalltag Ende 80er Jahre. Ohne viel vorweg nehmen zu wollen: Bemerkenswert ist sicherlich der offenbar selbstverständliche Einsatz diverser Waffen und Schlaginstrumente – wo wir doch meinen, so schlimm wie heute sei es jetzt aber ganz sicher noch nie gewesen. Gleichzeitig fällt die sehr neutrale Nennung der Polizei als ordnende dritte Kraft auf, hier hat sich das Autoritätsverständnis wohl etwas verschoben in den letzten zwanzig Jahren. Und zuletzt verdient die absolut objektive Berichterstattung des involvierten Hooligans John eine Erwähnung, schreibt er doch unverblümt von der eingesteckten Niederlage – sowas wäre heute, im Zeitalter des realen und virtuellen Max’, schlicht undenkbar. Jetzt aber heisst es: Regenschirme aufspannen und rein ins Gewitter!

 

FC Zürich – FC Basel

Noch in den letzten Eishockey-Spielen des Zürcher SC wurde darüber gesprochen, während der Fussballsaison den Baslern eins auszuwischen. Dafür bot das obengenannte Spiel eine ausgezeichnete Gelegenheit.

Bereits am Nachmittag warteten etliche Zürcher auf die Baseler «Breakers». Aus Dortmund kamen extra 4 Kumpel, weil wir auch schon mehrmals mit ihnen zusammen in der Bundesliga waren. Das Spiel war erst auf 20 Uhr angesetzt. Um 18 Uhr sammelten wir uns. «Eagles», «Regensdorfer», «Ultras», einige FCZ- und GC-Fans (Grasshopper Zürich), insgesamt waren mehrere Dutzend für «den Kampf bereit».

Als wir erfuhren, dass die Baseler in Zürich angekommen wären und sich vor dem Letzigrund-Stadion befänden, zog unser Mob in Richtung Stadion. Dort stürmten wir mit Gebrüll, Leuchtmunition abfeuernd, auf das Kommando eines «Regensburgers» in Richtung Restaurant «Eber» (hinter der Gästekurve), wovor der Baseler Mob versammelt war. Überrascht über unseren Angriff, ergriffen etliche «Breakers» die Flucht. Die anderen versuchten, sich mit Messern un Tränengas zu wehren. Einige von ihnen wurden regelrecht vermöbelt. Die Polizei schritt ein. Um Verhaftungen zu vermeiden, verzogen wir uns. Doch nicht für lange. Kaum verschwunden, folgte der nächste Angriff von der anderen Seite. Ein Zürcher wurde mit dem Messer verletzt, ein Baseler musste ebenfalls mit Schnittwunden ins Spital eingeliefert werden. Nun mussten wir uns aber ganz zurückziehen, weil die Polizeigrenadiere rigoros mit Tränengas und Gummigeschossen eingriffen. Während des Spiels kam es zu kleineren Auseinandersetzungen zwischen den Zürcher Fans aus der Kurve und den Baselern; doch davon bekamen wir nicht viel mit, weil wir uns für den Schlussakt beim Zürcher Hauptbahnhof vorbereiteten. Wir hatten Glück, dass die Polizei von unserer Ansammlung beim Hauptbahnhof nichts mitbekam. Kurz vor 22 Uhr sahen wir die Tram vom Stadion her in den Bahnhof einfahren.

Die Baseler stürmten sofort aus der Tram und griffen uns an, wovon wir sehr überrascht waren, einige ergriffen die Flucht. Die Übriggebliebenen wehrten sich vehement mit Schirmen, Baseballschlägern und sonstigen Schlagstöcken. Trotzdem war wenig später, zugegebenermassen, die Stadt in Baseler Hand. Bedingt durch Einzelaktionen sah man neben blutigen Zürcher Köpfen auch noch Baseler, die etwas abbekamen. Ruhe herrschte in Zürich erst wieder, als der letzte Zug den Bahnhof in Richtung Basel verlassen hatte.

John, Zürcher SC-Hooligan

Gewaltprävention nach Landolt

Thursday, October 16th, 2008

Er ist Präsident der Sicherheitskommission der SFL, er ist Stadionmanager im Letzigrund, und er hat anscheinend ein kleineres Abgrenzungsproblem: Peter Landolt. Seltsam, was sich das Zürcher Sportamt für Angestellte leistet. Hier der Text über den Heiligen vom Hardturm.

Fünfter Einfädler

Wednesday, October 15th, 2008

Herr Skoro hat mich auf den fünften und offensichtlichsten Fehler in der Tagi-Infografik hingewiesen: die Verwendung des estnischen anstelle des lettischen Verbandslogos:

 

Wie konnte das nur passieren? Also dass ich das übersehen habe?

Tschechisches Fundstück

Tuesday, October 14th, 2008

Über all die Jahre hat sich im Bereich der Fussballfilme so einiges an Müll angesammelt. Umso erfreulicher, wenn man zwischendurch mal eine wahre Perle findet. Und eine besonders schön glänzende Perle ist zweifelsohne der tschechische Spielfilm Klapzubova XI. aus dem Jahre 1938, basierend auf einem Roman des Schriftstellers Eduard Bass.

Vater Klapzubova führt mit seinen elf Söhnen eine Autowerkstatt und ist ein glühender Fussballfan. Nach der Arbeit trainiert er seine Jungs und meldet schliesslich auch eine Mannschaft für die Meisterschaft an. Gleich reihenweise werden Kantersiege eingefahren und bald steht die Klapzubova-Elf in der höchsten Spielklasse. Das weckt Begehrlichkeiten bei den Spitzenvereinen des Landes, einige der Brüder können dem Ruf des Geldes nicht widerstehen und wagen den Wechsel – sehr zum Ärger des störrischen Vaters, der fest der Ansicht ist, wer den Fussball liebe, würde nie für Geld spielen. Er verurteilt die Vereine scharf, die mit Geldscheinen wedeln und wild alles zusammenkaufen. Und nachdem in einem Prager Derby einige seiner Söhne gegeneinander spielen müssen und sich erst noch einer verletzt, platzt dem Alten der Kragen. Ausgerechnet jetzt will der Verband auch noch, dass er mit seinen Söhnen die Tschechoslowakei bei der Europameisterschaft – ja, im Film gab’s die schon 1938 – vertritt.

Vor 70 Jahren wurde Klapzubova XI. gedreht und dennoch brandaktuell. Natürlich darf auch die Liebesgeschichte nicht fehlen. Und damit die Fussballszenen authentisch wirken, hat Regisseur Ladislav Brom Ausschnitte aus Spielen der tschechischen Nationalmannschaft genommen. Immerhin war die zu jener Zeit noch Weltklasse.

Die DVD gibt’s mit englischen Untertiteln in einigen tschechischen Onlineshops (z.B. hier) oder bei mir zum Ausleihen.